Die privaten Krankenversicherer mit den höchsten Verwaltungskostensätzen

21.10.2026 – Im Fünfjahresschnitt (2021 bis 2025) verzeichnete die Branche eine Verwaltungskostenquote von 2,18 Prozent. Für die Huk-Coburg stand laut dem Map-Report 945 mit unter einem Prozent die niedrigste Quote zu Buche, für die DEVK mit über fünf Prozent die höchste.

In den vergangenen Jahren konnten die Anbieter der privaten Krankenversicherung (PKV) den Verwaltungskostensatz (Verwaltungsaufwendungen brutto in Prozent der verdienten Bruttobeiträge) deutlich senken. Von 2011 bis 2025 schrumpfte die Quote nach Berechnungen der Map-Report-Redaktion von knapp 2,5 auf etwas einen neuen Tiefststand von zuletzt 2,13 Prozent.

Auf Fünfzehnjahressicht betrachtet ist die durchschnittliche Quote nach jeweils leichten Steigerungen zu Beginn des Betrachtungszeitraums wie auch zwischen 2022 und 2024 achtmal zurückgegangen. Der aktuelle Wert liegt um fast ein Siebtel unter dem Höchstwert aus dem Jahr 2012.

Entwicklung (Bild: Wichert)

2025 war die Spannbreite zwischen den einzelnen Marktteilnehmern nach Recherchen der VersicherungsJournal-Redaktion gewaltig. Sie lag bei den 30 berücksichtigten, im Vollversicherungsgeschäft aktiven Marktteilnehmern zwischen unter einem und sechs Prozent (VersicherungsJournal 22.7.2026).

Huk-Coburg mit der niedrigsten Quote

Im Schnitt der Jahre 2021 bis 2025 hat der Map-Report im Heft 945 „Bilanzrating private Krankenversicherung 2025“ für die Branche einen Verwaltungskostensatz von 2,18 Prozent errechnet. Insgesamt elf der 32 aufgelisteten Anbieter unterboten im Betrachtungszeitraum den Marktschnitt. Acht von ihnen kamen dabei auf Quoten von weniger als zwei Prozent.

Den Spitzenplatz sicherte sich erneut (27.11.2024, 17.1.2024) die Huk-Coburg-Krankenversicherung AG. Sie blieb ein weiteres Mal als einzige Gesellschaft unter der Ein-Prozent-Marke. An zweiter Stelle liegt der Debeka Krankenversicherungsverein a.G. mit einer Quote von 1,4 Prozent. Die Koblenzer schnitten damit am besten ab unter den Platzhirschen mit mindestens 1,45 Milliarden Euro gebuchten Bruttoprämien in der Vollversicherung (21.10.2026).

Dahinter folgen mit knapp 1,7 bis gut 1,9 Prozent die Alte Oldenburger Krankenversicherung AG, die Versicherer im Raum der Kirchen Krankenversicherung AG (VRK), die UKV – Union Krankenversicherung AG, die Bayerische Beamtenkrankenkasse AG (BBKK), die Hansemerkur Krankenversicherung AG und die Axa Krankenversicherung AG.

Niedriger Kostensatz (Bild: Wichert)

DEVK mit dem höchsten Verwaltungskostensatz

Am unteren Ende der Liste findet sich die DEVK Krankenversicherungs-AG mit über fünf Prozent wieder. Für die Nürnberger Krankenversicherung AG steht eine Verwaltungskostenquote von über vier Prozent zu Buche.

Auf vergleichsweise hohe Werte zwischen 3,5 und 3,0 Prozent kommen die Generali Deutschland Krankenversicherung AG, die Württembergische Krankenversicherung AG und der Münchener Verein Krankenversicherung a.G.

2,9 Prozent sind es den Map-Report-Daten zufolge bei der Concordia Krankenversicherungs-AG, jeweils gut 2,7 Prozent bei der Mecklenburgischen Krankenversicherungs-AG und der DKV Deutschen Krankenversicherung AG.

Hoher Kostensatz (Bild: Wichert)

Ergebnisse bei Verwaltungskostenquote nicht überinterpretieren

Der Map-Report-Chefredakteur Reinhard Klages warnt davor, die Verwaltungskostenquote zu stark zu gewichten. Niedrige Verwaltungskosten erfreuten sich in der Presse seit jeher einer besonderen Aufmerksamkeit, mit Lob für die vermeintlich kostengünstig arbeitenden Versicherer.

„Oft wird dabei übersehen, dass auch noch andere Kosten, zum Beispiel Aufwendungen für Kapitalanlagen, für Schadenregulierung oder eben Abschlusskosten anfallen“, so Klages.

Nichtsdestotrotz bezeichnet er die Verwaltungskostenquote als eine interessante Kennzahl. „Bei der Interpretation dieser Quote ist zu berücksichtigen, dass ihre Höhe durch die Dienstleistungsqualität in den Bereichen Kundenbetreuung und -beratung, aber auch durch Investitionen, zum Beispiel in die Datenverarbeitung, beeinflusst wird“, erläutert Klages.

Bezugshinweis

Der Map-Report Nummer 945 – „Bilanzrating private Krankenversicherung 2025“ ist bei der Franke und Bornberg GmbH erschienen. Er enthält auf 150 Seiten neben den detaillierten Ratingergebnissen (15.9.2026) auch Übersichten zu insgesamt mehr als zwei Dutzend Bilanzkennzahlen (Geschäftsjahr 2025) von rund drei Dutzend Anbietern.

Dazu gehören neben den Verwaltungskostensätzen unter anderem auch die Nettorenditen (13.10.2026), die verdienten Bruttoprämien insgesamt (16.9.2026) sowie die Bestandszahlen in der Ergänzungs- (21.9.2026, 24.9.2026, 24.9.2026) und der Vollversicherung.

Das Heft bietet auch Einzelübersichten mit acht ausgewählten Kennzahlen in der Zeitreihe von 2014 bis 2025. Es ist als E-Paper ab 495 Euro netto über die Bestellseite von Franke und Bornberg erhältlich.

Wie beurteilen Sie diesen Artikel?
Artikel-Werkzeuge für Sie
Diese Seite empfehlen
Weitere Artikel der Ausgabe vom 21.10.2026
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren