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Standmitteilungen: So transparent sind Lebensversicherer

8.11.2018 – Die im Zweitmarkt für Lebensversicherungen tätige Partner in Life hat erneut eine Transparenzstudie zu den von den Gesellschaften an ihre Kunden versandten jährlichen Mitteilungen über die aktuellen Vertragswerte vorgelegt. Sieger des Rankings sind die SV Sparkassenversicherung und die Provinzial Nordwest.

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Die Lebensversicherer müssen ihre Kunden jährlich über den Stand ihrer Policen informieren. Wie dies geschieht, wurde von Verbraucherschützern und der Versicherungsaufsicht wiederholt kritisiert.

So hatte der Marktwächter Finanzen bei der Verbraucherzentrale Hamburg e.V. die Standmitteilungen der Anbieter von Kapitallebens-Versicherungen (aus den Jahren 2014 und 2015) untersucht und zahlreiche Mängel kritisiert. Nach Ansicht der Verbraucherschützer erfüllten von 68 geprüften Standmitteilungen nur 50 die gesetzlichen Vorgaben.

Der Bund der Versicherten e.V. (BdV) hält das bereits „desolate“ Bild der von Lebensversicherern erstellten Standmitteilungen aus der Marktwächter-Untersuchung für „geschönt“. Weil bei unterschiedlichen Versionen eines Anbieters nur die beste bewertet worden sei, würden uneinheitlich agierende Versicherer belohnt (VersicherungsJournal 15.7.2016).

GDV hat Sprache und Aufmachung überarbeitet

Damit die Versicherungsnehmer die jährlichen Schreiben ihrer Vertragspartner besser verstehen, hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) seine Muster-Standmitteilungen im vorletzten Jahr überarbeitet.

Das Ziel des Verbandes ist „weniger Versicherungsdeutsch, mehr Transparenz und Betonung auf das Wesentliche“. Beim Entwickeln der neuen Muster haben nach GDV-Angaben Sprachwissenschaftler mitgewirkt. Auch die Gestaltung wurde überarbeitet (VersicherungsJournal 7.3.2016).

Die Untersuchung der Marktwächter hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) veranlasst, selbst die Standmitteilungen von zwölf Lebensversicherern zu prüfen. Darüber berichtet die Versicherungsaufsicht im „BafinJournal 04/2018“ (PDF-Datei, zwei MB).

Die meisten Unternehmen hätten ihre Mitteilungen daraufhin überarbeitet. Die von der Versicherungsaufsicht als „zu knapp“ kritisierten Vorgaben wurden im Rahmen der Umsetzung der EU-Vertriebsrichtlinie IDD in deutsches Recht erweitert (VersicherungsJournal 7.7.2017). Der neu gefasste § 155 VVG enthält jetzt 182 statt vorher 51 Wörter (VersicherungsJournal 17.4.2018).

Partner in Life sieht Transparenz als verbessert an

Nach Angaben der Partner in Life S.A. (PiL) werden die jährlichen Standmitteilungen der deutschen Lebensversicherer „zu einem großen Teil transparenter“. Das sei das Ergebnis der Transparenzstudie, die das am Zweitmarkt für Lebensversicherungen tätige Unternehmen hausintern jährlich durchführt. Berücksichtigt wurden 38 Anbieter, die laut PiL 90 Prozent Marktanteil repräsentieren. Ausgewertet wurden 41 Kennzahlen.

„Es freut uns zu sehen, dass viele Gesellschaften sich im Vergleich zu den Vorjahren weiterentwickelt haben und ihre Kunden transparenter über die Entwicklung ihrer Verträge informieren“, wird Dean Goff, Vorstand der PiL, in einer Pressemitteilung seines Unternehmens zitiert. Im Vorjahr hatten zwölf Anbieter die Anforderungen von des Unternehmens zu mindestens 50 Prozent erfüllt (VersicherungsJournal 9.11.2017). In diesem Jahr sind es 15.

SV und Provinzial Nordwest führen das Ranking an

In diesem Jahr sind die SV Sparkassenversicherung Lebensversicherung AG und die Provinzial Nordwest Lebensversicherung AG die transparentesten Gesellschaften. Beide hielten sich vollumfänglich an die gesetzlichen Vorgaben. Im Vorjahr war die SV nicht unter den besten zwölf Versicherern, die Provinzial Nordwest hatte Rang elf erreicht.

Die Transparenz der Standmitteilungen (Bild: Partner in Life)
Die Transparenz der Standmitteilungen. Zum Vergrößern Bild klicken
(Bild: Partner in Life)

Insgesamt gut ein Drittel der Versicherungs-Gesellschaften zeige ordentliche nachvollziehbare Wertmitteilungen und erfüllt im Wesentlichen die gesetzlichen Vorgaben.

Vergleichbarkeit und Verständlichkeit uneinheitlich

„Zwei Drittel der Marktteilnehmer geben ihren Kunden in den jährlichen Wertmitteilungen allerdings nur einen unvollständigen Überblick über die Entwicklung der Lebensversicherungs-Verträge“, kritisiert PiL. Auch bei Vergleichbarkeit und Verständlichkeit sei der Markt noch weit entfernt von einem einheitlichen Standard.

„Die geltenden Regelungen werden allzu oft sehr eng ausgelegt und erwecken eher den Eindruck, so wenig wie möglich Rückschlüsse auf die Wertentwicklung zulassen zu wollen“, kritisiert Goff. Das gelte im Besonderen für die Gesellschaften am unteren Ende des Transparenzrankings.

Auf dem letzten Platz von 38 bewerteten Unternehmen liegt, für PiL „überraschend“, die Allianz Lebensversicherungs-AG. Die Neue Leben Lebensversicherung AG und die Targo Lebensversicherung AG landeten knapp davor.

Auch die Ergo Lebensversicherung AG, die Victoria Lebensversicherung AG und die Huk-Coburg-Lebensversicherung AG informieren ihre Kunden in der Regel unvollständig.

Informationen zur prognostizierten Ablaufleistung oft gut

Bei den Informationen zur prognostizierten Ablaufleistung erreichten neun Anbieter in dem Ranking die volle Punktzahl, wird lobend hervorgehoben.

Deutliche Unterschiede zeigten sich bei der Offenlegung der variablen Anteile am Rückkaufswert und der prognostizierten Ablaufleistung. Durch die Ausweisung nur eines kleinen Teils der variablen Anteile, etwa der Sockel- oder Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven (BWR), fehle es dem Versicherungsnehmer an Klarheit über den voraussichtlichen Stand seines Anspruchs für den Fall des Rückkauf des Vertrages.

 
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