Sieger und Verlierer der größten Nicht-Leben-Versicherer

9.8.2018 – Die 15 größten Nicht-Leben-Versicherer Europas verbuchten 2017 ein Prämienvolumen von 255 Milliarden Euro. Das geht aus einer Auswertung der spanischen Mapfre-Gruppe hervor. Knapp die Hälfte der Summe entfällt auf die größten Vier in Europa: Allianz, Axa, Zurich und Generali. Die Spitze bei den Sachversicherern wird seit 2007 unverändert von der Allianz besetzt. Fünf Unternehmen konnten trotz schwerer Naturkatastrophen ihre Schaden-Kostenquote verbessern.

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Die spanische Mapfre-Gruppe veröffentlichte wieder ihr Ranking der größten europäischen Versicherungsgruppen (PDF, 1,6 MB, englisch). Die Reihenfolge der Gesellschaften orientiert sich am Prämienvolumen für das Geschäftsjahr 2017.

Die Rangliste basiert nach Angaben des Versicherers auf Daten aus den jeweiligen Geschäftsberichten der Gesellschaften. Die Autoren der Studie wiesen sowohl das Ergebnis für alle Sparten, als auch für den Nicht-Leben- und den Leben-Bereich gesondert aus (VersicherungsJournal 7.8.2018).

Die 15 größten Versicherer verbuchten laut Mapfre-Report 2017 insgesamt ein Prämienvolumen von 579,6 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einer Steigerung von 0,8 Prozent. Der größte europäische Versicherer für den Berichtszeitraum war die französische Axa-Gruppe.

Kfz-Versicherung bescherte Wachstum

Wie bereits im Geschäftsjahr 2016 schnitt die Sparte Nicht-Leben besser ab als der Geschäftsbereich Leben, da sich die Weltwirtschaft im vergangenen Jahr weiter erholte, so die Auswertung.

Die Gesellschaften profitierten hier von soliden Entwicklungen in Europa, USA, Kanada, Brasilien und Mexiko. Außerdem habe die Kfz-Versicherung zum Wachstum beigetragen, betonten die Autoren des Reports.

Im Nicht-Leben-Segment sammelten die 15 größten europäischen Konzerne Prämien in Höhe von 255,4 Milliarden Euro ein. Das entspricht einem Anstieg von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (VersicherungsJournal 25.7.2017).

Allianz behauptet Platz eins

Im Nicht-Leben-Segment hatte die Allianz SE wie bereits seit 2007 die Nase vorn. Das Prämienvolumen der Münchener betrug im vergangenen Jahr 52,26 Milliarden Euro. Es folgten Axa, Zurich und Generali. Auf das Konto dieser vier Gesellschaften gingen 46 Prozent des Prämienvolumens im Nicht-Leben-Bereich.

Der erste Platzwechsel im Ranking: Talanx setzte sich vor Mapfre auf Platz 5. Die Deutschen verzeichneten 2017 den größten Anstieg des Prämienvolumens. Haupttreiber war dabei die Schaden-Rückversicherung, die um 16,4 Prozent auf 10,71 Milliarden Euro zulegte (VersicherungsJournal 3.4.2018).

Die nächsten Konkurrenten tauschten ebenfalls die Plätze: Ergo setzte sich vor Aviva auf Platz sieben. Nur drei Versicherer meldeten einen Rückgang ihrer Prämien im Nicht-Leben-Segment: Axa, Zurich und RSA.

