15.5.2026 – Die Bafin hat 2025 in der Wohngebäudeversicherung 440 Reklamationen abschließend bearbeitet, 32 mehr als im Jahr zuvor. Im Schnitt waren es rund 2,2 pro 100.000 versicherte Risiken. Auf die höchste Beschwerdequote kam die Signal Iduna. Die Marktgrößen schnitten bis auf die Axa besser als der Branchenschnitt ab.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat im vergangenen Jahr 440 Beschwerden über die deutschen Wohngebäudeversicherer abschließend bearbeitet. Dies ist der aktuellen unternehmensindividuellen Beschwerdestatistik der Behörde zu entnehmen, die am Dienstag veröffentlicht wurde.
Dies entspricht einer vergleichsweise leichten Steigerung um ein Dreizehntel beziehungsweise 32 Reklamationen. In der Kfz-Versicherung ist die Steigerung mit fast zwei Dritteln deutlich höher ausgefallen (VersicherungsJournal 12.5.2026).
Allerdings gab es seit 2008 nur dreimal mehr Beanstandungen. Der Höchststand wurde 2009 mit über 520 bearbeiteten Eingaben erreicht (31.5.2010), der Tiefststand im Jahr darauf (6.5.2011).
Insgesamt nur verschwindend geringe Reklamationsquoten
Die Beschwerdequote (Reklamationen in Relation zum Bestand an versicherten Risiken von etwa 19,85 Millionen zum Jahresende 2024) ist damit von 2,1 auf 2,2 Beanstandungen pro 100.000 versicherte Risiken angestiegen. Sie bleibt damit allerdings trotz der deutlichen Zunahme auf verschwindend niedrigem Niveau.
Selbst wenn man noch die rund 2.100 Reklamationen (plus 2,5 Prozent) in der Sparte beim Versicherungsombudsmann e.V. (29.4.2026) hinzurechnet, ändert dies nichts. Denn selbst dann blieben rund 99.987 von 100.000 Kontrakten beschwerdefrei.
Signal Iduna mit der höchsten Beschwerdequote
Insgesamt werden in der Statistik erneut 65 (2023: 55) Wohngebäudeversicherer aufgeführt. Unter den aufgelisteten Gesellschaften mit einem Vertragsbestand von mehr als 70.000 errechnen sich für insgesamt sechs Anbieter Werte von mindestens fünf Reklamationen pro 100.000 versicherte Risiken.
Die höchste Quote steht mit fast neun Beanstandungen pro 100.000 Risiken für die mit einem Bestand von knapp 272.000 in diesem Segment mittelgroße Gesellschaft Signal Iduna Allgemeine Versicherung AG zu Buche. Die Zahl der Beschwerden hat sich von neun im Vorjahr (13.5.2025) auf 24 fast verdreifacht.
Weitere Akteure mit vergleichsweise hohen Quoten
Die zweithöchste Quote errechnet sich mit 7,9 für die Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG (acht Eingaben zu 101.200 Risiken), die dritthöchste für die HDI Versicherung AG mit 7,1 (16 zu 224.000). Beschwerdequoten von jeweils um die sechs ergeben sich für die Gothaer Allgemeine Versicherung AG (27 zu 424.000) und die Alte Leipziger Versicherung AG (acht zu 137.000).
Eine Vier vor dem Komma stand bei der Adler Versicherung AG, der Axa Versicherung AG, der Mecklenburgischen Versicherungsgesellschaft a.G., der Rhion Versicherung AG, der Nürnberger Allgemeinen Versicherungs-AG und der Grundeigentümer-Versicherung VVaG (GEV).
Während sich die Zahl der Beanstandungen bei der Barmenia von vier auf acht verdoppelte, ging es bei der Axa von 49 auf 40 nach unten.
So schlugen sich die größten Wohngebäudeversicherer
Von den zehn größten Anbietern mit mehr als 700.000 versicherten Risiken im Bestand agierten bis auf eine Ausnahme alle besser als der Markt. Dies war die Axa mit einer Quote von 4,6 (40 Eingaben bei 870.300 Risiken).
Leicht unter dem Schnitt lag die Provinzial Versicherung AG (23 Reklamationen bei 1,09 Millionen Risiken). Für die Allianz Versicherungs-AG ergibt sich eine Beschwerdequote von 1,8 (42 zu 2,27 Millionen), für den LVM Landwirtschaftlichen Versicherungsverein Münster a.G. eine Quote von 1,6 (13 zu 804.400).
Quoten zwischen 1,5 und knapp 1,1 errechnen sich für Bayerischer Versicherungsverband Versicherungs-AG (13 zu 881.400), die SV Sparkassenversicherung Gebäudeversicherung AG (19 zu 1,3 Millionen), die R+V Allgemeine Versicherung AG (15 zu 1,07 Millionen), die Generali Deutschland Versicherung AG (neun zu 702.000) und die Huk-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands a.G. in Coburg (acht zu 752.100).
Eine Null vor dem Komma stand nur bei der Bayerischen Landesbrandversicherung AG. Bei ihr kamen auf knapp 1,23 Millionen versicherte Risiken drei Beanstandungen.
Eine auffällige Veränderung war nur bei der Generali zu beobachten. Bei ihr reduzierte sich die Zahl der Eingaben von 22 auf neun, wodurch sich die Beschwerdequote mehr als halbierte.
Nachteil für wachstumsstarke Versicherer
Seit etwa einem Vierteljahrhundert veröffentlicht die Bafin jährlich eine nach Versicherungsunternehmen und -zweigen aufgeschlüsselte Beschwerdestatistik. Diese stellt den Angaben zufolge eine Momentaufnahme dar, die durch verschiedene Ereignisse beeinflusst sein kann. Versicherer ohne Beschwerden werden beispielsweise gar nicht aufgeführt.
Die Zahlen sollen „einen Indikator über Qualität und Größe des Versicherungsgeschäfts“ vermitteln, so die Aufsicht. Die Behörde weist jedoch auf die begrenzte Aussagekraft der Statistik über die Qualität einzelner Unternehmen hin. Denn eine Aussage darüber, ob die bearbeiteten Beschwerden begründet gewesen sind oder nicht, geben die Daten nicht her.
Zudem werde die im Laufe eines Jahres abschließend von der Bafin bearbeitete Beschwerdezahl in Relation zu den versicherten Risiken zum Vorjahresende gesetzt. „Stark expandierende Versicherer […] werden durch die Nennung der Bestandszahlen benachteiligt, weil sich der im Laufe des Jahres erhöhte Bestand, aus dem sich die Beschwerden ergeben, nicht in der Statistik wiederfindet“, so die Begründung.







