1.4.2026 – Die Dialog und die Axa Easy hatten auf Sechsjahressicht in der Kraftfahrtversicherung mit jeweils über einem Siebtel den größten Beitragsschwund zu verzeichnen. Auch HDI, Cosmos, Axa und DA Direkt schrumpften laut dem „Branchenmonitor 2025: Kraftfahrtversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.
Das Beitragsaufkommen in der Kraftfahrtversicherung ist in den zurückliegenden Jahren kräftig gewachsen. Nach Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) sind die gebuchten Bruttobeiträge von 2012 auf 2024 um weit über die Hälfte gestiegen. Zuletzt summierten sich die Einnahmen auf über 34 Milliarden Euro.
Dabei ging es 2024 mit über elf Prozent so stark aufwärts wie nie zuvor im Betrachtungszeitraum. Der bisherige Höchstwert wurde 2013 mit knapp sechs Prozent erreicht. In den drei Jahren davor und 2021 betrug die Steigerungsrate nur jeweils um ein Prozent (VersicherungsJournal 11.4.2024). Von 2019 auf 2024 baute die Branche das Prämienvolumen um fast ein Fünftel aus.
Neunmal mindestens ein Drittel Steigerung
Allerdings hatten lediglich 44 der 50 größten Kfz-Versicherer an dem Wachstum teil. Dafür wuchsen angeführt von der Rhion Versicherung AG neun von ihnen um mehr als ein Drittel (1.4.2026).
Das zeigt der „Branchenmonitor: Kraftfahrtversicherung 2025“ der V.E.R.S. Leipzig GmbH. In diesem werden zahlreiche Kennzahlen der 50 größten Marktakteure mit rund 94 Prozent Marktanteil dargestellt.
Sechs Kfz-Versicherer im Minus
Bei den sechs verbleibenden Autoversicherern sank gegen den Branchentrend das Prämienaufkommen. Die größten Einbußen waren mit jeweils einem guten Siebtel bei der Dialog Versicherung AG (auf unter 123 Millionen Euro) und der Axa Easy Versicherung AG (auf 68,3 Millionen Euro) zu beobachten.
Eine Verminderungsrate im zweistelligen Prozentbereich hatten ansonsten nur noch die HDI Versicherung AG zu verzeichnen, deren Umsatz sich auf unter 578 Millionen Euro reduzierte.
Knapp acht Prozent ihres Prämienvolumens büßte die Cosmos Versicherung AG ein (auf unter 263 Millionen Euro), jeweils rund zwei Prozent die Axa Versicherung AG (auf 1.327 Millionen Euro) und die DA Deutsche Allgemeine Versicherung AG (DA Direkt; auf unter 248 Millionen Euro).
Kaum von der Stelle kam die BGV-Versicherung AG, deren Einnahmen minimal auf 184 Millionen Euro stiegen. Deutlich unterdurchschnittlich legte mit gut zwei Prozent die Alte Leipziger Versicherung AG zu (auf fast 133 Millionen Euro).
HDI und Axa in Wachstumsspur zurückgekehrt
Der HDI hatte zunächst zweimal Umsatzrückgänge zu verzeichnen. Das zweistellige Minus im Jahr 2020 war nach Unternehmensangaben „getrieben durch pandemiebedingte Effekte, das Auslaufen eines Kooperationsmodells sowie Bestandsverluste aus dem Jahreswechselgeschäft 2019/2020“.
Treiber der Verminderung um über sechs Prozent im darauffolgenden Jahr waren laut Geschäftsbericht 2021 (PDF, 1,2 MB) „im Wesentlichen Bestandsverluste aus dem Jahreswechselgeschäft 2020/2021 sowie der Verzicht auf Beitragsanpassungen infolge der positiven pandemiebedingten Schadenentwicklung“. Danach kehrten die Hannoveraner dann wieder in die Wachstumsspur zurück und legten zwischen vier und einem Prozent zu.
Bei der Axa drehte die Entwicklung nach drei Verlustjahren mit bis zu sechs Prozent rückläufigem Umsatz (15.2.2022) ins Positive. Dies war eigenen Angaben zufolge zunächst vor allem auf die Kaskosparten zurückzuführen, in denen die Einnahmen dreimal so kräftig stiegen wie in der Kfz-Haftpflicht.
Bei weiterhin abschmelzendem Vertragsbestand stieg das Prämienvolumen zuletzt zwar mit über fünf Prozent am stärksten an. Die Wettbewerber legten aber allerdings um bis zu über 30 Prozent zu (22.1.2026).
Details zu den weiteren Verminderungen
Die Cosmos wuchs nur im letzten Jahr des Betrachtungszeitraums, die DA Direkt zu dessen Beginn wie auch dessen Ende. Die Dialog hingegen verlor zuletzt dreimal in Folge.
Die Axa Easy, die 2020 mit über einem Fünftel besonders stark einbüßte (1.7.2022), konnte immerhin 2022 und 2023 wieder zulegen. Zuletzt zeigte die Kurve dann aber wieder leicht nach unten. Das Unternehmen führt im Geschäftsbericht 2024 (PDF; 3,8 MB) neben Storno und Vertragsverlusten im Jahreswechselgeschäft auch eine „geringe Neugeschäftsproduktion aufgrund von Beitragsanpassungen“ als Hintergrund für die gesunkenen Einnahmen an.
Der „Branchenmonitor 2025: Kraftfahrtversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2019 bis 2024). Die rund 200-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 1.487,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.








