Die Lebensversicherer mit den höchsten Renditeaussichten

12.10.2026 – Die Wirtschaftswoche hat ihr nach der Methode des Finanzwissenschaftlers Finsinger konzipiertes und von Ascore durchgeführtes Lebensversicherer-Rating aktualisiert. In diesem wird eine sogenannte „realistische“ Kapitalanlagerendite der Lebensversicherer zwischen 1,7 und 3,0 Prozent für Klassikpolicen prognostiziert. Die leistungsfähigsten Gesellschaften aus Kundensicht sind der Untersuchung zufolge die Europa, die Universa, die Inter und die Hansemerkur. Zwölf weitere Gesellschaften erhielten die Höchstnote fünf Sterne.

Die Redaktion der Wirtschaftswoche hat zum mittlerweile 30. Mal ihr Rating der Lebensversicherer nach der Methodik des Finanzwissenschaftlers Professor Dr. Jörg Finsinger veröffentlicht – unter dem Titel „Ranking 2026: Diese Lebensversicherer bieten die beste Leistungsfähigkeit“.

So wurden die Lebensversicherer bewertet

Datenbasis sind die Geschäftsberichte der Versicherer für die Jahre 2019 beziehungsweise 2023 bis 2025, ausgewertet durch die Ascore Das Scoring GmbH. Berechnet wurde, welche Verzinsung Lebensversicherer mit ihren Kapitalanlagen künftig erzielen können. Die vergangene Verzinsung wird nur zum Vergleich dokumentiert, ohne Einfluss auf das Rating.

Die künftige Verzinsung („realistischer Zins auf die Kapitalanlagen“) steigt mit dem frei verfügbaren Kapital eines Versicherers, das nicht durch feste Kundenansprüche gebunden ist, wird zur Methodik des Ratings erläutert.

Konkret wurden neben dem sogenannten „realistischen Zins“ auch die Abschlusskosten- und die Verwaltungskostenquote (Mittelwert der vergangenen drei Jahre) sowie die Ausschüttungsquote (Mittelwert der vergangenen sieben Jahre) bei der Bewertung berücksichtigt. Auf Basis dieser Werte wird eine Kennzahl errechnet, die die Leistungsfähigkeit der Anbieter aus Kundensicht am Durchschnitt der 25 wachstumsstärksten unter den 50 größten Lebensversicherern misst.

In dem Modell wird unternehmensübergreifend mit Langfristrenditen von 2,2 für sichere Anlagen und 5,7 Prozent für riskantere Investments gerechnet. Im Vorjahr lagen die Werte jeweils 0,2 Prozentpunkte niedriger.

Realistischer Zins klassischer Policen: 1,5 bis 3,0 Prozent

Insgesamt haben die Analysten als realistischen Zins Werte zwischen 1,7 Prozent (Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG) und 3,0 Prozent (Europa Lebensversicherung AG) ermittelt.

Vor Jahresfrist hatten die Analysten am Beispiel der Europa zur Berechnung des realistischen Zinses von seinerzeit 2,7 Prozent erläutert, dass diese auf 11,1 Prozent freies Risikokapital an den Kapitalanlagen gekommen sei.

„Basierend auf statistischen Verlustrisiken kann der Versicherer das 1,91-Fache dieses Anteils riskant investieren, ohne damit mehr als sein freies Risikokapital zu gefährden. Die Europa könnte also rund 21,2 Prozent des Kapitals mit höherem Risiko anlegen (1,91 mal 11,1 Prozent).

Dieser Teil bringt annahmegemäß 5,5 Prozent Rendite, die übrigen 78,8 Prozent bringen 2,0 Prozent. Das ergibt insgesamt 2,7 Prozent realistischen Zins“, wurde herausgestellt (VersicherungsJournal 29.9.2025).

Insgesamt 16 Lebensversicherer mit fünf Sternen

Die Höchstnote von fünf Sternen („stark überdurchschnittlich“) erhielten aktuell unverändert 16 der insgesamt 52 untersuchten Lebensversicherungsunternehmen. Zur Spitzengruppe hinter der erneuten Siegerin Europa (Leistungsfähigkeit: 185,9 Prozent im Vergleich zur Benchmark) zählen:

Alle 16 aufgezählten Akteure bestätigten ihre Vorjahresbewertungen.

Bei den Abschlusskosten liegt die Inter mit 2,4 Prozent in Führung. Die höchste Quote wird für die WGV mit 6,7 Prozent ausgewiesen. Bei den Verwaltungskosten sicherte sich die erstplatzierte Europa mit 0,8 Prozent im Dreijahresschnitt den Spitzenplatz.

Schlusslicht ist die Direkte Leben mit 5,4 Prozent. Die Ausschüttungsquote lag zwischen 99,2 Prozent (VPV Lebensversicherungs-AG) und 64,5 Prozent (Neue Leben Lebensversicherung AG).

Zur Einordnung des Ratings der klassischen Lebensversicherung

Das Rating befasst sich den Angaben zufolge nur mit klassischen Verträgen, also solchen mit Garantiezins. „Das dort eingezahlte Geld der Kunden wird gebündelt verwaltet, im sogenannten Deckungsstock. Anders ist es bei den fondsgebundenen Verträgen, die im Neugeschäft heute dominieren.

In der Regel werden die Einzahlungen dort für jeden Kunden einzeln verwaltet, Garantien spielen – wenn überhaupt – eine kleinere Rolle. Allerdings können die Grenzen zwischen den fondsgebundenen und den klassischen Versicherungen teils verwischen. Der Vielfalt sind kaum Grenzen gesetzt, was einen Vergleich erschwert“, wurde bei einer früheren Auflage erläutert.

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