Maklernachfolge vorbereiten: je früher, desto besser

28.5.2026 – Jörg Will und Jörg Enders, die vierte Generation des Maklerhauses Hagen & Kruse, begann bereits im Jahr 2015, sich mit dem Thema „Maklernachfolge“ auseinander zu setzen. Die beiden sind überzeugt: Der richtige Zeitpunkt kommt eigentlich nie. Deshalb ihre Empfehlungen an Kollegen: Beginnen sie früher, als es sich notwendig anfühlt. Stellen Sie sich die richtigen Fragen. Denken Sie zunächst strategisch und nicht personell.

Das wollten Jörg Will (Jahrgang 1963) und Jörg Enders (Jahrgang 1966) auf keinen Fall: Ihr Maklerhaus untergehen sehen. „Wir wollten und wollen inhabergeführt und eigenständig bleiben“, so ihr übereinstimmendes Credo. Deshalb begannen sie frühzeitig, sich mit dem Thema zu beschäftigen: „Wir haben bereits im Jahr 2015 begonnen. Genau das hat unsere Unabhängigkeit gesichert.“

Versicherungsmakler in vierter Generation

Jörg Will (Bild: Hagen & Kruse)
Jörg Will (Bild: Hagen & Kruse)

Jörg Will und Jörg Enders repräsentieren als geschäftsführende Gesellschafter die vierte Generation der Hagen & Kruse GmbH & Co. KG (VersicherungsJournal 18.5.2026). Im Jahr 1901 von Heinrich Hagen als „Hagen Assekuranz-Makler“ in Hamburg gegründet, wurde im Jahr 1921, mit Eintritt des befreundeten Wilhelm Kruse, die Firma in „Hagen & Kruse“ umbenannt. Partnerschaftliches Miteinander zeichnete das Unternehmen damals schon aus.

Auch in der zweiten Generation teilten sich zwei geschäftsführende Gesellschafter die Verantwortung für das wachsende Maklerhaus. Ihr Vorbild überzeugte. Die Söhne der ehemaligen Inhaber übernahmen nach zehnjähriger Bewährungszeit als dritte Generation. Nach 40 Jahren gingen beide Anfang der 2000er Jahre in den Ruhestand. Das Team Will/Enders folgte als vierte Generation nach.

„Für uns war früh klar: Wenn wir die Firma in die fünfte Generation führen möchten – inhabergeführt und unabhängig –, dürfen wir nicht auf den richtigen Zeitpunkt warten. Denn der kommt fast nie“, berichtet Jörg Will. Jörg Enders ergänzt: „Wir hatten keinen Druck. So konnten wir in Ruhe darüber nachdenken, wie unser Unternehmen in Zukunft aussehen soll; wie wir es übergeben möchten.“

Maklernachfolge beginnt nicht mit Personen, sondern mit Klarheit

Jörg Enders (Bild: Hagen & Kruse)
Jörg Enders (Bild: Hagen & Kruse)

Beiden ist bewusst, dass viele Kollegen andere Wege wählen. Sie verkaufen an andere Maklerhäuser oder auch an Pools. „Vielleicht bleibt das Unternehmen bestehen, zumindest dem Namen nach. Doch meist werden Entscheidungen und bestimmte Aufgaben zentralisiert. Die Unternehmenskultur, meist auch die Art der Kundenbetreuung, verändert sich. Das ist legitim, aber nichts für uns.“

„Rückblickend war einer unserer wichtigsten Schritte, dass wir Nachfolge nicht zuerst personell, sondern strategisch gedacht haben“, erzählt Will. „Zentral ist nicht die Frage ‚Wer übernimmt wann?’, sondern, ‚Was genau soll eigentlich übergeben werden?’“ (VersicherungsJournal 16.4.2026).

Beide waren sich einig. Sie wollten ein Unternehmen, das weiß, wofür es steht, wohin es will und nach welchen Kriterien entschieden wird. „Viele Unternehmer führen ihr Unternehmen operativ gut. Doch wenn es nur noch aus Gewohnheit ohne Zukunftsbild funktioniert, wird das spätestens bei der Nachfolge zum Problem.“

Deshalb sollte sich jeder Unternehmer frühzeitig fragen:

  • Wie wollen wir arbeiten?
  • Wie wollen wir führen?
  • Welche Kunden möchten wir betreuen?
  • Welche Kultur möchten wir erhalten?
  • Was muss sich verändern, damit wir auch morgen noch relevant sind?

Der Rat an die Kollegen: Sich früh genug auf den Weg machen

Will und Enders leiten aus ihren Erfahrungen eine einzige Empfehlung für die Nachfolgeplanung ab: Beginnen Sie früher, als es sich notwendig anfühlt.

Sich dabei in regelmäßigen Abständen vom Tagesgeschäft zu befreien, sich geschäftlich wie privat zu fragen nach dem Woher und dem Wohin, bringt die wirklich wichtigen Dinge ans Licht.

Oder wie es die beiden Chefs sagen: „Der Start vor elf Jahren war goldrichtig. Nicht, weil wir damals bereits alle Antworten hatten. Sondern weil wir uns früh genug auf den Weg gemacht haben, die richtigen Fragen zu stellen. Dann finden sich auch die richtigen Lösungen.“

Lesetipp: „Nachfolgeplanung im Vermittlerbüro“
Cover Dossier (Bild: VersicherungsJournal)

Das Dossier „Nachfolgeplanung im Vermittlerbüro – Faktoren und Empfehlungen für einen erfolgreichen Übergang in den Ruhestand“ liefert wissenswerte Fakten und Zahlen rund um den Unternehmensverkauf, Empfehlungen von Experten wie auch Erfahrungen von Versicherungsvermittlern.

Des Weiteren werden Fragen der Rechtsform sowie die Unterschiede zwischen einer Betriebs- oder Bestandsabgabe geklärt. Die Autorin Eva-Bettina Ullrich stellt im Dossier zudem die Möglichkeiten von Bestandsbewertungs-Tools vor. Auch das Modell der Maklerrente und deren Nachberechnung werden betrachtet und von Branchenexperten für die Maklernachfolge eingeordnet.

Weitere Informationen und eine Bestellmöglichkeit finden sich unter diesem Link. Die Publikation steht Premium-Abonnenten des VersicherungsJournals zur persönlichen Nutzung kostenlos zur Verfügung.

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