Wie man im Büroalltag häufig vorkommende Fehler reduziert

29.6.2026 – Es gibt einige Gründe oder Verhaltensweisen, die oft zu Fehlern führen. Letztere kann man nicht generell unterbinden. Aber man kann unnötige Schnitzer verhindern, wenn man deren Auslöser kennt. Häufige Fallen sind Ablenkung, Müdigkeit oder Erschöpfung, fehlende Kommunikation sowie die falsche Beurteilung einer Situation.

Eine Mail an die falsche Person geschickt, die falschen Unterlagen beim Kundengespräch oder Missverständnisse nach einer Besprechung. Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Das mag ärgerlich sein, aber es ist nicht grundsätzlich zu vermeiden. Kennt man ein paar typische Ursachen für diese Schnitzer, lassen sie sich einfacher vermeiden.

Erstens: Ablenkung

Die Videokonferenz ist gerade uninteressant. Also wird die Zeit genutzt, um schnell ein paar Mails zu checken und womöglich sogar zu beantworten. Oder es werden wichtige Telefonate während der Autofahrt geführt.

Alles keine guten Ideen. Wenn jemand nicht wirklich bei der Sache ist, passieren Fehler. Und: Eigentlich weiß man doch, dass derartiges Schludern viel mehr Zeit kostet.

Disziplinieren Sie sich und konzentrieren Sie sich auf die eine Aufgabe, an der Sie gerade arbeiten. Nutzen Sie uninteressante Momente, um entspannt durchzuatmen, oder Autofahrten für interessante Podcasts.

Zweitens: Müdigkeit oder Erschöpfung

Gerade Chefs stehen unter Druck. Sie sind wechselnden Anforderungen ausgesetzt, führen viele Gespräche und treffen viele Entscheidungen. Das ist die Aufgabe von Unternehmern und Führungskräften. Trotzdem kommt es vor, dass man in Stresssituationen einen Kollegen anraunzt, zu kurz angebunden ist oder das Angebot nicht zu Ende gedacht ist.

Wenn Sie merken, dass Sie müde und erschöpft sind, dann machen Sie eine Pause. Holen Sie sich einen Kaffee, gehen Sie zu Ihren Mitarbeitern und führen Sie einen Smalltalk über die Fußball-WM, das Wetter oder das vergangene Wochenende.

Wenn Sie nicht darum herumkommen, eine wichtige Aufgabe zu erledigen, lassen Sie einen erfahrenen Mitarbeiter gegenlesen mit dem Hinweis, dass Sie gerade nicht in Bestform sind.

Drittens: Kommunikation

Die meisten Fehler passieren, weil Menschen sich nicht richtig verstehen. Sie reden aneinander vorbei, drücken sich zu komplex aus oder vergessen, wichtige Informationen zu teilen. Beispiel: Am Ende eines Gesprächs werden die Folgen (To-dos) nicht festgelegt: Wer hat was bis wann zu tun? Der eine verlässt sich auf den anderen.

Sprechen Sie vor dem Gesprächsende klar ab, wo Sie gemeinsam gelandet sind und wer jetzt was zu tun hat, gleich ob Einzelgespräch oder Meeting mit mehreren. Wenn Sie als Chef etwas delegieren, lassen Sie den Mitarbeiter den Arbeitsauftrag wiederholen. Das kann oberlehrerhaft wirken. Aber Sie können freundlich darum bitten mit dem Hinweis, dass Ihr Mitarbeiter hinteher keine Mehrarbeit hat, was frustrierend sein kann.

Viertens: falsche Einschätzung

Manchmal beurteilt man eine Situation falsch, etwa weil man über mögliche Konsequenzen zu wenig nachgedacht hat. Meist geschieht das in Stresssituationen. Vielleicht fehlt aber auch einfach in bestimmten Momenten das richtige Händchen.

Machen Sie sich bewusst, dass Sie nicht alles im Griff haben können. Menschen sehen oft nur das, was sie sehen wollen. Ist eine Aufgabe sehr komplex, dann holen Sie sich Unterstützung bei Ihren Mitarbeitern, die einen neuen oder anderen Blick auf die Sache werfen.

Wenn Sie sich in sehr persönlichen Situationen hölzern verhalten, dann übertragen Sie etwa Geburtstagsansprachen Mitarbeitern, die solche Aufgaben geschmeidiger erledigen können. Sie selbst sind aus der Nummer raus und der Mitarbeiter bekommt Wertschätzung von Ihnen.

Jens Gieseler

Der Autor ist freier Kommunikationsberater und Journalist.

Wie beurteilen Sie diesen Artikel?
Artikel-Werkzeuge für Sie
Diese Seite empfehlen
Schlagwörter zu diesem Artikel
Weitere Artikel der Ausgabe vom 29.6.2026
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren