So viel verdienen Versicherungsmitarbeiter

1.4.2026 – Vollzeitbeschäftigte in der Versicherungsbranche haben im Jahr 2025 nach Destatis-Zahlen einen durchschnittlichen Jahresverdienst von brutto fast 70.000 Euro (ohne Sonderzahlungen) bezogen. Damit haben sie in etwa ein Fünftel mehr verdient als die Gesamtwirtschaft (58.000 Euro). Im Vergleich mit ausgewählten anderen Branchen liegt der Verdienst der Assekuranzangestellten auf relativ hohem Niveau.

2025 hat ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer im Schnitt (arithmetisches Mittel) einen Bruttojahresverdienst (ohne Sonderzahlungen) in Höhe von 58.215 Euro erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um 3,4 Prozent. Inklusive Sonderzahlungen waren es den amtlichen Angaben zufolge 64.441 Euro (plus 3,5 Prozent).

Dies zeigen aktuell vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichte Zahlen. Bei den genannten Werten handelt es sich um den Durchschnitt der vier Anforderungsniveaus Experte, Spezialist, Fachkraft und Helfer.

Bruttoverdienst und Sonderzahlungen

Bruttoverdienst:

Unter Bruttoverdienst wird der regelmäßig gezahlte steuerpflichtige Arbeitslohn gemäß den Lohnsteuerrichtlinien verstanden. Nicht hierzu zählen sonstige Bezüge (= Sonderzahlungen), steuerfreie Zuschläge für Schicht-, Samstags-, Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit, Essenszuschüsse sowie steuerfreie Beiträge des Arbeitgebers für seine Arbeitnehmer im Rahmen der Entgeltumwandlung.

Sonderzahlungen:

Sonderzahlungen entsprechen laut Destatis den „sonstigen Bezügen“ gemäß den Lohnsteuerrichtlinien – also etwa unregelmäßigen, nicht jeden Monat geleisteten Zahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Leistungsprämien, Abfindungen, Gewinnbeteiligungen und Prämien für Verbesserungsvorschläge et cetera.

Assekuranz fast 20 Prozent über dem Durchschnitt

Vollzeitbeschäftigte im Wirtschaftsabschnitt „Versicherungen“ (WKZ08-651) verdienten im vergangenen Jahr mit durchschnittlich 69.856 Euro (ohne Sonderzahlungen) annähernd ein Fünftel mehr als der Bundesschnitt.

Auch im Vergleich mit ausgewählten anderen Wirtschaftszweigen steht die Assekuranz gut da. Im Dienstleistungsbereich insgesamt liegt der Durchschnittswert um rund 11.200 Euro niedriger, in der Sozialversicherung immerhin noch um etwa 8.400 Euro niedriger.

Im Bereich Rechts- und Steuerberatung sowie Wirtschaftsprüfung wird jährlich im Schnitt circa 4.600 Euro weniger verdient als in der privaten Versicherungswirtschaft. Im Segment Information und Kommunikation liegt der durchschnittliche Verdienst pro Jahr hingegen um etwa 4.200 Euro höher. Bankmitarbeiter lagen 2025 sogar fast 6.200 Euro vor der Assekuranz

Durchschnittliche Verdienste insg. (Bild: Wichert)

Verdienst bei Männern deutlich über demjenigen der Frauen

Für männliche Vollzeitbeschäftigte wird ein durchschnittlicher Verdienst von 60.551 Euro ausgewiesen (plus 3,2 Prozent). Für Frauen wird ein Bruttojahresverdienst von 53.218 aufgeführt (jeweils ohne Sonderzahlungen).

Wie in der Gesamtwirtschaft liegt auch bei den Versicherungsmitarbeitern der Verdienst bei Männern mit 74.632 Euro deutlich über demjenigen der Frauen. Für Letztere wird in der Statistik ein Wert von 62.715 Euro ausgewiesen.

Assekuranz-Mitarbeiterinnen nur knapp hinter Bankerinnen

Die männlichen Versicherungsmitarbeiter hatten 2025 wie in der geschlechterübergreifenden Betrachtung einen Verdienstrückstand zu den Bankern. Dieser fiel mit fast 8.900 Euro allerdings deutlich größer aus als insgesamt. Andersherum liegen Bankerinnen allerdings nur etwa 1.700 Euro vor den weiblichen Assekuranzbeschäftigten.

Der Abstand bei den Männern zwischen Versicherungsangestellten und dem Bereich Sozialversicherung ist mit circa 8.600 Euro nur unwesentlich größer als insgesamt. Bei den Frauen liegen Beschäftigte in der Sozialversicherung nur rund 4.700 Euro hinter der privaten Assekuranz zurück.

Der Abstand zugunsten der weiblichen Vollzeitbeschäftigten der Informations- und Kommunikationsbranche fällt mit 1.800 Euro um etwa ein Drittel kleiner aus bei den männlichen Pendants.

Im Abschnitt Rechts- und Steuerberatung sowie Wirtschaftsprüfung liegen die Assekuranzmitarbeiterinnen sogar um weit über 9.000 Euro vor den Kolleginnen. Bei den Herren liegt der Bereich Versicherungen hingegen fast 10.000 Euro zurück.

Auswahl männlich/weiblich (Bild: Wichert)

Hinweise zur Interpretation der Daten

Destatis weist explizit darauf hin, dass das individuelle Gehalt vom Durchschnittsgehalt meist abweicht und von sehr vielen Faktoren abhängig ist. „Dazu gehören sowohl Geschlecht, Alter und Bildungsabschluss, aber auch arbeitsplatzbezogene Merkmale wie Anforderungsniveau des Arbeitsplatzes, Beruf oder Beschäftigungsumfang.

Ferner können sich Branche, Unternehmensgröße und Tarifbindung, also unternehmensbezogene Merkmale, auf das Gehalt auswirken. Nur ein Drittel der Beschäftigten verdient mehr als das Durchschnittsgehalt“, erläutern die Statistiker.

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