Licht und Schatten bei den Großvertrieben

10.8.2018 – Die Halbjahresgewinne von MLP und OVB sind um rund ein Viertel geschrumpft. An ihren Gewinnprognosen für 2018 halten die beiden Vertriebe aber fest. Hypoport wuchs in allen Bereichen kräftig und dies mit einer Ausnahme auch mit mehr Ertrag.

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„Wir haben im zweiten Quartal beim Ergebnis Abstriche hingenommen, die verschiedenen Effekten geschuldet sind. Wir bleiben aber zuversichtlich für das Gesamtjahr“, wird der Vorstandschef der MLP SE, Dr. Uwe Schroeder-Wildberg, in einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung zitiert.

Uwe Schröder-Wildberg (Bild: MLP SE)
Uwe Schroeder-Wildberg (Bild: MLP)

Operativ liegt der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) mit 12,1 Millionen Euro um 24 Prozent unter dem Vorjahreswert, das Vorsteuerergebnis mit 11,7 Millionen Euro um 16 Prozent.

Ausblick bestätigt

Die im Februar kommunizierten strategischen Initiativen (VersicherungsJournal 1.3.2018) verlaufen nach Unternehmensangaben planmäßig. Ein Schwerpunkt ist die Stärkung des Hochschulbereichs, in den 2018 rund sieben Millionen Euro investiert werden sollen. In den vergangenen Monaten konzentrierten sich 64 Hochschulteams auf die Gewinnung und Betreuung junger Berater und Kunden.

Dadurch habe sich die Zahl der Bewerbungen für die Tätigkeit als MLP-Berater fast vervierfacht. Dies soll im zweiten Halbjahr eine weitere Dynamik bei den Einstellungen bringen. Trotz dieser erhöhten Aufwendungen für den Hochschulbereich erwartet MLP 2018 ein stabiles Ebit auf dem Niveau von 2017 mit 46,7 Millionen Euro.

Gesamterlöse stiegen um drei Prozent

Nach Unternehmensangaben stiegen die Gesamterlöse im ersten Halbjahr um drei Prozent auf 310,6 Millionen Euro. Besonders wachstumsstark waren die Immobilienvermittlung (plus 37 Prozent), die Sachversicherung (plus sieben Prozent) und das Vermögensmanagement (plus sechs Prozent).

Die Provisionserlöse legten um fünf Prozent auf 295,2 Millionen Euro zu, während die Zinserlöse um 15 Prozent auf 8,8 Millionen Euro sanken. In der Krankenversicherung erzielte MLP im ersten Halbjahr Erlöse von 23,2 (erstes Halbjahr 2017: 22,7) Millionen Euro, in der Altersvorsorge 76,2 (77,2) Millionen Euro. In der Altersvorsorge stieg die vermittelte Beitragssumme um neun Prozent auf 1,35 Milliarden Euro.

Gegenüber dem Ende des ersten Quartals nahm die Zahl der Kunden um jeweils ein Prozent auf 535.100 Familienkunden und 20.400 Firmen- und institutionelle Kunden zu. Dagegen sank die Zahl der Vermittler in diesem Zeitraum um ein Prozent auf 1.880 Kundenberater.

Trotz Rückgang auf Kurs

Auch die OVB Holding AG hat im ersten Halbjahr 2018 weniger verdient als in der Vorjahreszeit. Das operative Ergebnis fiel um 27,5 Prozent auf 5,6 Millionen Euro und das Konzernergebnis nach Anteil anderer Gesellschafter um fast ein Drittel auf 3,8 Millionen Euro.

Laut Pressemitteilung zum Halbjahresbericht blieb der Gewinn „aufgrund höherer Aufwendungen im Zuge der Umsetzung strategischer und regulatorischer Maßnahmen“ unter dem Vorjahresgewinn. „Die OVB ist mit diesem Halbjahresergebnis im Hinblick auf die abgegebene Prognose auf Kurs“, wird Finanzchef Oskar Heitz zitiert.

Die Prognose für das Gesamtjahr 2018 gehe unverändert von leicht rückläufigen Umsätzen und einem operativen Ergebnis zwischen 13,0 bis 13,5 Millionen Euro aus (VersicherungsJournal 27.3.2018).

Mehr Kunden, mehr Provisionen

Dank eines Umsatzplus von 3,9 Prozent im Segment Mittel- und Osteuropa ist der europäische Finanzvermittlungs-Konzern sogar im ersten Halbjahr leicht auf 115,3 (Vorjahr: 114,5) Millionen Euro gewachsen. Europaweit nahm die Zahl der betreuten Kunden um gut drei Prozent auf 3,41 Millionen zu.

In Deutschland lief es nach Unternehmensdarstellung im zweiten Quartal besser als zu Jahresbeginn, so dass die Vertriebsprovisionen hierzulande per Jahresmitte mit 29,0 (29,1) Millionen Euro fast gehalten wurden. Die Zahl der Kunden in Deutschland nahm leicht um 0,6 Prozent auf 619.386 Personen, die Zahl der Vermittler um 0,9 Prozent auf 1.313 Personen ab.

Prognose wird bestätigt

Die Hypoport-Gruppe hat im ersten Halbjahr 2018 ihren Konzernumsatz um 28 Prozent auf 121,7 Millionen Euro und das Ebit um elf Prozent auf 14,8 Millionen Euro gesteigert. Die im Juni erhöhte Prognose für 2018 mit einem Umsatz zwischen 240 und 260 Millionen Euro und einem Ebit zwischen 29 und 34 Millionen Euro wird in einer Pressemitteilung bekräftigt.

Das Segment Kreditplattform wuchs um gut ein Drittel auf 53,2 Millionen Euro Umsatz mit einem Ebit von 11,4 (Vorjahr: 8,9) Millionen Euro. Das Segment Privatkunden stieg um 18 Prozent auf 44,1 Millionen Euro und mit einem Ebit von 6,9 (5,4) Millionen Euro.

Segment Immobilienplattform

Das bisherige Segment Institutionelle Kunden wurde nach der Übernahme der FIO Systems AG und der Value AG in „Immobilienplattform“ umbenannt. Es enthält nun alle „immobilienbezogenen B2B“-Geschäftsaktivitäten der Gruppe, bei denen es um die Digitalisierung von Vertrieb, Bewertung und Verwaltung von Immobilien geht. Im ersten Halbjahr 2018 wurden in diesem Segment 14,5 (11,3) Millionen Euro erlöst bei einem Ebit von 3,2 (3,0) Millionen Euro.

Am kräftigsten wuchs das Segment Versicherungsplattform um 46 Prozent auf 10,6 Millionen Euro. Dabei hat die Integration erworbener Einzelgesellschaften das Segment „etwas stärker als ursprünglich erwartet“ belastetet, wird mitgeteilt. Daher habe sich der Verlust beim Ebit auf 1,7 (0,3) Millionen Euro vergrößert.

Die Hypoport-Tochter Qualitypool GmbH meldet für das erste Halbjahr 2018 in den Produktbereichen Baufinanzierung und Versicherung einen Zuwachs um rund ein Viertel. Der Bereich Ratenkredit sei um über ein Drittel und der Bereich Bausparen sogar um 55 Prozent gewachsen, wird mitgeteilt, ohne dabei die absoluten Zahlen zu nennen.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Altersvorsorge · Bausparen · Darlehen · Digitalisierung · Geschäftsbericht · Immobilie · Provision · Sachversicherung · Steuern
 
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