8.6.2026 – Die Geschäftsführer des Maklerhauses Hagen & Kruse haben über zehn Jahre ihren Ausstieg vorbereitet. Dazu entwickelten sie ein Erfolgsbild, in dem es neben Wachstum und Marktposition um weitere wichtige Themen ging. So haben sie aus dem eigenen Lernprozess die Lehre gezogen, die Mitarbeitenden mitzunehmen sowie für die vorgesehenen Nachfolgenden individuelle Masterpläne zu erarbeiten und konsequent umzusetzen.
Jörg Will (Jahrgang 1963) und Jörg Enders (Jahrgang 1966) haben ihren beruflichen Ausstieg langfristig vorbereitet (VersicherungsJournal 27.5.2026). Da das Maklerhaus Hagen & Kruse GmbH & Co. KG eigenständig bleiben sollte, begannen sie bereits vor über zehn Jahren, es noch konsequenter aufzustellen.
Frühzeitig unternehmerische Entscheidungen treffen
In ihrem Erfolgsbild stand nicht nur etwas zu Wachstum und Marktposition. „Uns ging es ebenso um Spezialisierung, Teamkultur, Digitalisierung, Kundenorientierung und die sichere Führung in die fünfte Generation“, erklären die Geschäftsführer übereinstimmend zu ihrer Maklernachfolge.
Aus ihrem eigenen Lernprozess haben sie die Lehre gezogen: auf der Grundlage eines Zukunftsbildes frühzeitig Entscheidungen treffen. Dazu gehören:
- In personelle Verstärkung investieren, auch wenn keine Vakanzen bestehen.
- Sich klar auf die relevanten Zielsegmente und Zielgruppen spezialisieren.
- Die internen Abläufe modernisieren.
- Die nächste Führungsgeneration möglichst einige Jahre im Voraus auswählen und vorbereiten.
„Nicht vergessen: Die Mitarbeitenden mitnehmen“, empfiehlt Jörg Will. „Im Frühjahr dieses Jahres haben wir zwei Tage gemeinsam mit den beiden Nachfolgerinnen erörtert: Was haben wir in den vergangenen Jahren erreicht? Welche Entscheidungen waren richtig? Was wollen wir eigentlich in die Zukunft tragen? Mitarbeitende merken sehr schnell, ob Zukunft nur behauptet oder gestaltet wird.“
Die fünfte Generation des Versicherungsmaklers ist weiblich

- Pia Sophie Schmidt und Alexandra Bielecki
(Bild: Hagen & Kruse)
„Generation“ bezeichnet bei Hagen & Kruse keine Familiennachfolge, sondern vielmehr die Anzahl der mit der Geschäftsleitung beauftragten Generationen. Im Jahr 2028 wird Alexandra Bielecki in fünfter Generation Jörg Will als Gesellschafter-Geschäftsführerin nachfolgen, Anfang 2031 Pia Sophie Schmidt dann Jörg Enders (18.5.2026).
Alexandra Bielecki startete am 1. Januar 2018 bei Hagen & Kruse als Assistentin der Geschäftsleitung. Diese Position war extra neu geschaffen worden mit der Perspektive, den Stelleninhaber systematisch weiterzuentwickeln. Mit dem Ziel, in die Geschäftsleitung aufzusteigen, wurde gemeinsam ein „Masterplan“ für die Einarbeitung erstellt und konsequent umgesetzt.
Pia Sophie Schmidt hatte sich eigentlich „nur“ für den Innendienst beworben. „Nach kurzer Zeit erkannten wir ihr Potenzial und haben auch mit ihr einen entsprechenden Masterplan erarbeitet“, erinnert sich Jörg Enders. „Gemeinsam wurde mit beiden Damen nach jeweils zwei Jahren Unternehmenszugehörigkeit die Entscheidung getroffen, dass sie die Nachfolge antreten wollen und werden.“
Die Chemie muss stimmen

- Jörg Enders und Jörg Will (Bild: Hagen & Kruse)
Damit wird Hagen & Kruse auch zukünftig von einer Doppelspitze geführt. „Voraussetzung hierfür war selbstverständlich, dass beide sich sehr gut verstehen und die gleichen Ziele verfolgen. Beide zeichnet zudem eine hohe fachliche und soziale Kompetenz aus“, ergänzt Jörg Will.
„Ein entscheidender Meilenstein war für uns erreicht, als unsere Nachfolgerinnen nicht nur operativ mehr Verantwortung übernahmen, sondern begannen, ihre Ideen für die Zukunft des Unternehmens einzubringen und auszuformulieren. Erst dann beginnt der Übergang wirklich“, so Will.
„Wichtig war für uns außerdem, dass sie von allen Mitarbeitenden – unabhängig vom Lebensalter – akzeptiert und respektiert werden. Dies haben beide durch ihre offene, freundliche und verbindliche Art erreicht. Denn Nachfolge gelingt nur, wenn alle verstehen, dass Entwicklung gewollt, vorbereitet und gemeinsam getragen wird.“
| Das Dossier „Nachfolgeplanung im Vermittlerbüro – Faktoren und Empfehlungen für einen erfolgreichen Übergang in den Ruhestand“ liefert wissenswerte Fakten und Zahlen rund um den Unternehmensverkauf, Empfehlungen von Experten wie auch Erfahrungen von Versicherungsvermittlern. Des Weiteren werden Fragen der Rechtsform sowie die Unterschiede zwischen einer Betriebs- oder Bestandsabgabe geklärt. Die Autorin Eva-Bettina Ullrich stellt im Dossier zudem die Möglichkeiten von Bestandsbewertungs-Tools vor. Auch das Modell der Maklerrente und deren Nachberechnung werden betrachtet und von Branchenexperten für die Maklernachfolge eingeordnet. Weitere Informationen und eine Bestellmöglichkeit finden sich unter diesem Link. Die Publikation steht Premium-Abonnenten des VersicherungsJournals zur persönlichen Nutzung kostenlos zur Verfügung. |





