Wir haben verlernt, Notwendiges politisch umzusetzen

21.9.2026 – Allein die Wortwahl „Bestrafung“ zeigt, dass nicht Sachlichkeit, sondern pure Emotion die Diskussion treibt. Die Realität belegt eindeutig, dass dieses Rentner-Wahlgeschenk von der Nahles-SPD (und um nichts anderes handelte es sich damals) nicht von denen genutzt wird, die besonders körperlich arbeiten, sondern von denen, die es sich eh leisten können. Also: Ziel verfehlt − der Fehler kann korrigiert werden.

Hätte auch bei der „CSU-Mütterrente“ sein müssen − hier wäre viel eher Kritik anzubringen. Und wer den demografischen Wandel mit der Einbeziehung der Beamten lösen will, hat das Umlagesystem der gesetzlichen Rente schlicht nicht verstanden, denn unter den Beamten wird es genau so viele Alte und wenige Junge geben. Das Problem wird bestenfalls nach hinten geschoben, aber nicht gelöst.

Wir haben schlicht verlernt, Notwendiges politisch umzusetzen − und zwar seit Jahrzehnten. In den letzten 60 Jahren hat sich eine einzige Regierung an die strukturelle Verbesserung des Rentensystems gemacht (Rot-Grün ab 1998) − sonst waren alle zu feige, Substantielles zu entscheiden. Und das wird sich auch nicht ändern.

Oliver Henkel

o.henkel@finanzgruen.de

zum Leserbrief: Die besonders Langjährigen zu bestrafen ist geschmacklos

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