2.7.2026 – Eine Übersicht über die Finanzkraft der 50 deutschen größten Schaden-/Unfallversicherer wurde im Map-Report 944 veröffentlicht. Acht Gesellschaften nutzten Hilfsmaßnahmen, kamen aber auch ohne diese auf Netto-SCR-Quoten von weit über 100 Prozent. Bei 13 Anbietern ist die Nettoquote gesunken. Bei 37 Unternehmen hat sie sich erhöht. Die höchste Netto-Quote von 474,5 Prozent wird für die Württembergische Gemeindeversicherung ausgewiesen.
Die deutschen Versicherer mussten ihre per Ende 2025 festgestellte Finanzstärke in SFCR-Berichten darlegen und diese (als Solo-Unternehmen) bis zum 8. April 2026 auf ihren Internetseiten veröffentlicht haben.
Verbesserung in Leben und Komposit, Verminderung in Kranken
Wie aus dem Map-Report Nummer 944 – „Solvabilität im Vergleich 2016 bis 2025“ hervorgeht, stieg in der Lebensversicherung die Netto-SCR-Quote (also ohne die erlaubten Hilfen) von 308,6 auf 379,5 Prozent. In der privaten Krankenversicherung (PKV) war hingegen eine leichte Verminderung (von 483,0 auf 480,2 Prozent) zu beobachten.
Datenbasis des aktuellen Map-Reports sind die SFCR-Berichte von 74 Lebens-, 36 privaten Kranken- und den 50 größten Schaden-/Unfallversicherern. Bei Letzteren stieg der Durchschnittswert minimal von 247,7 auf 248,8 Prozent an.
Die Anbieter mit den höchsten Netto-SCR-Quoten
Auf Ebene der einzelnen Kompositversicherer streuten die Quoten allerdings gewaltig. Den höchsten Wert erreichte die Württembergische Gemeinde-Versicherung a.G. mit 474,5 Prozent.
Über der Marke von 400 Prozent lagen ansonsten nur noch die Huk-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands a.G. in Coburg, der DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Sach- und HUK-Versicherungsverein a.G. und die Ergo Versicherung AG.
Auf 324 bis knapp 302 Prozent kamen die Mecklenburgische Versicherungsgesellschaft a.G. der LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G., die BGV-Versicherung AG sowie die Itzehoer Versicherung/Brandgilde von 1691 VVaG.
Barmenia mit der niedrigsten Quote
Die niedrigste Netto-SCR-Quote wird für die Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG mit 123,5 Prozent ausgewiesen. Etwas höher lag der Wert mit 128,7 Prozent bei der Rhion Versicherung AG.
Auf Quoten zwischen 1520 und 158 Prozent kamen die Verti Versicherung AG, die Nürnberger Allgemeine Versicherungs-AG, die Mannheimer Versicherung AG, die Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG und die ADAC Autoversicherung AG.
Die Versicherer mit den größten Veränderungen
Im Vergleich zum Vorjahr gelang 37 Akteuren eine Verbesserung der Netto-SCR-Quote. Dabei legte die Kravag Allgemeine Versicherungs-AG mit fast 100 Prozentpunkten (auf 241 Prozent) am stärksten zu.
Um 83 bis 42 Punkte steigerten sich die BGV, die Cosmos Versicherung AG (auf 253 Prozent), die Axa Versicherung AG (auf gut 206 Prozent), die Allianz Direct Versicherungs-AG (auf 188 Prozent) sowie die Mannheimer.
Die übrigen 13 Akteure verschlechterten sich, angeführt von der Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG, Direktion für Deutschland (auf unter 187 Prozent).
Vergleichsweise hohe Verminderungen zwischen knapp 26 und über zehn Punkten gab es bei der Barmenia, der Volkswagen Autoversicherung AG (auf 182 Prozent), der Huk24 AG (auf unter 177 Prozent) sowie bei der Huk-Coburg-Allgemeinen Versicherung AG (auf 205 Prozent).
Fast alle Kompositversicherer verwendeten die Standardformeln
Wie aus dem Datenmaterial weiter hervorgeht, verwendeten fast alle Kompositversicherer die Standardformeln. Nur die Allianz, die Axa, die Cosmos, die Dialog Versicherung AG, die Ergo und die Generali Deutschland Versicherung AG griffen auf vollständig interne Modelle zurück.
Mit der Allianz, Axa, Cosmos, Dialog, Generali, Gothaer Allgemeine Versicherung AG, dem HDI und der Roland Rechtsschutz nutzten acht Anbieter die Volatilitätsanpassung. Weitere Hilfen wurden nicht in Anspruch genommen.
Der 122-seitige Map-Report Nummer 944 – „Solvabilität im Vergleich 2016 bis 2025“ ist bei der Franke und Bornberg GmbH erschienen. Er enthält neben Übersichten zu den Bedeckungsquoten von 74 Lebens- (7.5.2026, 1.6.2026) und 36 privaten Krankenversicherern (11.5.2026, 11.6.2026) auch Übersichten zu den Beitragseinnahmen (18.5.2026, 4.6.2026).
Erstmals aufgelistet werden auch Daten von Schaden-/Unfallversicherern – und zwar der 50 nach verdienten Bruttobeiträgen größten Marktakteure. Das Heft kann als E-Paper ab brutto 589,05 Euro über die Bestellseite von Franke und Bornberg erworben werden.







