29.10.2026 – Die Wirtschaftszeitung hat ihr aktuelles GKV-Finanzkraft-Ranking veröffentlicht. Von den 40 Testkandidaten schnitten nur die BKK Firmus, die BKK SBH, die Tui BKK, die BKK Public und die BKK Faber-Castell & Partner mit „sehr gut“ ab. Bewertet wurden in unterschiedlicher Gewichtung die Segmente Vermögen, Liquidität, Verwaltungseffizienz, GuV, Finanztransparenz, Beitragsstabilität und Mitgliederentwicklung.
Die DFSI Deutsches Finanz-Service Institut GmbH hat auch in diesem Jahr wieder für das Handelsblatt die Finanzkraft der Krankenkassen untersucht. Dies geschah auf Basis der erweiterten Rechnungslegung der Geschäftsjahre 2024 und 2025. Dabei wurden sieben Aspekte mit 77 Einzelkennzahlen bewertet, die in unterschiedlicher Gewichtung in die Gesamtnote eingingen. Die Kriterien waren:
- die Liquidität (30 Prozent),
- das Vermögen (20 Prozent),
- der Deckungsbeitrag der Verwaltungskosten und der Deckungsbeitrag der Verwaltungskosten je Versicherten (15 Prozent),
- die Gewinn-und-Verlust-Rechnung (GuV; zehn Prozent),
- die Finanztransparenz (zehn Prozent),
- die Beitragsstabilität (zehn Prozent) und
- die Mitgliederentwicklung (fünf Prozent).
Für die einzelnen Bewertungsparameter wurden Punkte (jeweils maximal 100) vergeben, die zu Teilnoten und diese schließlich zur Gesamtnote aggregiert wurden. In einem letzten Schritt wurden die Punktzahlen in eine sechsstufige Bewertungsskala von „exzellent“ bis „mangelhaft“ überführt.
Keine Krankenkasse mehr mit der Höchstnote
Insgesamt haben 40 der 72 angeschriebenen Körperschaften (bundesweit oder regional geöffnet) den DFSI-Fragebogen beantwortet. Die Höchstnote „exzellent“, die ab 90 Zählern vergeben wird, erhielt erneut (VersicherungsJournal 3.11.2025) keiner der Testkandidaten. Im Vorvorjahr hatten dies noch drei geschafft (1.11.2024).
Die Zahl der „sehr guten“ Körperschaften verkleinerte sich von sechs auf fünf. Am besten schnitt die BKK Firmus mit 89 Punkten ab. Sie steht damit an der Spitze der separat ausgewiesenen Rangliste der regional geöffneten Krankenkassen. Die zweithöchste Zählerzahl erhielt mit 87 die ebenfalls regional geöffnete BKK SBH.
Den dritten Platz sicherte sich mit 86 Punkten die Tui BKK, die damit an erster Stelle der bundesweit geöffneten Körperschaften steht. Das „sehr gute“ Spitzenquintett komplettieren die beiden regional geöffneten Kassen BKK Public (84) und BKK Faber-Castell & Partner (81). Aus der Spitzengruppe herausgefallen sind die bundesweit geöffneten Akteure Audi BKK und Handelskrankenkasse (HKK).
Die Stärken und Schwächen der Besten
Testsieger BKK Firmus schaffte in Sachen Liquidität, Finanztransparenz und Mitgliederentwicklung jeweils die Höchstpunktzahl und schrammte bei der Beitragsstabilität nur knapp an dieser vorbei. Vergleichsweise schlecht kam der Prüfling in den Kriterien Vermögen (69,9 Zähler) und GuV (66,7) weg.
Die insgesamt zweitbeste Körperschaft BKK SBH konnte in Sachen Liquidität, Vermögen und Mitgliederentwicklung vollends überzeugen. Am schlechtesten schnitt sie im Aspekt Gewinn- und Verlustrechnung (48,0 Punkte) ab.
Die Tui BKK als beste bundesweit geöffnete Krankenkasse schaffte in Sachen Liquidität und Vermögen jeweils die Höchstpunktzahl. Bei der Mitgliederentwicklung reichte es hingegen nur für 51,3 Zähler.
Warum sich der Blick auf die Finanzkraft der Krankenkassen lohnt
Laut DFSI-Geschäftsführer Thomas Lemke kann die Finanzkraft der Kassen einen Hinweis darauf geben, wie stark die Zusatzbeiträge angepasst werden müssen. „Je finanzstärker eine Kasse heute ist, umso besser ist sie im Vergleich zum Wettbewerb vor unvorhergesehenen Beitragssprüngen gewappnet.“
So gehören die sechs „sehr guten“ Testkandidaten alle zu den günstigsten Vertretern ihrer Zunft – allen voran die BKK Firmus mit 16,78 Prozent Gesamtbeitragssatz als günstige Körperschaft (7.1.2026).




