Höhere Hürde zum Wechsel in die private Krankenversicherung

10.9.2018 – Nach Medienberichten liegt ein Entwurf für die Sozialversicherungs-Grenzwerte für 2019 vor. Demnach steigen die Beitragsbemessungs-Grenzen (BBG) in der allgemeinen Rentenversicherung auf 80.400 Euro in den alten und 73.800 Euro in den neuen Bundesländern. Für die gesetzliche Krankenversicherung gilt dann eine BBG von 54.450 Euro, die Versicherungspflicht-Grenze steigt auf 60.750 Euro. Durch die geplanten Änderungen in der Kranken- und der Arbeitslosen-Versicherung können manche Arbeitnehmer mit Einsparungen rechnen, die die Folgen der höheren Grenzwerte kompensieren.

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Zum 1. Januar werden die Grenzwerte der Sozialversicherung erhöht. Nach Angaben von Focus Money Online unter Bezugnahme auf das Redaktionsnetzwerk Deutschland liegt für die dafür maßgebliche Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2018 ein Referentenentwurf vor.

Die Werte wurden für das kommende Jahr entsprechend der Lohn- und Gehaltsentwicklung in 2017 im Vergleich zu 2016 angepasst. Demnach betrugen die Steigerungsraten 2,46 Prozent in den alten und 2,83 Prozent in den neuen Bundesländern. Im Vorjahr waren es 2,3 und 3,11 Prozent (VersicherungsJournal 11.9.2017).

Versicherungspflicht-Grenze in der Krankenversicherung steigt

In 2019 steigt in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) die Beitragsbemessungs-Grenze (BBG) gegenüber 2018 (VersicherungsJournal 28.9.2017) um 1.350 (Vorjahr 900) Euro auf 54.350 Euro pro Jahr.

Die Versicherungspflicht-Grenze in der Kranken- und Pflegeversicherung steigt um 1.350 (2018: 1.800) Euro auf 60.750 Euro pro Jahr (5.062,50 Euro monatlich).

In der allgemeinen gesetzlichen Rentenversicherung wächst die Beitragsbemessungs-Grenze in den westlichen Bundesländern um 2.400 (2018: 1.800) Euro auf 80.400 Euro. In den östlichen Bundesländern steigt die Beitragsbemessungs-Grenze um 4.200 Euro auf 73.800 Euro.

Für die Arbeitslosen-Versicherung gelten die gleichen Bemessungsgrenzen.

Rechengrößen der Sozialversicherung 2019 *

West

Ost

Monat

Jahr

Monat

Jahr

Versicherungspflicht-Grenze Kranken- und Pflegeversicherung

5.062,50

(4.950)

60.750

(59.400)

5.062,50

(4.950)

60.750

(59.400)

Beitragsbemessungs-Grenzen

Kranken- und Pflegeversicherung

4.537,50

(4.425)

54.450

(53.100)

4.537,50

(4.425)

54.450

(53.100)

allgemeine Rentenversicherung und Arbeitslosen-Versicherung

6.700

(6.500)

80.400

(78.000)

6.150

(5.800)

73.800

(69.600)

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Auswirkungen für die Beitragszahler

Die Änderungen der Bemessungsgrenzen verändern die Höchstbeiträge zu den Sozialversicherungen. Hinzu kommen Änderungen beim Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung und der Beitragssätze zur Pflege- und zur Arbeitslosen-Versicherung.

In der Krankenversicherung steigt der hälftige monatliche Höchstbeitrag zur GKV mit Anspruch auf Krankengeld ohne Zusatzbeitrag um 8,21 Euro auf 331,24 Euro. Dazu kommt der Zusatzbeitrag von derzeit je nach Krankenkasse bis zu 1,7 Prozent. Das sind ab 2019 höchstens 77,14 (2018: 75,23) Euro.

Der Zusatzbeitrag soll ab dem kommenden Jahr von Arbeitnehmern nicht mehr allein getragen werden, sondern zur Hälfte von den Arbeitgebern bezuschusst werden (VersicherungsJournal 4.6.2018). Daraus kann sich je nach Krankenkasse eine Entlastung von bis zu 39 Euro ergeben (0,85 Prozent von 4.425 Euro).

In der Pflegeversicherung kommt zu der höheren Bemessungsgrenze noch ein um voraussichtlich ein halbes Prozent erhöhter Beitragssatz hinzu (VersicherungsJournal 25.6.2018). Das führt zu einem Anstieg des Höchstbeitrages um 11,06 Euro für Eltern und 14,49 Euro für Kinderlose, wovon bei Angestellten der Arbeitgeber jeweils die Hälfte übernimmt.

Höhere Mehrbelastung in den neuen Bundesländern

Der Höchstbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung steigt bei einem Satz von 18,6 Prozent im Westen um 2,5 (Vorjahr 2,4) Prozent beziehungsweise 30,70 Euro (Arbeitnehmeranteil 15,35 Euro). Im Osten wächst die maximale Belastung um 6,0 Prozent beziehungsweise 65,10 Euro (netto 32,55 Euro), also fast vier Mal so stark wie in den alten Bundesländern.

Die Werte gelten unter dem Vorbehalt, dass der Beitragssatz gleich bleibt (VersicherungsJournal 10.9.2018).

Der Beitragssatz zur Arbeitslosen-Versicherung soll ab Januar um 0,5 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent sinken (VersicherungsJournal 30.8.2018). Deshalb verringert sich hier der Höchstbeitrag trotz der höheren Bemessungsgrenze; im Westen um 27,50 Euro (Arbeitnehmeranteil 13,75 Euro) und im Osten um 20,25 (netto 10,12 Euro).

Daraus ergeben sich für Arbeitnehmer je nach Krankenkasse, Region und Kinderzahl entweder Mehrbelastungen bis 77,68 Euro oder Ersparnisse bis 18,13 Euro netto monatlich.

Monatliche Höchstbeiträge der Sozialversicherung 2019 *

West

Ost

Gesamt

Arbeitnehmer-Anteil

Gesamt

Arbeitnehmer-Anteil

Kranken-
versicherung **

662,48

(646,05)

331,24

(323,03)

662,48

(646,05)

331,24

(323,03)

Pflege-
versicherung ***

123,90/138,39

(112,84/123,90)

61,95/69,20

(56,42/61,95)

123,90/138,39

(112,84/123,90)

61,95/69,20

(56,42/61,95)

allgemeine Renten-
versicherung

1.246,20

(1.215,50)

623,10

(607,75)

1.143,90

(1.078,80)

571,95

(539,40)

Arbeitslosen-Versicherung

167,50

(195,00)

83,75

(97,50)

153,75

(174,00)

76,88

(87,00)

Zwei Stufen zum Inkrafttreten

Der Entwurf der „Verordnung über maßgebende Rechengrößen der Sozialversicherung für 2019 (Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2019)“ wird erfahrungsgemäß spätestens im Oktober vom Bundeskabinett verabschiedet werden. Im letzten Jahr wurde sie am 27. September beschlossen (VersicherungsJournal 28.9.2017).

Anschließend muss noch der Bundesrat zustimmen. Die Verordnung für dieses Jahr stand dort Ende November auf der Tagesordnung (VersicherungsJournal 11.12.2017).

Nachträgliche Ergänzung 10.9.2018:

Den Referentenentwurf bietet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales zum Herunterladen (PDF, 131 KB) an.

 
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