BGV und WGV für „Versicherungskäse des Jahres“ ausgezeichnet

16.4.2018 – Am Freitag wurden die Württembergische Gemeinde-Versicherung und die Badische Versicherung mit dem Negativpreis des Bundes der Versicherten ausgezeichnet. Kritisiert wurden nicht nur „zu geringe Leistungen“, sondern auch die Rolle des Landes Baden-Württemberg im Vertrieb des Produkts.

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Der Bund der Versicherten e.V. (BdV) hat am Freitag im Rahmen seiner Wissenschaftstagung (VersicherungsJournal 13.4.2018, 16.4.2018) die Auszeichnung „Versicherungskäse des Jahres“ vergeben.

Am preiswürdigsten fand die Jury die „Schülerversicherung“ (VersicherungsJournal Medienspiegel 17.1.2018) von Württembergischer Gemeinde-Versicherung a.G. (WGV) und BGV-Badischer Versicherung AG.

Juroren waren Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH), BdV-Aufsichtsratschefin Edda Castelló, Lars Gatschke vom Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (VZBV), der stellvertretende BdV-Aufsichtsratschef und Versicherungsberater Peter Schütt sowie die Finanzjournalistin Barbara Sternberger-Frey.

Vertrieb über die Lehrer

Die „Schülerversicherung“ wird nach BdV-Angaben in Baden-Württemberg direkt an den Schulen an die rund 1,5 Millionen Schüler vergeben. Lehrer „verteilen hierfür die Anträge und kassieren das Geld. Beraten können und dürfen die Lehrkräfte nicht.“

Versicherer und andere Finanzdienstleister haben nach Meinung der Jury an Schulen weder als Sponsor von Unterrichtsmaterialien noch als Vertreiber von Versicherungen für Schüler etwas zu suchen, teilte der Verbraucherverband mit. Die Beteiligung des Landes Baden-Württemberg an diesem besonderen System des Vertriebes von Versicherungen sei ein Skandal.

„Dies müsse erst recht für Verträge gelten, deren Unsinn nur so zum Himmel schreit“, wird die Jury vom BdV zitiert.

Kritik an den Leistungen

Weiter heißt es in einer Pressemitteilung: „Zur angebotenen Schüler-Zusatzversicherung zählen Unfall-, Sachschaden- sowie Haftpflichtversicherung. In allen drei Teilversicherungen sei zudem die Leistung zu gering.“ Konkretes wurde dazu am Freitag nicht mitgeteilt.

Die beiden gescholtenen Versicherungs-Unternehmen haben sich zu den Vorwürfen nicht mit Pressemitteilungen zu Wort gemeldet. Bianca Boss, Pressesprecherin des BdV, bedauerte: „Die Württembergische Gemeinde-Versicherung a.G. und die BGV Badische Versicherung AG sind der Preisverleihung trotz Einladung leider ferngeblieben.“

Warum der Preis nicht auch an das Land Baden-Württemberg für seine Rolle im Vertrieb vergeben wurde, hat der Verbraucherverein nicht mitgeteilt.

Ergo und Generali waren ebenfalls nominiert

Nominiert worden waren für den „Versicherungskäse“ neben der Schülerversicherung auch der Schutzbrief „Ergo Smart Home“ der Ergo Group AG und der „Generali Vitality BU-Tarif SBUV 17“ der Generali Deutschland AG (VersicherungsJournal 11.4.2018).

Erster Preisträger des Negativpreises war die Allianz Versicherungs-AG für ihr Versicherungsprodukt „Rund um den Arenabesuch“ (VersicherungsJournal 30.9.2015).

Es folgten die Axa Lebensversicherung AG für ihre „Relax Rente“ (VersicherungsJournal 22.4.2016) und zuletzt (VersicherungsJournal 8.5.2017) die Ideal Lebensversicherung a.G. für den „Ideal KrebsAirbag“ (VersicherungsJournal 13.3.2017).

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Haftpflichtversicherung · Lebensversicherung · Marketing · Rente · Smart Home · Versicherungsberater
 
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