Das waren 2025 die Wachstumsgewinner in der Lebensversicherung

13.4.2026 – Im vergangenen Jahr bauten nach Daten der Zeitschrift für Versicherungswesen 48 von 65 Lebensversicherern auf dem deutschen Markt ihr Beitragsvolumen aus. Am größten fiel das Plus bei der Hansemerkur aus, die ihren Umsatz fast verdoppelte. Deutliche Steigerungen gelangen auch der Dortmunder und der Mylife.

2025 sammelten die Lebensversicherer – getragen vom weiter gestiegenen Einmalbeitragsgeschäft – mit 99,4 Milliarden Euro über fünf Prozent mehr gebuchte Bruttobeiträge ein als im Jahr zuvor. An dem positiven Trend konnten allerdings längst nicht alle Marktteilnehmer partizipieren. Das zeigt eine Auflistung im aktuellen Heft 4/2026 der Zeitschrift für Versicherungswesen (ZfV).

So buchten angeführt von der BY die Bayerische Vorsorge Lebensversicherung a.G. (minus über 60 Prozent auf unter 133 Millionen Euro) insgesamt 16 der 65 aufgelisteten Akteure weniger Prämie als 2024 (VersicherungsJournal 8.4.2026).

Hansemerkur mit dem stärksten Wachstum

Die verbleibenden drei Viertel bauten ihre Umsätze aus, zehn von ihnen sogar mit zweistelligen Zuwachsraten. Am stärksten wuchs die Hansemerkur Lebensversicherung AG. Sie konnte ihre Einnahmen auf 663 Millionen Euro beinahe verdoppeln (plus fast 87 Prozent).

„Der mittelgroße Lebensversicherer steuert sein Einmalbeitragsgeschäft seit Jahren extrem opportunistisch“, erläutert ZfV-Chefredakteur Dr. Marc Surminski. So hätten die Hanseaten vier Jahre zuvor die „gewaltige“ Summe von 1,1 Milliarden Euro an Einmalbeitrag eingefahren (20.4.2022).

Danach fuhr der Anbieter „das Geschäft im nächsten Jahr dann aber wegen veränderter Ertragsaussichten in einem veränderten Zinsumfeld drastisch auf 188 Millionen Euro zurück. Inzwischen ist die Hansemerkur mit einem Einmalbeitragsvolumen von knapp 500 Millionen Euro wieder in Richtung alte Rekordmarken unterwegs“, so Surminski.

Dortmunder und Mylife mit kräftigen Steigerungen

Um über ein Fünftel wuchs die noch relativ junge (VersicherungsJournal 30.6.2017) und auf Biometrie spezialisierte Dortmunder Lebensversicherung AG (auf fast 46 Millionen Euro), um über ein Viertel die Mylife Lebensversicherung AG (auf 500 Millionen Euro).

Letztere hob in einer Unternehmensmeldung hervor, dass „der strategische Fokus auf versicherungsbasierte Investmentlösungen im Rahmen flexibler, transparenter und kosteneffizienter Netto-Fondspolicen“ erneut für eine deutliche Steigerung beim Neugeschäft, bei den Prämieneinnahmen und beim verwalteten Vermögen gesorgt habe.

Weitere Wachstumsgewinner unter den Lebensversicherern

Um etwas über beziehungsweise unter ein Fünftel legten die Ideal Lebensversicherung a.G. (auf knapp 307 Millionen Euro) und die Ergo Vorsorge Lebensversicherung AG (auf über 1,5 Milliarden Euro) zu.

Die Alte Leipziger Lebensversicherung a.G. baute den Umsatz um ein Siebtel auf fast 3,2 Milliarden Euro aus. Sie berichtete im Februar (PDF, 95 KB) auf vorläufiger Zahlenbasis von einem Neugeschäftsvolumen von über einer Milliarde Euro.

Ausschlaggebend dafür war nach Unternehmensangaben „insbesondere der deutliche zinsbedingte Anstieg der Einmalbeiträge. Noch einmal spürbar besser als bereits im Vorjahr entwickeln sich die laufenden Beiträge. Sie steigen voraussichtlich um rund sieben Prozent und erreichen damit den zweithöchsten Stand der Unternehmensgeschichte.“

Auch R+V, Allianz und SV Sachsen mit zweistelligem Zuwachs

Steigerungsraten von etwa einem Achtel die R+V Lebensversicherung AG (auf knapp 8,2 Milliarden Euro) und die Neue Leben Lebensversicherung AG (auf 772 Millionen Euro).

Ranking (Bild: Wichert)

Der Marktführer Allianz Lebensversicherungs-AG (2.4.2026) wuchs genauso um ein gutes Zehntel (auf 26,7 Milliarden Euro) wie die Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherung AG (SV Sachsen; auf 465 Millionen Euro).

Nachträgliche Ergänzung vom 13. April 2026, 11.40 Uhr:

Die BY die Bayerische Vorsorge Lebensversicherung a.G. teilte nach Veröffentlichung des Artikels mit:

„Die Entwicklung unserer gebuchten Beitragseinnahmen ist maßgeblich durch die Entwicklung der Einmalbeiträge geprägt. Diese wurden im Jahr 2025 planmäßig reduziert, nachdem das Jahr 2024 durch einen Sondereffekt mit außergewöhnlich hohen Einmalbeiträgen geprägt war, auf den wir bereits im vergangenen Jahr hingewiesen haben.

Gleichzeitig wachsen unsere laufenden Beiträge deutlich. Vor diesem Hintergrund ist ein Rückgang des ausgewiesenen Volumens nicht automatisch mit einer schwächeren Geschäftsentwicklung gleichzusetzen.“

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