Hauptsächlich KI-generierte Beschwerden

13.10.2026 – Wie auch von den Sozialgerichten berichtet, dürften hinter dem starken Beschwerdeanstieg hauptsächlich KI-generierte Beschwerden stehen. Der Kunde muss bei Unzufriedenheit mit etwa einer Leistungsabwicklung oder Antragsentscheidung nur ein paar Stichworte für die KI eingeben oder gleich das Schreiben des Versicherers einscannen und erhält in ein paar Sekunden eine Antwort, weshalb er im Recht ist, und den Hinweis auf die Ombudsfrau. Und das Angebot, ein Muster für die Beschwede dort zu erhalten.

Auf „Ja“ folgt eine perfekt ausgearbeitete Beschwerde, mit Begründungen, Auszügen und Fundstellen von Rechtskommentaren und Urteilen, die er nur noch unterschreiben, in einen Fensterumschlag stecken und nach Frankierung abschicken muss, oder als E-Mail-Anhang schickt.

Die Schwelle, eine Beschwerde abzuschicken, sinkt enorm gegenüber dem früheren Zustand, wo der Kunde sie noch selbst formulieren musste. Und bei vielen Fällen, wo der Kunde die Begründung des Versicherers schlicht als nachvollziehbar früher akzeptiert hätte, sagt die KI ihm mit ausgefeilten Begründungen, warum der Versicherer im Unrecht sei. Selbst wenn sich darin in weiten Teilen Halluzinationen mit falschen Zitaten und nicht existenten Urteilen befinden, oder diese ganz etwas anderes als behauptet sagen, muss die Beschwerde von der Ombudsfrau aufwendig bearbeitet werden.

Es wäre zu hoffen, dass auch bei den Versicherern, die dazu Stellung nehmen müssen, und bei der Ombudsfrau dann mit KI aufgerüstet wird, um der Beschwerdeflut Herr oder Frau zu werden. Die Antwort der Ombudsfrau wird dann ganz sicher wieder der KI vorgelegt, die dann gleich eine passende Antwort dazu erstellt, mit Entschuldigung für vorangehende Halluzination.

Peter Schramm

info@pkv-gutachter.de

zum Leserbrief: Der massive Anstieg deutet auf grundsätzliche Probleme hin

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