28.9.2026 – In den Vertrags- und Kontodaten vieler deutscher Versicherungskunden stecken Potenziale für Cross- und Upselling, die oftmals brachliegen. Diese kaum beachteten Schätze können mithilfe moderner Technologien zur Datenanalyse gehoben werden, versprechen die Anbieter zweier Software-Tools. Sie erheben hierfür vertriebsrelevante Informationen, die sie systematisch auswerten und für Beratungsgespräche aufbereiten.
Die Vinlivt GmbH wirbt um Versicherungsvermittler, die unabhängig vom Lead-Kauf wachsen wollen (VersicherungsJournal Medienspiegel 18.9.2026). Denn die Wahrscheinlichkeit eines Vertragsabschlusses bei diesen Neukunden liege oftmals weit unter zehn Prozent.
Aus der „Zusammenarbeit mit rund 1.000 Versicherungsmaklern und Finanzberatern“ habe der Software-Anbieter aus München beobachtet, dass stattdessen großes Umsatzpotenzial in der Pflege und der Optimierung des Bestands ungenutzt bleibt.
Diese Vertriebsstrategie gelte zwar als eher langweilig, doch die Abschlusswahrscheinlichkeit liege bei diesen Verbrauchern über 83 Prozent. Ein wichtiger Grund hierfür: Der Bestandskunde kennt seinen Vermittler bereits und vertraut ihm.
Vertrags- und Bankdaten mit KI ausgewertet
Um hierauf aufbauend Geschäft zu generieren, bietet Vinlivt Maklern eine App an, die Vertrags- und Bankdaten mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) auswertet. Anschließend werden dem Nutzer die aktuellen Absicherungsbedarfe seiner Endkunden und passende Gesprächsanlässe aufgezeigt.
In den Beständen, die bisher von Vinlivt ausgewertet werden, taucht nach Angaben des Anbieters oft ein bestimmtes Phänomen auf. Demnach hält ein Großteil der Endkunden nur einen einzigen Vertrag, gleichzeitig liegt aber bei jedem fünften Verbraucher ein sichtbarer Zusatzbedarf offen.
Hierzu betonen die App-Betreiber, dass die Auswertung der Kontodaten einen realen Bedarf frühzeitig erkennt. Es gehe ausdrücklich nicht darum, dem Endkunden ein bestimmtes Produkt aufzudrängen.
Maklerverwaltungsprogramme sind koppelbar

- Uwe Lätsch (Vinlivt)
„Statt einmal im Jahr nachzufragen, wertet das datengetriebene System Bestands- und Kontodaten laufend aus und meldet dem Makler, welcher Kunde gerade welche Deckung braucht“, erklärt Vinlivt-Geschäftsführer Uwe Lätsch.
„In der Praxis heißt das: Das System erkennt Prämienabflüsse an Wettbewerber in den Kontobewegungen, leitet aus einer Notarzahlung den Immobilienkauf ab und flaggt eine offene Deckungslücke, noch bevor der Kunde selbst fragt.“ Denn der Makler erhalte automatisch ein Signal, sobald sich etwas in der Familie oder beruflich ändert.
Neben der kostenfrei nutzbaren Analyse-Software bietet Vinlivt kostenpflichtige Services für Vermittler. Deren Courtage und Bestandsdaten werden aber nicht geteilt beziehungsweise verkauft, betont der Anbieter. Die gängigen Maklerverwaltungsprogramme sind demnach mit der App koppelbar.
Vertrieb von Versicherungen und Finanzanlagen
Nicht nur als „Insellösung“ soll auch eine ähnliche neue White-Label-Software für den Vertrieb von Versicherungen und Finanzanlagen eingesetzt werden können. Sie ist von der Safebird UG (haftungsbeschränkt) mit Sitz in Hannover entwickelt worden und aktuell gestartet.
Weitere Funktionen sollen Vermittler auch dabei unterstützen, ihre Beratungsgespräche vor- und nachzubereiten. Der KI-Assistent übernimmt hierfür zeitintensive und sich wiederholende Aufgaben.
Konkret erstellt das Assistenzsystem auf Knopfdruck beispielsweise ein Transkript einer Videokonferenz oder eines Präsenztermins. Auf dieser Grundlage schlägt es anschließend einen Entwurf der Beratungsdokumentation vor.
Mehr Effektivität und Effizienz im Vermittleralltag

- Timo Biskop (Bild: Safebird)
„Um wachsende Bestände ohne Qualitätsverlust zu betreuen, müssen die Effektivität und Effizienz im Vermittleralltag erhöht werden, und zwar ohne große IT-Projekte“, kommentiert Safebird-Mitgründer Dr. Timo Biskop. Der Einsatz von KI-Agenten „schärft die Wettbewerbsfähigkeit menschlicher Vermittler gegenüber branchenfremden Tech-Playern“, steht für ihn fest.
Der Versicherungsvermittler kann die automatisch erfassten Daten demnach nämlich auch für weitergehende Schritte nutzen. Das System liefert zum Beispiel Zahlen zu Redeanteilen und Gesprächstempo sowie Hinweise auf offen gebliebene Fragen und Folgetermine mit dem Kunden. Den Bestand analysiert der KI-Assistent zudem auf Potenziale für Cross- und Upselling.
Safebird berechnet seine Gebühren erst, wenn der KI-Assistent im Auftrag des Vermittlers tätig wird. Diese betragen nach dem kostenlosen Testmonat drei Euro pro vollständig qualifiziertem Lead und fünf Cent pro dokumentierter Minute eines Beratungsgesprächs – jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer.