Die größten europäischen Nicht-Leben-Versicherer 2017 nach Prämienvolumen

Rang

Versicherer

Land

2016*

2017*

Veränderung

In Prozent

1

Allianz

Deutschland

51,5

52,3

1,4

2

Axa

Frankreich

35,5

35,0

-1,6

3

Zurich

Schweiz

30,0

29,3

-2,4

4

Generali

Italien

20,5

20,8

1,2

5

Talanx

Deutschland

17,7

19,9

12,3

6

Mapfre

Spanien

17,7

18,2

2,6

7

Ergo

Deutschland

13,3

13,6

2,1

8

Aviva

Vereinigtes Königreich

11,8

12,0

1,8

9

Covéa

Frankreich

11,7

12,1

2,5

10

Groupama

Frankreich

9,3

9,4

1,4

11

RSA

Vereinigtes Königreich

8,8

8,7

-1,3

12

Unipol

Italien

7,9

9,0

1,4

13

R+V

Deutschland

7,2

7,7

7,2

14

Sampo

Finnland

4,5

4,7

6,3

15

Crédit Agricole Assurances

Frankreich

3,8

4,1

8,1

Negative Auswirkungen auf Ergebnisse

Naturkatastrophen, vor allem in Nordamerika und der Karibik, hatten erhebliche negative Auswirkungen auf die Ergebnisse der wichtigsten europäischen Versicherer. Dazu zählten die Hurrikane an der Ostküste der USA und der Karibik, Erdbeben in Mexiko sowie Waldbrände in Kalifornien.

Nach vorläufigen Schätzungen des Swiss Re Instituts belief sich der Versicherungsschaden durch die Hurrikane auf rund 92 Milliarden US-Dollar (etwa 79,4 Milliarden Euro). Die Waldbrände in Kalifornien kosteten die Versicherungswirtschaft fast 13 Milliarden Dollar (etwa 11,2 Milliarden Euro) und die Erdbeben in Mexiko geschätzt 1,2 Milliarden Dollar (circa eine Milliarde Euro) (VersicherungsJournal 11.4.2018).

Fünf der Top-Versicherer verbesserten ihre Schaden-Kostenquote

Die Analyse des Mapfre-Reports zeigt, dass die meisten Versicherer trotz teurer Versicherungsfälle ihre Schaden- Kostenquote unter 100 Prozent halten konnten. Fünf Gesellschaften verbesserten ihre Combined Ratio sogar, zehn weitere Unternehmen entwickelten sich dagegen ungünstig.

Auf über 100 Prozent verschlechtert hat sich die Schaden- Kostenquote bei der R+V (104,6 Prozent), der Zurich (100,9 Prozent) und der Talanx (100,4 Prozent). Fast alle europäischen Versicherer waren laut Mapfre-Report von den Auswirkungen der Naturkatastrophen betroffen. Ausnahmen bildeten nur Unipol, Sampo und Ergo. Die drei Unternehmen sind stark in ihren Heimatmärkten engagiert.

Combined Ratio 2017 der größten europäischen Nicht-Leben-Versicherer

Rang

Versicherer

Land

2016*

2017*

Veränderung**

1

Allianz

Deutschland

94,3

95,2

0,9

2

Axa

Frankreich

96,4

96,3

-0,1

3

Zurich

Schweiz

98,1

100,9

2,8

4

Generali

Italien

92,3

92,8

0,5

5

Talanx

Deutschland

95,7

100,4

4,7

6

Mapfre

Spanien

97,4

98,1

0,7

7

Ergo

Deutschland

97,0

97,5

0,5

8

Aviva

Vereinigtes Königreich

100,1

96,6

-3,5

9

Covéa

Frankreich

98,0

97,5

-0,5

10

Groupama

Frankreich

100,3

98,9

-1,4

11

RSA

Vereinigtes Königreich

94,2

94,0

-0,2

12

Unipol

Italien

95,6

96,4

0,8

13

R+V

Deutschland

99,0

104,6

5,6

14

Sampo

Finnland

84,4

85,3

0,9

15

Crédit Agricole Assurances

Frankreich

95,9

96,8

0,9

Höchststand bei der Allianz mit 1,11 Milliarden Euro

Einen neuen Höchststand mit 1,11 Milliarden Euro erreichten 2017 die versicherten Schäden der Allianz-Gruppe. Die Schaden-Kosten-Quote verschlechterte sich aber nur um 0,9 Prozentpunkte auf 95,2 Prozent.

Die Axa kosteten die Naturkatastrophen insgesamt 80 Millionen Euro. Dennoch verbesserte sie ihre Quote auf 96,3 Prozent.

Die Talanx-Gruppe musste Einbußen von 1,62 Milliarden Euro verkraften. Die Schaden- und Kostenquote verschlechterte sich um 4,7 Prozentpunkte auf 100,4 Prozent.

 
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