22.10.2026 – In einer aktuellen Untersuchung beleuchtet DFSI Ratings die Unternehmensqualität von 33 privaten Krankenversicherern. Kein Testkandidat erzielte die Höchstnote „exzellent“ (1,0). Den Vergleich gewann die Allianz mit einer „sehr guten“ Note von 1,1 vor der Barmenia und der Württembergischen (jeweils 1,2). Dahinter folgen fünf weitere „sehr gute“ Akteure. 22 Gesellschaften wurden mit „gut“ bedacht, drei mit „befriedigend“.
Die DFSI Ratings GmbH hat am Donnerstag die Analyse „Unternehmensqualität der Privaten Krankenversicherer 2026/2027“ veröffentlicht. Für die aktuelle Ratingauflage untersuchten die Analysten 33 (Vorjahre: 31; 31; 32; 31; 27) Anbieter der privaten Krankenversicherung (PKV). Dies sind die nach eigenen Angaben „marktrelevanten“ Akteure, die mehr als 90 Prozent der Vollversicherten repräsentierten.
Substanzkraft, Produktqualität und Service wurden bewertet
In die Gesamtbewertung gingen wie bis vor zwei Jahren üblich (VersicherungsJournal 29.10.2024) die Substanzkraft und die Produktqualität mit jeweils 40 Prozent Gewichtung ein. Vor Jahresfrist hatten die Analysten der Substanzkraft mit 50 Prozent eine höhere Gewichtung gegeben, während die Produktqualität nur zu 30 Prozent einfloss (4.11.2025). Dem Service wurde unverändert 20 Prozent Gewichtung beigemessen.
Dabei setzt sich Letzteres den Angaben nach aus den Segmenten Beschwerdestatistik bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) und dem DFSI-Test zum Thema Gesundheitsservices zusammen. Der letztgenannte Prüfpunkt ging zu 70 Prozent in die Teilnote ein, die Bafin-Beschwerden liegen bei 30 Prozent.
Zur Messung der Produktqualität greifen die Analysten nur auf eigene Tests in den Segmenten Voll-, Zusatz- und Pflegeversicherung zurück. Dieser Bewertungsbereich ist unterteilt in die Produktqualität und die Produkttransparenz mit 70 zu 30 Prozent Gewichtung.
Im Segment „Transparenz“ wird den Angaben zufolge „das reine Angebot von Produkten der einzelnen Versicherungsunternehmen bewertet“. Das heißt, an wie vielen Tests der Anbieter teilgenommen hat.
Punktzahlen in eine sechsstufige Bewertungsskala überführt
Die Substanzkraft setzt sich aus weiterhin sechs Kennzahlen zusammen. Dazu gehören
- der Marktanteil mit fünf Prozent Gewichtung,
- die Entwicklung der Vollversichertenzahl mit zehn Prozent,
- die Nettoverzinsung mit 15 Prozent,
- die vor Jahresfrist neu hinzugekommene Solvency-II-Quote (brutto) mit 20 (2025: zehn) Prozent,
- das versicherungstechnische Ergebnis mit unverändert 20 Prozent und
- die Substanzkraftquote mit 30 (2025: 40) Prozent Gewichtung.
Letztere errechnet sich laut DFSI folgendermaßen: Es werden „das doppelte Eigenkapital, die freie Rückstellung für Beitragsrückerstattung (freie RfB) sowie ein Drittel der Bewertungsreserven addiert und anschließend ins Verhältnis zu den versicherungstechnischen Rückstellungen gesetzt. Diese Kennzahl beschreibt, wie solide die Kapitalbasis eines Versicherers im Verhältnis zu seinen Verpflichtungen ist“.
Sechsstufige Bewertungsskala von „exzellent“ bis „mangelhaft“
Für die einzelnen Bewertungsparameter wurden Punkte vergeben, die zu Teilnoten und diese schließlich zur Gesamtnote aggregiert wurden. In einem letzten Schritt wurden die Punktzahlen in eine sechsstufige Bewertungsskala von „exzellent“ bis „mangelhaft“ überführt.
Datenbasis der Studie sind neben der Bafin-Beschwerdestatistik und den DFSI-Produktratings die Jahresabschlüsse und die SFCR-Berichte 2025 der privaten Krankenversicherer. Weitere Details zur Bewertungsmethodik und die Ergebnislisten für die einzelnen Teilbereiche sowie die Gesamtwertung können auf dieser DFSI-Internetseite nachgelesen werden.
Kein Testkandidat ist mehr „exzellent“
Den Spitzenplatz in der Gesamtwertung sicherte sich ein weiteres Mal die Allianz Private Krankenversicherungs-AG. Anders als in den Vorjahren bekam sie aber nicht mehr die Höchstnote „exzellent“, sondern schnitt mit Note 1,1 („sehr gut“) ab.
Aktuell ließ die Allianz alle anderen Testkandidaten auch beim Service mit einer „exzellenten“ Teilnote von 0,7 hinter sich, und das mit knapp 98 von 100 möglichen Punkten. Bei der Produktqualität schaffte das Unternehmen einen „exzellenten“ zweiten Rang (Note: 0,9), in Sachen Substanzkraft allerdings nur eine „gute“ elfte Position (Note: 1,6).
Sieben weitere „sehr gute“ PKV-Anbieter
Zur Gruppe der „sehr guten“ Testkandidaten zählen weiterhin acht Marktteilnehmer. Hierzu gehören neben der Allianz
- die Barmenia Krankenversicherung AG (mit unverändert einer Note von 1,2),
- die Württembergische Krankenversicherung AG (weiterhin 1,2),
- die Signal Iduna Krankenversicherung a.G. (1,3 nach 1,4 vor Jahresfrist),
- die Arag Krankenversicherungs-AG (erneut 1,3),
- die R+V Krankenversicherung AG (1,3 nach 1,2 im Vorjahr),
- die DKV Deutsche Krankenversicherung AG (unverändert 1,4),
- die Hansemerkur Krankenversicherung AG (1,5 nach 1,3 vor im Jahr 2025),
Dabei gewann die Signal Iduna mit hauchdünnem Punktvorsprung vor der Barmenia das Teilrating „Substanzkraft“ (zusammen mit drei weiteren Prüflingen jeweils eine „sehr gute“ 1,1).
Hallesche nicht mehr „sehr gut“
Aus der Riege der insgesamt „sehr guten“ Akteure herausgefallen ist die Hallesche Krankenversicherung. Sie verschlechterte sich von 1,4 auf aktuell nur noch „gute“ 1,7. Damit führt sie zusammen mit dem Debeka Krankenversicherungsverein a.G. das Feld der insgesamt 22 „guten“ Testkandidaten an.
Nur „befriedigend“ schnitten die beiden im Vorjahr noch „guten“ Akteure Huk-Coburg-Krankenversicherung AG (Note: 2,6) und Concordia Krankenversicherungs-AG (Note 2,7) sowie die erstmals bewertete Ottonova Krankenversicherung AG (2,9) ab.





