Diese Vorstände deutscher Versicherer erhielten 2025 die höchste Vergütung

5.10.2026 – Allianz-Chef Oliver Bäte erzielte laut einer Auswertung von Schuckart Consulting im Jahr 2025 mit 11,61 Millionen Euro die höchste Gesamtvergütung der Vorstände deutscher Assekuranzen. Dahinter folgen Dr. Joachim Wenning, der damalige Vorstandschef der Munich Re, und Allianz-Vorstand Dr. Günther Thallinger. Unter den höchstvergüteten Vorstandsmitgliedern finden sich neben Allianz-Vorständen vor allem Führungskräfte der Rückversicherer.

Die Personalberatung Schuckart Consulting GmbH hat ihren „Gehaltsreport Versicherungen 2025/2026“ vorgelegt. Erstellt wurde er von Geschäftsführer Denny Schuckart und Johannes Nickisch, Senior Managing Consultant des Unternehmens. Der Report gibt einen Überblick über den Arbeits- und Gehaltsmarkt der Versicherungswirtschaft, mit Schwerpunkt auf der Industrieversicherung.

Die Auswertung zeigt, dass die Gehälter nicht nur nach Ausbildung, Berufserfahrung und Tätigkeit variieren. Auch bei vergleichbarer Qualifikation und ähnlichen Aufgaben können die Vergütungen deutlich auseinanderliegen (VersicherungsJournal 1.10.2026).

Die Gehaltsdaten basieren auf eigenen Markterfahrungen von Schuckart Consulting. Das Unternehmen, spezialisiert auf Fach- und Führungspositionen in der Versicherungswirtschaft, wertet Mandate, Verhandlungen und Gespräche mit mehreren hundert Kandidaten und Kunden aus, die zwischen September 2025 und September 2026 stattgefunden haben.

Studie nennt die bestvergüteten Vorstände

Der Report weist auch die höchsten Vorstandsvergütungen deutscher Versicherer aus. Aufgeführt ist jeweils die „gewährte und geschuldete Gesamtvergütung“ nach § 162 AktG für das Geschäftsjahr 2025. Sie umfasst fixe und variable Bestandteile.

Bei der Allianz SE ist zusätzlich der Pensionsaufwand enthalten, bei der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG in München der Mehrjahresbonus.

Nickisch weist darauf hin, dass die Tabelle auf börsennotierte Versicherer beschränkt ist: „Es sind die Spitzenverdiener unter den börsennotierten deutschen Versicherern, also unter den Häusern mit Offenlegungspflicht. Nicht enthalten sind Vorstände nicht börsennotierter Häuser, Inhaber großer Maklerhäuser sowie die Konzernmütter der internationalen Makler.“

Oliver Bäte erzielt höchste Gesamtvergütung

Oliver Bäte (Bild: Allianz)
Oliver Bäte (Bild: Allianz)

Die höchste Gesamtvergütung erzielte demnach im abgelaufenen Geschäftsjahr Oliver Bäte, Vorstandsvorsitzender der Allianz SE. Der Geschäftsbericht weist für ihn eine Gesamtvergütung von rund 11,61 Millionen Euro aus.

Dahinter folgt Dr. Joachim Wenning, ehemaliger Vorsitzender des Vorstands der Münchener Rück, der im Geschäftsjahr 2025 mit 7,09 Millionen Euro vergütet wurde.

Aus persönlichen Gründen hatte sich Wenning zum Jahreswechsel in den Ruhestand verabschiedet und die Geschäfte des größten deutschen Rückversicherers an Dr. Christoph Jurecka übergeben (6.1.2026).

Plätze drei bis sechs gehen an die Allianz

Die Topverdiener auf den Plätzen drei bis fünf stammen wieder von der Allianz. 6,24 Millionen Euro beträgt die ausgewiesene Gesamtvergütung von Dr. Günther Thallinger, der bei der Holding von Deutschlands größtem Versicherer die Bereiche Investment und Sustainability verantwortet. Auch er wird zum Jahresende den Vorstand der Allianz verlassen (24.7.2026).

Auf Platz vier folgt Renate Wagner mit einer ausgewiesenen Gesamtvergütung von 6,23 Millionen Euro. Die 52-Jährige ist derzeit im Vorstand der Allianz SE für die Region Asien-Pazifik einschließlich Indien sowie für „People & Culture“ und „Mergers & Acquisitions“ verantwortlich.

