Die Lebensversicherer mit den höchsten und den niedrigsten Solvenzquoten

7.5.2026 – Die Netto-SCR-Quote in der Lebensversicherung hat sich 2025 im Marktschnitt um über 70 Punkte auf 379,5 Prozent erhöht. Erstmals lagen alle Marktteilnehmer auch ohne Hilfen über der Marke von 100 Prozent. Die Quoten liegen laut dem Map-Report 944 zwischen 798 (LV 1871) und 108 Prozent (LPV).

Die für die Aufsicht relevante Brutto-SCR-Solvenzquote inklusive Übergangsmaßnahmen und Volatilitätsanpassung (sofern genutzt) der deutschen Lebensversicherer ist im vergangenen Jahr im Schnitt um 69 Prozentpunkte auf 409,3 Prozent gestiegen. Dies geht aus dem am Donnerstag erschienenen Map-Report Nummer 944 – „Solvabilität im Vergleich 2016 bis 2025“ hervor.

Übersicht über bis zu 74 Lebensversicherer

Datenbasis sind die SFCR-Berichte der Unternehmen. Hintergrund: Die deutschen Versicherer mussten ihre per Ende 2025 festgestellte Finanzstärke in SFCR-Berichten darlegen und diese (als Solo-Unternehmen) bis zum 8. April 2026 auf ihren Internetseiten veröffentlicht haben.

Dabei verwendeten den Map-Report-Daten zufolge 42 (Vorjahr: 44) der 74 (76) untersuchten Marktteilnehmer die Übergangsmaßnahmen für versicherungstechnische Rückstellungen (§ 352 VAG) und die Volatilitätsanpassung (§ 82 VAG).

Erneut 22 Gesellschaften machten ausschließlich von der Volatilitätsanpassung Gebrauch, zwei Lebensversicherer von der Übergangsmaßnahme für versicherungstechnische Rückstellungen und ein Anbieter von der Übergangsmaßnahme für risikofreie Zinssätze (in Kombination mit der Volatilitätsanpassung).

Die Übergangsmaßnahmen sind nur möglich für Verträge, die noch unter Solvency l – also vor dem 1. Januar 2016 – geschlossen wurden, und müssen bis 2032 abgebaut werden.

Brutto-SCR-Quote zwischen über 800 und gut 200 Prozent

Die Brutto-SCR-Quoten inklusive aller Hilfen liegen zwischen 809 Prozent bei der Lebensversicherung von 1871 a.G. München (LV 1871) und 202,9 Prozent bei der Athora Lebensversicherung AG. Der Marktschnitt wird mit 409,3 Prozent angegeben.

Vergleichsweise hohe Werte stehen mit jeweils über 700 Prozent auch für die Stuttgarter Lebensversicherung a.G. und die WGV-Lebensversicherung AG zu Buche. Auf vergleichsweise niedrige Werte kommen die LPV Lebensversicherung AG (213,6 Prozent) und die Neue Leben Lebensversicherung AG (232,4 Prozent).

Nur sieben Akteure ohne übergangsweise Hilfen

Bei näherer Betrachtung der Daten fällt auf, dass nur sieben Gesellschaften komplett auf die übergangsweisen Hilfen verzichten. Dies sind zum einen die Delta Direkt Lebensversicherung AG, die Deutsche Lebensversicherungs-AG (DLVAG) und die Dortmunder Lebensversicherung AG.

Zu dieser Gruppe gehören auch die Ergo Vorsorge Lebensversicherung AG, die Europa Lebensversicherung AG, die Hannoversche Lebensversicherung AG sowie die Interrisk Lebensversicherungs-AG Vienna Insurance Group.

LV 1871 mit der höchsten Netto-SCR-Quote

Die höchste Netto-SCR-Quote ohne jegliche Hilfen wird für die LV 1871 mit 798 Prozent ausgewiesen. Jeweils über der Marke von 700 Prozent liegen die DLVAG, die Stuttgarter und die WGV. Der Marktdurchschnitt wird mit 379,5 (2024: 308,6) Prozent angegeben.

Auf Quoten zwischen 651 und 633 Prozent kamen die Ideal Lebensversicherung a.G., die Provinzial Lebensversicherung AG, die LVM Lebensversicherungs-AG und die Itzehoer Lebensversicherungs-AG. Knapp über beziehungsweise unter 600 Prozent waren es bei der Europa und der Hannoverschen.

Hohe Quoten (Bild: Wichert)

LPV mit der niedrigsten Netto-SCR-Quote

Andererseits lagen die Quoten von zehn Marktteilnehmern unter 200 Prozent. Der niedrigste Wert wird mit 108 Prozent für die LPV ausgewiesen. 113 Prozent waren es bei der Öffentlichen Lebensversicherungsanstalt Oldenburg, 146 Prozent bei der Concordia Oeco Lebensversicherungs-AG.

Zwischen 174 und 198 Prozent liegen die Cosmos Lebensversicherungs-AG, die Athora, die Skandia Lebensversicherung AG, die Neue Leben, die Ergo Lebensversicherung AG, die Öffentliche Lebensversicherung Sachsen-Anhalt (Ösa) und die Zurich Life Legacy Versicherung AG (Deutschland).

Niedrige Quoten (Bild: Wichert)

Im Jahr 2025 brauchte damit keiner der Marktteilnehmer mehr eine der zur Verfügung stehenden Hilfen, um eine ausreichende Solvabilität darstellen zu können. Ein Jahr zuvor traf dies noch auf drei Akteure zu (VersicherungsJournal 9.5.2025). Zum Vergleich: Im Jahr 2022 hatten noch neun Marktteilnehmer die Marke von 100 Prozent unterboten (12.4.2022). Im Jahr davor traf dies sogar noch auf 15 Akteure zu (12.4.2021).

Die Akteure mit den stärksten Veränderungen

Ihre Basis-SCR-Quote nach absoluten Zahlen hat die Württembergische Lebensversicherung AG am stärksten ausgebaut. Sie verbesserte sich um fast 450 Prozentpunkte auf 586 Prozent.

Bei der Itzehoer erhöhte sich die Quote um fast 350 Prozentpunkte, bei der Münchener Verein Lebensversicherung AG um 325 Punkte (auf 521,7 Prozent). Um jeweils rund 250 Prozentpunkte steigerten sich die Entis Lebensversicherung AG (auf 503,9 Prozent) und die DLVAG.

Am stärksten nach unten zeigte die Kurve bei der SV Sparkassenversicherung Lebensversicherung AG (minus fast 260 Prozentpunkte auf 421,3 Prozent). Um etwas über beziehungsweise 100 Punkte niedriger als ein Jahr zuvor fiel die Quote bei der Hannoverschen und beim LVM aus. Um 76 Prozentpunkte verminderte sich die Quote bei der Europa, um 60 Punkte (auf 244,3 Prozent) bei der Signal Iduna Lebensversicherung AG.

Weitere Studiendetails und Bezugshinweis

Der 122-seitige Map-Report Nummer 944 – „Solvabilität im Vergleich 2016 bis 2025“ ist bei der Franke und Bornberg GmbH erschienen. Er enthält neben Übersichten zu den Bedeckungsquoten von 74 Lebens- und 36 privaten Krankenversicherern auch Übersichten zu den Beitragseinnahmen.

Erstmals aufgelistet werden auch Daten von Schaden-/Unfallversicherern – und zwar der 50 nach verdienten Bruttobeiträgen größten Marktakteure. Das Heft kann als E-Paper ab brutto 589,05 Euro über die Bestellseite von Franke und Bornberg erworben werden.

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