Die Rechtsschutzversicherer mit dem größten Policenschwund

20.3.2023 (€) – Bei fünf der 25 größten Anbieter schrumpfte auf Sechsjahressicht laut dem „Branchenmonitor 2016-2021: Rechtsschutz-Versicherung“ der Vertragsbestand. Die Deurag büßte nach absoluten Zahlen am deutlichsten ein, während die NRV prozentual gerechnet am stärksten verlor.

Die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Rechtsschutzversicherer haben ihren Bestand zwischen 2016 und 2021 um etwa 1,5 Millionen auf 23,4 Millionen Verträge gesteigert. Dies entspricht einem Plus von etwa sieben Prozent.

Laut dem „Branchenmonitor 2016-2021: Rechtsschutz-Versicherung“ hatten aber nur 19 der 25 nach Beitragseinnahmen größten Anbieter an der positiven Entwicklung teil (VersicherungsJournal 20.3.2023). Die Analyse der V.E.R.S. Leipzig GmbH enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen der 25 größten Gesellschaften (Prämienvolumen) in diesem Zweig mit rund 98 Prozent Marktanteil.

Fünf Anbieter im Minus

Dagegen verzeichneten fünf Akteure auf Sechsjahressicht betrachtet Rückgänge. Keine Werte werden ausgewiesen zur ADAC Versicherung AG, die im Jahr zuvor an vierter Stelle rangiert hatte (7.3.2022). Hierzu merken die Studienautoren in einem „Hinweis“ an, „dass die Kennzahl nicht separat für den Versicherungszweig ausgewiesen wurde beziehungsweise nicht berechnet werden kann“.

Am stärksten nach absoluten Zahlen büßte dem Monitor zufolge mit fast 90.000 Kontrakten die Deurag Deutsche Rechtsschutz-Versicherung AG ein (auf unter 1,13 Millionen). Hohe fünfstellige Verminderungen hatten ferner die Ergo Versicherung AG (auf 2,02 Millionen) und die Neue Rechtsschutz-Versicherungs-Gesellschaft AG (NRV; auf unter 388.000) zu verzeichnen.

Bestandsverluste waren im Betrachtungszeitraum ansonsten nur noch bei der Advocard Rechtsschutz-Versicherung AG (auf unter 1,42 Millionen) sowie bei der Badische Rechtsschutz-Versicherung AG (auf knapp 163.000) zu beobachten.

Verlierer absolut (Bild: Wichert)

Verminderungsraten von bis zu fast einem Siebtel

Betrachtet man die Verminderungsraten von 2015 auf 2020, so fiel das Minus mit fast einem Siebtel bei der NRV am größten aus. Bei der Deurag betrug die Abnahme über sieben Prozent.

Jeweils um knapp vier Prozent schrumpften die Bestände der Badischen und der Ergo, während es bei der Advocard um 0,8 Prozent nach unten ging.

Verlierer prozentual (Bild: Wichert)

Zwei Anbieter mit kontinuierlichem Rückgängen

Dabei büßten die Deurag und die NRV kontinuierlich ein. Erstere verlor 2017 infolge von Sanierungsmaßnahmen mit fast vier Prozent besonders stark (11.7.2018). Ansonsten lagen die Reduzierungsraten bei etwa einem Prozent.

Das Minus bei der NRV ging zum Großteil auf Sanierungsmaßnahmen, die Beendigung der Zusammenarbeit mit einigen größeren Vertriebspartnern und den Rückzug aus dem industriellen Rechtsschutzgeschäft (4.5.2018) zu Beginn des Betrachtungszeitraums zurück.

Bei der Badischen drehte die Kurve nach anfänglichem Wachstum ins Minus, wobei das Schrumpfungstempo auf zuletzt fast drei Prozent zunahm. Die Advocard kehrte nach vier Jahren mit jeweils minimalen Verlusten zuletzt wieder in die Gewinnspur zurück.

Bei der Ergo konnten die deutlichen Zugewinne im letzten Jahr des Beobachtungszeitraums die Verluste aus den vier Jahren zuvor nicht ganz ausgleichen. Als Hintergrund für die zuletzt „sehr positive“ Entwicklung führt das Unternehmen im Geschäftsbericht 2021 (PDF, 1,1 MB) unter anderem ein um fast ein Neuntel höheres Neugeschäft an (7.2.2023).

Einzelne Anbieter (Bild: Wichert)

Weitere Studiendetails und Bezugsmöglichkeiten

Der „Branchenmonitor 2016-2021: Rechtsschutz-Versicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig.

Die rund 50-seitige Studie kann als PDF-Version für 553,35 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

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