27.5.2026 – Es war schon immer so, dass immer nur die Versicherungsbranche als einzige mit rosaroter Brille in die Zukunft blickt und sich ja nicht zu kritisch zu den aktuellen politischen Entwicklungen äußert. Man muss ja nicht ständig den schwarzen Teufel an die Wand malen, aber ein bisschen mehr Realismus in Form konstruktiver Systemkritik würde auch der ach so seriösen und konservativen Versicherungsbranche nicht schaden.
Wo sparen denn die Leute als Erstes in schlechten Zeiten? Ganz bestimmt nicht am Auto oder am Urlaub. Woher nimmt man also diesen Optimismus? Ist der Branchenaufschwung etwa der Bundesregierung geschuldet, wenn der Merzsche 50-Euro-Turbo Begeisterungswellen in der Bevölkerung auslöst, der im Alter zu Ruhm und Reichtum verhilft?
Sieht die Lebensversicherungswirtschaft damit ein Förderprogramm durch Schwarz-Rot, welches junge Menschen wieder motiviert, die Ausbildung in der Branche zu absolvieren, und damit ein Personalschub ohnegleichen erfolgt, um die 50-Euro-Antragsfluten zu bewältigen?
Wie reagiert man eigentlich auf die angebliche Flexibilisierung der Arbeitszeiten? Findet man es dann auch toll, dass sich Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit 60 Stunden pro Woche totschuften? Wo die Frage schon erlaubt ist, wie man 60 Stunden noch sinnvoll auf die Woche verteilen kann, wenn man acht Stunden Schlaf pro Tag abzieht! Liebe Versicherungsbranche: Brille abnehmen! Rosarote Mutmaßungen haben sich noch nie bewahrheitet.
Heinz Vollmer
zum Artikel: Wie viele Versicherer mit Personalabbau oder Neueinstellungen rechnen




