Die wichtigsten Versicherungen aus Verbrauchersicht

13.9.2018 – Privatkunden halten Personenversicherungen im Großen und Ganzen nur selten für wichtig. Die Absicherung des Hab und Guts hat hingegen einen sehr hohen Stellenwert, wie eine Studie der Continentalen zeigt. Weiteres Ergebnis: Die Wichtigkeit hat kaum etwas mit der subjektiv empfundenen Wahrscheinlichkeit zu tun, dass ein bestimmtes negatives Ereignis auch tatsächlich eintreten wird.

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„Das Leben ist voller Risiken – und meist kann man sich gegen die finanziellen Folgen absichern. Trotzdem verzichten viele Menschen auf Versicherungen – auch dann, wenn diese sinnvoll sind. Finanzielle Entlastung im Pflegefall oder bei Berufsunfähigkeit, eine bessere medizinische Versorgung oder eine bessere Altersvorsorge: Vieles ist möglich, aber wenig wird gemacht.“

Mit diesen Worten beschreibt die Continentale Krankenversicherung a.G. im Vorwort ihrer aktuellen Studie ein Phänomen, das im Versicherungsvertrieb schon seit geraumer Zeit bekannt ist und von vielen Vermittlern auch in der täglichen Praxis erlebt wird.

Hintergründe der Studie

Den Hintergründen dieses Phänomens ist der Krankenversicherer in der „Continentale-Studie 2018: Absicherung von Risiken – Was Vermittler glauben und was Kunden wirklich meinen“ (PDF, 355 KB) nachgegangen. Die Untersuchung wurde im Rahmen des diesjährigen PKV-Forums (VersicherungsJournal 12.9.2018) vorgestellt.

Für die vorgenannten Inhalte der Studie hat das Meinungsforschungs-Institut Kantar TNS im Auftrag der Continentalen unter 1.004 repräsentativ ausgewählten Bundesbürgern ab 20 Jahren eine Onlinebefragung durchgeführt.

Dabei wurden unter anderem den Fragen nachgegangenen, wie hoch die Menschen ihr persönliches Risiko in bestimmten Lebensbereichen einschätzen, ob sie Versicherungsschutz gegen die verschiedenen Risiken wichtig finden – und wenn nein, warum nicht.

Abgefragt wurde insgesamt ein gutes Dutzend Risiken aus der Personen- wie auch der Kompositversicherung von „A“ wie ambulante Krankenzusatz-Versicherung bis „Z“ wie Zahnzusatzversicherung.

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Vor allem Kompositversicherungen werden als wichtig angesehen

Wie die Umfrageergebnisse zeigen, wird in erster Linie die Absicherung in den Segmenten Kfz-Kasko, Privathaftpflicht, Wohngebäude und Hausrat als „wichtig“ empfunden. Dies gaben jeweils rund drei Viertel der Befragten an.

Im Mittelfeld rangieren die Bereiche Rechtsschutz und Auslandsreisekranken mit jeweils knapp 50 Prozent Anteil vor der Absicherung gegen das Unfall- und das Berufsunfähigkeits- (BU-) Risiko. Eine Absicherung in den beiden letztgenannten Risikosegmenten erachten jeweils rund vier von zehn Befragten als „wichtig“.

Die private Altersvorsorge ist hingegen nur für etwa jeden vierten Befragten wichtig, die Absicherung des Pflegefallrisikos sogar lediglich für etwa jeden siebten Verbraucher. Schlechter als die Pflegezusatz-Versicherung schneidet nur die ambulante Krankenzusatz-Versicherung ab, die nur etwa jeder 17. Befragte für wichtig hält.

Wichtigkeit (Bild: Wichert)

Eintritts-Wahrscheinlichkeit spielt keine Rolle

Wie die Studie weiter zeigt, hat die Wichtigkeit allerdings kaum etwas mit der subjektiv empfundenen Wahrscheinlichkeit zu tun, dass ein bestimmtes negatives Ereignis auch tatsächlich eintreten wird.

So sind die Anteile derjenigen Befragten, die vermuten, in den nächsten zehn Jahren zum Pflegefall zu werden beziehungsweise einen Kfz-Schaden zu verursachen, in etwa gleich groß ausgeprägt (27 beziehungsweise 29 Prozent). Die Kfz-Kaskoversicherung halten aber mit 78 Prozent mehr als fünf Mal so viele Befragte für wichtig wie die Pflegezusatz-Versicherung mit 15 Prozent.

„Maßgeblich ist, ob die Versicherung als wichtig angesehen wird: Rund 90 Prozent derer, die eine Absicherungsform als wichtig erachten, sind über diese auch geschützt. Das gilt sowohl bei den Personen- als auch den Sachversicherungen“, heißt es im Berichtsband zu der Studie.

Ob eine Versicherung abgeschlossen werde, liege nämlich im Regelfall nicht daran, wie teuer die Absicherung eines Risikos sei. Denn dann müsste die Diskrepanz zwischen „wichtig“ und „Besitz“ in Einzelfällen deutlich größer sein, so die Studienautoren.

Haupt-Begründungen sind sachlich nicht nachzuvollziehen

Als weitere Erkenntnis der Untersuchung wird hervorgehoben, dass viele Menschen zum Teil sachlich nicht nachvollziehbare Gründe angeben, warum eine Versicherung nicht wichtig sei. Dies zeigt sich vor allem am Beispiel der privaten Altersvorsorge. Denn hier gaben 42 Prozent derjenigen, die eine Kapitallebens- oder private Rentenversicherung nicht wichtig finden, als Grund an, im Ernstfall zahle der Versicherer eh nicht.

Private Altersvorsorge (Bild: Continentale)
Zum Vergrößern Bild klicken (Bild: Continentale)

Für die Studienautoren ist dies „objektiv nicht nachvollziehbar“, da eine Renten- oder Kapitallebens-Versicherung immer zu einer Leistung führe, sobald der Versicherte das vereinbarte Alter erreiche. Als Begründung wird die These aufgestellt, „dass viele Menschen sich eine Absicherung, die eigentlich wichtig wäre, ‚wegrationalisieren‘ oder ‚wegargumentieren“, so die Studienautoren weiter.

Eigentlich wäre die Absicherung zwar notwendig, aber wenn der Versicherer eh nicht zahle, könne man sich das Geld auch gleich sparen. „Dann ist der Mensch zwar immer noch nicht abgesichert, muss deswegen aber kein schlechtes Gefühl haben“, wird im Berichtsband der Studie erläutert.

Weitere Gründe, warum Menschen Versicherungen nicht wichtig finden

Das eben angeführte Argument ist die am häufigsten genannte Begründung, warum Menschen eine der oben erwähnten Personenversicherungen nicht wichtig finden. Dies gilt für die Absicherung der Risiken Pflegebedürftigkeit, Berufsunfähigkeit und Unfall wie auch im Bereich der ambulanten sowie der Zahnzusatzversicherung.

Als weitere wichtige Gründe nennen die Befragten, dass sie auf die Unterstützung durch Familienangehörige und den Partner vertrauen oder dass ihnen der gesetzliche Schutz ausreicht.

Aus Sicht von Versicherungs-Vermittlern – befragt wurden im Rahmen der Studie auch 239 Vermittler – spielen andere Gründe eine Rolle (VersicherungsJournal 13.9.2018).

Leserbriefe zum Artikel:

Klaus Rasmus - Antworten der Kunden. mehr ...

Rolf Kischkat - Kundensorge: Versicherung zahlt nicht. mehr ...

Werner Hoffmann - Das Auto ist anscheinend wichtigerer als die Arbeitskraft. mehr ...

 
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