20.8.2026 – Im vergangenen Jahr wurde erneut ein dreistelliger Millionenbetrag an Alterungsrückstellungen zwischen den privaten Krankenversicherern verschoben. Auf den größten Nettogewinn kam die Hansemerkur, während die Debeka im Saldo die höchsten Abflüsse zu verzeichnen hatte. Dies geht aus einer Analyse der Geschäftsberichte durch die VersicherungsJournal-Redaktion hervor.
Vollversicherte, die den Anbieter wechseln, können seit der Gesundheitsreform 2009 die Alterungsrückstellungen teilweise zum neuen Versicherer mitnehmen, sofern der Vertrag ab dem 1. Januar 2009 abgeschlossen wurde.
Weit über 200 Millionen Euro wurden 2025 übertragen
Im Geschäftsjahr 2022 lag der Geldfluss zwischen den Anbietern der privaten Krankenversicherung (PKV) bei mehr als 120 Millionen Euro (VersicherungsJournal 4.10.2023). 2023 waren es fast 130 Millionen Euro (13.8.2024) und im Jahr darauf fast 160 Millionen Euro (24.7.2025).
2025 erhielten die Gesellschaften in Summe mehr als 213 Millionen Euro von anderen Unternehmen. Dies zeigt eine Auswertung der aktuellen Geschäftsberichte durch das VersicherungsJournal. Zum Redaktionsschluss (19. August) lagen die Jahresberichte von 31 privaten Krankenversicherern vor, die weit über 90 Prozent des Vollversichertenbestandes repräsentieren.
Einige PKV-Anbieter machen im Geschäftsbericht keine Angaben
Die tatsächliche Summe dürfte noch ein Stück weit größer sein. Denn nicht alle Anbieter weisen in ihren Geschäftsberichten (sofern bei Redaktionsschluss veröffentlicht) aus, wie viel Alterungsrückstellungen sie von Wettbewerbern erhalten beziehungsweise an diese abgegeben haben. Hierzu gehören
- die Axa Krankenversicherung AG,
- die Landeskrankenhilfe V.V.a.G. (LKH) und
- die Mecklenburgische Krankenversicherungs-AG.
Für die Axa etwa liegen letztmals ausführliche Daten für das Jahr 2016 vor. Bei den Kölnern standen seinerzeit mehr als fünf Millionen Euro an erhaltenen Alterungsrückstellungen fast 17 Millionen Euro an abgegebenen Rückstellungen gegenüber. Dies ergab einen negativen Saldo von 11,6 Millionen Euro.
Die Ottonova Krankenversicherung AG weist nur die erhaltenen Rückstellungen aus (1,84 Millionen Euro), und die DKV Deutsche Krankenversicherung AG sowie für die Generali Deutschland Krankenversicherung AG nur die Salden. Sie schlüsseln aber nicht nach erhaltenen und abgegebenen Rückstellungen auf.
Die Krankenversicherer mit den höchsten negativen Salden
Für das Geschäftsjahr 2025 gibt die DKV einen negativen Saldo von etwa knapp 13,2 (2024: 21,2) Millionen Euro an. Das entspricht dem dritthöchsten Wert. Die Generali gab 7,5 (6,1) Millionen Euro mehr ab als hinzugekommen sind. Das ist der vierthöchste Betrag.
Der zweithöchste Wert steht mit fast minus 14 Millionen Euro für die Continentale Krankenversicherung AG zu Buche (erhalten: 12,9 Millionen Euro; abgegeben: 26,9 Millionen Euro). Mehr als dreimal so groß war der negative Saldo mit 47,7 Millionen Euro beim Debeka Krankenversicherungsverein a.G. Die Koblenzer erhielten nur knapp 5,7 Millionen Euro, gaben dafür aber den Branchehöchstwert von fast 53,4 Millionen Euro ab.
Negative Salden zwischen sechs und 5,4 Millionen Euro waren bei der Gothaer Krankenversicherung AG (0,7 zu 6,75 Millionen Euro) und bei der Barmenia Krankenversicherung AG (7,8 zu 13,2 Millionen Euro) zu beobachten.
Bis auf die Continentale hatten alle vorgenannten Anbieter auch ein Jahr zuvor mehr Alterungsrückstellungen abgegeben als erhalten. Während sich das Minus bei der Generali leicht erhöhte und bei Barmenia und Gothaer jeweils fast verdoppelte, hat es sich bei der Debeka mehr als verneunfacht. Die DKV konnte hingegen die negative Entwicklung um weit über die Hälfte senken.
Die Anbieter mit den größten Zuflüssen
Den größten Nettozufluss erzielte im vergangenen Jahr ein weiteres Mal die Hansemerkur Krankenversicherung AG. Der Saldo von aktuell rund 62,9 Millionen Euro fiel um über die Hälfte höher aus als vor Jahresfrist. Die Hamburger erhielten über 78 Millionen Euro und gaben nur etwas mehr als 15 Millionen Euro ab.
Ein Nettozuwachs im zweistelligen Millionenbereich wird ansonsten nur noch für die Arag Krankenversicherungs-AG (29,5 Millionen Euro erhalten, 7,5 Millionen Euro abgegeben) aufgeführt.
Auf positive Salden zwischen 7,8 und 2,4 Millionen Euro kamen die Huk-Coburg-Krankenversicherung AG (10,4 zu 2,6 Millionen Euro), die Universa Krankenversicherung a.G. (8,3 zu 2,8 Millionen Euro), die Signal Iduna Krankenversicherung a.G. (14,7 zu 11,7 Millionen Euro) und die Concordia Krankenversicherungs-AG (2,9 zu 0,5 Millionen Euro).
Während die Signal Iduna vor Jahresfrist noch deutlich mehr abgegeben als erhalten hatte, reduzierte sich der positive Saldo bei der Arag leicht. Bei Universa und Concordia fiel der positive Saldo jeweils mehr als dreimal so hoch aus wie im Vorjahr, bei der Huk-Coburg sogar 25 Mal so hoch.






