Die Branche ist mit ihren Provisionsmodellen selbst schuld

28.8.2017 – Es ist weder verwunderlich noch überraschend, dass der Beruf des Versicherungs-Vermittlers kein hohes Ansehen hat. Tatsächlich ist aus meiner Sicht die Branche mit ihren Provisionsmodellen selbst schuld. So lange der Antrieb und die Motivation eines Vermittlers nur der Verkauf sind und die Devise dabei immer wieder heißt „höher, schneller, besser“, werden wir die Branche, unabhängig von einem Kodex oder Ähnliches, in kein anderes Licht rücken.

Einige Jahre konnte ich die Erfahrung im Außendienst sammeln und das Vorgehen von verschiedenen Vermittlern, die ein nicht unerhebliches Einkommen erzielt haben, hat mich doch sehr erschreckt. Insbesondere der beliebte Strukturvertrieb ist der giftige Stachel im Rückenmark der Branche. Ich möchte es nicht pauschal schlechtreden, aber hier ist der Anreiz und/oder die Notwendigkeit deutlich höher, mehr an den eigenen Geldbeutel als an den des Kunden zu denken.

Es ist nun mal schwer einen guten Vermittler zu finden, der in der Lage ist, bedarfsgerecht zu verkaufen, Service zu bieten und davon zu leben. Dazu ein schönes Bild: „Was wäre wenn die Fahrzeuginspektion kostenlos wäre und ein Mechaniker nur für die Reparatur bezahlt werden würde? Auf Ersatzteile bekommt er Provision.” Wir müssen umdenken. Dringend!

Thorsten Hahn

thorsten.hahn.1979@web.de

zum Artikel: „So unbeliebt sind Versicherungsvertreter”.

Artikel-Werkzeuge für Sie
Diese Seite empfehlen
Schlagwörter zu diesem Artikel
Weitere Artikel der Ausgabe vom 28.8.2017
Weitere Leserbriefe