Welche Methode beim Lernen und Sich-Merken hilft

16.4.2018 – Folge 110 der Serie „Testen Sie Ihr Versicherungswissen“ beschäftigt sich mit Fragen der Ausbildung und der Organisation von Lernprozessen. Sie fallen in den Themenbereich „Personalführung, Qualifizierung und Kommunikation“, den angehende Versicherungsfachwirte in ihrer DIHK-Prüfung beherrschen können müssen. Die hier vorgestellte Aufgabe behandelt Arten des effektiven Lernens.

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Wer nur zuhört oder zusieht, behält in der Regel weniger als 30 Prozent der vermittelten Inhalte. Die Quote steigt auf 50 Prozent, wenn die Inhalte eines Vortrags visualisiert werden.

(Bild: Nikolae/Fotolia.com, Pieloth)
(Bild: Nikolae/Fotolia.com, Pieloth)

Noch erfolgreicher sind handlungsorientierte Methoden. Welche dazu gehören und wie sie funktionieren, war Thema einer offiziellen Prüfungsfrage für angehende Versicherungsfachwirte im obligatorischen Prüfungsfach „Personalführung, Qualifizierung und Kommunikation“.

Die nachfolgend vorgestellte Aufgabe stammt aus dem offiziellen Fundus des Deutschen Industrie- und Handelskammertags e.V. (DIHK) vom Herbst 2014.

Ausgangssituation – mehr Ausbildungsplätze

Bedingt durch den immer stärkeren Wettbewerb um qualifizierte Nachwuchskräfte hat der Vorstand der Proximus Versicherung AG beschlossen, die Anzahl der Ausbildungsplätze zu erhöhen. Zudem sollen Personalentwicklungs-Programme zur Förderung von Führungs-Nachwuchskräften intensiviert werden.

Als Personalreferent sind Sie als Ansprechpartner von Führungskräften und Ausbildern sowie für Auszubildende und Teilnehmer der Personalentwicklungs-Programme eingesetzt.

Aufgabe – moderne Ausbildungsmethoden beschreiben

Zur Vorbereitung auf die Ausbildertätigkeit führen Sie mit neuen Ausbildern verschiedene Workshops beziehungsweise Informations-Veranstaltungen durch. In einer dieser Veranstaltungen sprechen Sie über das Thema Lehrmethoden.

a) Stellen Sie den Unterschied zwischen

  • konventionellen Ausbildungsmethoden und
  • handlungsorientierten Ausbildungsmethoden dar.

b) Beschreiben Sie anhand eines praktischen Beispiels eine handlungsorientierte Ausbildungsmethode Ihrer Wahl.

c) Alle handlungsorientierten Ausbildungsmethoden werden nach dem Modell der vollständigen Handlung durchgeführt. Nennen Sie die sechs Phasen dieses Modells und stellen Sie das Verhalten des Ausbilders in den einzelnen Phasen des Modells dar.

Lösungshinweise

Fachwissen aus dem Handlungsbereich „Personalführung, Qualifizierung und Kommunikation“

Aufgabe

Lösung

a)

Bei den konventionellen Ausbildungsmethoden leitet der Ausbilder die Auszubildenden an. Der Ausbilder bestimmt die Lernschritte und führt die Auszubildenden durch den Lernprozess.

Zum Beispiel:

  • fragend-entwickelndes Lehrgespräch,
  • Vortrag,
  • Vier-Stufen-Methode.

Bei den handlungsorientierten Ausbildungsmethoden sollen die Auszubildenden in die Lage versetzt werden, sich Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten selbstständig und eigenverantwortlich anzueignen. Hierbei werden viel Aktivität und eigene Handlungen vom lernenden Auszubildenden verlangt. Der Ausbilder initiiert Lernprozesse und übernimmt die Rolle des Lernbegleiters.

  • Erkundung
  • Fallstudie
  • Leittext
  • Planspiel
  • Projekt
  • Rollenspiel

b)

Beispiel für eine Projektarbeit:

Die Auszubildenden in einer Versicherungsagentur sollen selbstständig eine Vertriebsaktion mit selbstbestimmtem Anlass/ „Motto“ planen, durchführen und analysieren. Dabei sind die Zielgruppe und das Produkt selbst zu wählen. Die Auszubildenden planen, welche Zielgruppen für die Vertriebsaktion infrage kommen, sie selektieren selbstständig den Bestand, erstellen Werbematerial beziehungsweise gestalten das Marketing. Am Ende analysieren sie gemeinsam mit dem Ausbilder ihre Vorgehensweise, ihre Aktivitäten und den Erfolg der Maßnahme.

c)

  • Information: Ausbilder übergibt dem Auszubildenden die Aufgabe.
  • Planung: Auszubildender plant selbstständig. Budget, Zeit, Aufgabenverteilung, Alternativen. Ausbilder hält sich zurück.
  • Entscheidung: Auszubildender stellt dem Ausbilder seine Planung vor. Ausbilder greift nur ein, wenn Gefahr für Personen oder Gefahr eines Schadens für das Unternehmen besteht.
  • Ausführung: Auszubildender führt die in der Entscheidungsphase besprochene Vorgehensweise aus. Ausbilder beobachtet den Auszubildenden.
  • Kontrolle: Auszubildender kontrolliert selbstständig sein Ergebnis. Ausbilder ist gegebenenfalls Beobachter.
  • Auswertung: Auszubildender und Ausbilder analysieren gemeinsam die Ergebnisse.

Frühere Beiträge aus dieser Artikelserie finden sich im Archiv des VersicherungsJournals unter diesem Link.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Ausbildung · Marketing · Versicherungsfachwirt · Versicherungsvertreter · Zielgruppe
 
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