Die größten Erstversicherer Europas: Gewinner und Verlierer

7.8.2018 – Die Axa ist die größte Versicherungsgruppe Europas, obwohl sie bei den Beitragseinnahmen Verluste hinnehmen musste. Das geht aus einer Auswertung der spanischen Mapfre-Gruppe für das Geschäftsjahr 2017 hervor. Sie untersuchte die Größe der Versicherer hinsichtlich des Prämienvolumens im Leben- und Nicht-Leben-Bereich. Die Allianz landete insgesamt auf dem zweiten Platz. Größter Verlierer in der Leben-Sparte war im vergangenen Jahr die Zurich.

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Die spanische Mapfre-Gruppe veröffentlichte wieder ihr Ranking der größten europäischen Versicherungsgruppen (PDF, 1,6 MB, englisch). Die Reihenfolge der Gesellschaften orientiert sich am Prämienvolumen für das Geschäftsjahr 2017.

Die Rangliste basiert nach Angaben des spanischen Konzerns, der selbst zu den Top 15 in seiner Auswertung gehört, auf Daten aus den jeweiligen Geschäftsberichten der aufgeführten Gesellschaften. Dabei werteten die Autoren der Studie sowohl das Ergebnis aller Sparten, als auch das für den Nicht-Leben- und den Leben-Bereich gesondert aus.

Anstieg beim Prämienvolumen

Die 15 größten Versicherer konnten nach Auswertung von Mapfre 2017 zusammen ein Prämienvolumen von insgesamt 579,6 Milliarden Euro verbuchen. Gegenüber dem Vorjahr (VersicherungsJournal 25.7.2017) ergibt das einen Anstieg von 0,8 Prozent.

Die Autoren der Studie führen das darauf zurück, dass sich der globale Versicherungsmarkt 2017 vor allem aufgrund der Nicht-Lebenssparte positiv entwickelt habe. Als Wachstumstreiber nennen sie insbesondere die asiatischen Volkswirtschaften wie China und Indien.

Wie bereits 2017 schnitt die Sparte Nicht-Leben der Gesellschaften besser ab als der Geschäftsbereich Leben, da sich die Weltwirtschaft im vergangenen Jahr weiter erholte, so die Auswertung.

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Axa wieder auf dem ersten Platz

In der Gesamtbetrachtung aller Versicherer liegt die französische Axa-Gruppe, wie schon im Ranking für die Geschäftsjahre 2015 und 2016 (VersicherungsJournal 25.7.2017), auf dem ersten Platz.

Während der Konzern 2016 noch 94,2 Milliarden Euro verbuchte, sank das Prämienvolumen im vergangenen Jahr um 2,3 Prozent auf 92,05 Milliarden Euro.

Die größten europäischen Versicherer 2017 nach Prämienvolumen

Rang

Unternehmen

Land

2016*

2017*

Veränderung

in Prozent

1

Axa

Frankreich

94,2

92,1

- 2,3

2

Allianz

Deutschland

76,3

77,4

1,3

3

Generali

Italien

68,9

68,5

- 0,5

4

Prudential

Vereinigtes Königreich

47,4

50,2

- 5,9

5

Zurich

Schweiz

43,7

41,4

- 5,2

6

Talanx

Deutschland

31,1

33,1

6,3

7

CNP

Frankreich

31,5

32,1

1,9

8

Aviva

Vereinigtes Königreich

30,9

31,5

1,8

9

Crédit Agricole Assurances

Frankreich

30,8

30,4

- 1,1

10

Mapfre

Spanien

22,8

23,5

2,9

11

Aegon

Niederlande

23,5

22,8

-2,7

12

BNP Paribas Cardif

Frankreich

20,1

22,2

10,2

13

Poste Vita

Italien

19,9

20,4

2,3

14

Ergo

Deutschland

17,4

17,6

0,9

15

Covéa

Frankreich

16,4

16,5

0,4

Wer 2017 Wachstum verzeichnete

Insgesamt verzeichneten zehn Gesellschaften Zuwächse bei ihren Beitragseinnahmen. Drei Spitzenreiter verbuchten ein Wachstum von über bis knapp unter sechs Prozent:

  • Die französische BNP Paribas Cardif (10,2 Prozent);
  • die deutsche Talanx-Gruppe (6,3 Prozent);
  • die britische Prudential-Gruppe (5,9 Prozent).

Es folgten Unternehmen mit Zuwächsen zwischen knapp drei und knapp 0,5 Prozent:

  • Mapfre (2,9 Prozent);
  • Poste Vita (2,3 Prozent);
  • CNP Assurances (1,9 Prozent);
  • Aviva (1,8 Prozent);
  • Allianz SE (1,3 Prozent);
  • Ergo Gruppe (0,9 Prozent)
  • Covéa (0,4 Prozent).

