Die Lebensversicherer mit dem größten Beitragsschwund

7.9.2026 – Entgegen dem Branchentrend ist das Prämienvolumen im vergangenen Jahr bei zwölf der 50 größten Akteure in Leben gesunken. Nach Daten der Zeitschrift für Versicherungswesen fiel das Minus mit 48 Prozent bei der Targo (mittlerweile HDI Vorsorge) am höchsten aus. Die LPV verlor über ein Sechstel.

2025 wuchsen die gebuchten Bruttobeiträge in der Lebensversicherung im engeren Sinn (also ohne Pensionskassen und Pensionsfonds) um etwa 5,3 Prozent auf 96,7 Milliarden Euro.

Dabei ging es bei den Einmalbeiträgen um über ein Sechstel auf 32,1 Milliarden Euro nach oben. Auch die laufenden Beiträge für ein Jahr erhöhten sich, wenn auch nur minimal (plus 0,2 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro). Das APE fiel mit 10,0 Milliarden Euro um etwa sieben Prozent höher aus als ein Jahr zuvor.

Das ist der Mitte Juni vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) im Internet veröffentlichten Zahlensammlung „Altersvorsorge in Zahlen“ zu entnehmen (VersicherungsJournal 17.6.2026).

Talanx (jetzt HDI Vorsorge) mit dem größten Rückgang

Allerdings konnte fast jeder vierte der 50 umsatzstärksten Marktakteure nicht an der positiven Branchenentwicklung teilhaben. Dies geht aus einer Auflistung in der aktuellen Ausgabe 9/2026 der Zeitschrift für Versicherungswesen (ZfV) hervor.

Dabei hatte die zu Jahresbeginn in HDI Vorsorge Lebensversicherung AG umbenannte (5.1.2026) Targo Lebensversicherung mit fast 50 Prozent (auf 544 Millionen Euro) die größten Einbußen hinzunehmen.

Hintergrund war das Ende der Vertriebskooperation mit der Targobank zum Jahresende. Dabei wurde nach Unternehmensangaben bereits seit dem 1. Januar „das aktive Neugeschäft nur noch in sehr geringem Umfang vertrieben. Seit dem Ende der Kooperation zum 31. Dezember 2025 erfolgt kein aktiver Vertrieb von Neugeschäft mehr“ (22.4.2026).

Weitere Akteure mit vergleichsweise hohen Verlusten

Um über ein Sechstel (auf 440 Millionen Euro) schrumpfte der Umsatz der LPV Lebensversicherung AG. Laut ZfV-Chefredakteur Dr. Marc Surminski musste die ehemalige PB Leben (11.1.2023) „als Bankversicherer mit Schwerpunkt Restkreditgeschäft erneut einen kräftigen Beitragsrückgang […] hinnehmen, weil der Gesetzgeber dieses Geschäft deutlich erschwert hat.“

Umsatzrückgänge zwischen über acht und fast sechs Prozent standen für die Ager Lebensversicherung AG (auf 509 Millionen Euro), die Cosmos Lebensversicherungs-AG (auf 1.289 Millionen Euro), die Proxalto Lebensversicherung AG (auf 1.787 Millionen Euro) und die Ergo Lebensversicherung AG (auf 1.776 Millionen Euro) zu Buche.

Bis zu gut zwei Prozent weniger gebuchte Bruttoprämien als ein Jahr zuvor nahmen ein Heidelberger Lebensversicherung AG, die Condor Lebensversicherungs-AG, die HDI Lebensversicherung AG, die Europa Lebensversicherung AG, die Nürnberger Lebensversicherung AG und die Standard Life Versicherung, Zweigniederlassung Deutschland der Standard Life International DAC.

Beitragsrückgang der größten Lebensversicherer 2025 (Bild: Wichert)

Zahlreiche Positionsveränderungen

Fast alle der vorgenannten Akteure rutschten in der Umsatzrangliste ab. Jeweils eine Position abwärts ging es für die Nürnberger (auf neun), die Proxalto (auf elf), die Ergo (auf zwölf), die Heidelberger (auf 34), die Ager (auf 37) die Europa (auf 47) und die Condor (auf 50).

Zwei Plätze verloren der HDI (auf 16) und die Cosmos (auf 20), während die LPV von 37 auf 42 fiel. Gleich zwölf Ränge büßte die HDI Vorsorge ein, die sich aktuell nur noch an der 36. Stelle wiederfindet.

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