Dahinter folgt Dr. Klaus-Peter Röhler mit einer Gesamtvergütung von 5,41 Millionen Euro. Der 61-Jährige ist Mitglied des Vorstands der Allianz SE und dort für das Versicherungsgeschäft in den deutschsprachigen Ländern, Zentral- und Osteuropa sowie Global P&C verantwortlich. Zugleich ist er Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland AG.

Auch Röhler scheidet nach Unternehmensangaben zum Jahresende nach Erreichen der Altersgrenze planmäßig aus dem Vorstand der Allianz SE aus (13.3.2026).

Neben der Allianz dominieren Rückversicherer

Auf den Plätzen sechs und sieben folgen zwei weitere Vorstände der Munich Re: Christoph Jurecka, damals noch Finanzvorstand des Rückversicherers, kommt auf eine ausgewiesene Gesamtvergütung von 4,94 Millionen Euro.

Auf Platz sieben folgt Dr. Achim Kassow mit einer Gesamtvergütung von 4,31 Millionen Euro. Der 60-Jährige war 2025 Arbeitsdirektor der Munich Re und unter anderem für die Regionen Asien-Pazifik und Afrika sowie das Personalressort verantwortlich. Zum Jahresbeginn 2026 wechselte er in die neu geschaffene Funktion des Chief Transformation Officers.

Die achthöchste Vergütung erzielte Torsten Leue, CEO der Talanx AG, mit 3,62 Millionen Euro. Bei Talanx bezieht sich die Angabe allerdings auf das Geschäftsjahr 2024, da der Vergütungsbericht für 2025 zum Redaktionsschluss noch nicht öffentlich vorlag.

Auf Platz neun folgt schließlich Clemens Jungsthöfel von der Hannover Rück SE mit einer ausgewiesenen Gesamtvergütung von 1,89 Millionen Euro. Er war bis Ende März 2025 Finanzvorstand des Rückversicherers und übernahm zum 1. April den Vorstandsvorsitz.

Gesamtvergütung ist nicht gleich Zielvergütung

Für die Einordnung der Zahlen ist allerdings zu beachten, dass die Versicherer ihre Vergütung teilweise unterschiedlich ausweisen, wie Nickisch berichtet. Die Werte sind deshalb nicht ohne Weiteres bis auf die Nachkommastelle miteinander vergleichbar. Zudem sei die gewährte und geschuldete Gesamtvergütung nicht mit der Zielvergütung gleichzusetzen.

Um die Vergütungsmodelle besser einordnen zu können, weist der Report zusätzlich die Zielvergütung und die jeweiligen Maximalgrenzen aus.

Kurzfristige und langfristige Vergütung

Die Zielvergütung beschreibt, welche Gesamtvergütung ein Vorstandsmitglied bei einer Zielerreichung von 100 Prozent erhalten soll. In der Praxis kann die tatsächliche Vergütung davon abweichen. Ein Grund dafür sind die variablen Vergütungsbestandteile:

  • Der Jahresbonus (Short Term Incentive): Diese kurzfristige Komponente hängt von der Zielerreichung im jeweiligen Geschäftsjahr ab. Werden die vereinbarten Ziele übertroffen, kann der Bonus über dem Zielwert liegen. Bei der Allianz lag Bätes Jahresbonus beispielsweise bei 150 Prozent des Zielwerts.
  • Die langfristige Aktienkomponente (Long-Term-Incentive): Vorstände erhalten dabei virtuelle Aktien, deren Wert an die Entwicklung der Aktie gekoppelt ist. Nach einer mehrjährigen Sperrfrist wird die Vergütung ausgezahlt. Steigt der Aktienkurs, kann dadurch auch der Wert der langfristigen Vergütung steigen; bei einer schlechteren Entwicklung fällt die Auszahlung entsprechend geringer aus.

„Zwischen Bereichsleitung und Vorstand liegt in großen Häusern ein Faktor von drei bis fünf. Wer diesen Sprung anstrebt, verhandelt nicht über das Fixgehalt, sondern über den Zugang zum LTI-Programm, der mehrjährigen Vergütungskomponente (Long Term Incentive)“, schreiben Schuckart und Nickisch hierzu im Gehaltsreport anhand der eigenen Erfahrungen als Personalberater.

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