Die anderen Gesellschaften in der Mapfre-Auswertung meldeten niedrigere Beitragseinnahmen als 2017.

In der Reihenfolge nach beitragseinnahmen hat sich die Talanx-Gruppe um einen Platz auf den sechsten Platz verbessert. CNP ist dagegen auf den siebten gefallen. Mapfre kehrte auf den zehnten Platz zurück. Am Ende der Tabelle tauschten Ergo und Covéa die Plätze.

370 Milliarden Euro in der Sparte Leben

2017 haben die Lebensversicherer in den verschiedenen Märkten unterschiedliche Ergebnisse erzielt, heißt es in der Mapfre-Studie. In den Industrieländern war das Wachstum rückläufig; in den Schwellenländern von den Regionen abhängig. In Asien boomte das Geschäft, Lateinamerika stagnierte, in Osteuropa verzeichneten die Gesellschaften Wachstum.

Die 15 größten Gesellschaften dieser Sparte haben insgesamt ein Prämienvolumen von 370,5 Milliarden Euro verzeichnet, was einer leichten Steigerung von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Die größten europäischen Lebensversicherer 2017 nach Prämienvolumen

Rang

Unternehmen

Land

2016*

2017*

Veränderung

in Prozent

1

Axa

Frankreich

58,8

57,2

- 2,7

2

Prudential

Vereinigtes Königreich

47,4

50,2

5,9

3

Generali

Italien

48,4

47,8

- 1,3

4

CNP

Frankreich

28,5

28,7

0,6

5

Crédit Agricole Assurances

Frankreich

26,4

26,4

-0,1

6

Allianz

Deutschland

24,9

25,2

1,1

7

Poste Vita

Italien

19,8

20,3

2,2

8

Aegon

Niederlande

20,4

20,0

-2,2

9

BNP Paribas Cardif

Frankreich

18,0

19,9

10,4

10

Aviva

Vereinigtes Königreich

19,1

19,5

1,8

11

Talanx

Deutschland

13,4

13,2

- 1,7

12

Swiss Life

Schweiz

11,8

11,2

- 5,4

13

Sogecap

Frankreich

10,8

10,9

1,2

14

Zurich

Schweiz

12,1

10,7

-8,3

15

HSBC

Vereinigtes Königreich

9,7

9,6

-0,1

Die Gewinner und Verlierer

An der Spitze der Lebensversicherer setzte sich wieder die Axa mit einem Prämienvolumen von 57,08 Milliarden Euro. Das sind 2,7 Prozent weniger als 2016.

Die Prudential-Gruppe konnte ihre Beiträge in Großbritannien um 5,9 Prozent steigern und verdrängte damit die Generali von Platz zwei (2,8 Milliarden Euro). Zu den Höhepunkten in der Sparte Leben zählten die Autoren das Wachstum bei BNP Paribas Cardif (1,87 Milliarden Euro) und bei Poste Vita (443 Millionen Euro).

Die 2016 noch auf Rang 14 liegende Legal & General wurde nach einem Prämieneinbruch 2017 von HSBC überholt. Das und ein Beitragsrückgang der Zurich hat Swiss Life im Ranking um zwei Plätze nach vorne gebracht.

Unterschiede zwischen Mapfre und FAZ

Die Mapfre-Liste deckt sich in einigen Fällen und Gesellschaften mit der Analyse der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), die Anfang Juli in der Beilage „Die 100 Größten“ veröffentlicht wurde. Hier steht die Allianz SE allerdings klar an der Spitze des Rankings (VersicherungsJournal 9.7.2017).

Hintergrund: Der spanische Versicherer wertet bei seiner Analyse nur die Zahlen des Leben- und Nicht-Leben-Geschäfts der Gesellschaften aus. Die FAZ hingegen berücksichtigt bei ihrer Berechnung auch die Umsätze der Allianz aus dem Bankgeschäft und der Vermögensverwaltung. Als Berechnungsgrundlage wurde die Gewinn- und Verlustrechnung der Unternehmen herangezogen.

Zudem berücksichtigte die Tageszeitung auch Rückversicherer, die bei der Mapfre-Auswertung wegfallen, was aber das Ranking der Unternehmen beeinflusst.

Die Mapfre-Studie steht unter fundacionmapfre.org zum kostenlosen Download zur Verfügung (PDF, 1,5 MB).

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Geschäftsbericht · Ranking · Versicherungsmarkt
 
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