6.10.2026 – Für seine Analyse in Heft 10/2026 der Zeitschrift für Versicherungswesen hat Professor Dr. Hermann Weinmann erneut die größten deutschen Anbieter untersucht. In der Kategorie „betriebswirtschaftliche Sicht“ bekamen Allianz und Hannoversche die Note „Eins“. Die Provinzial und die Generali erhielten eine „Vier“, die Zurich Deutscher Herold sogar nur ein „Fünf“. Bei der Verbrauchernote lagen ebenfalls Allianz und Hannoversche (jeweils „sehr gut“) in Front. Die Zurich Deutscher Herold bekam ein „mangelhaft“.
Schon seit vielen Jahren analysiert Professor Dr. Hermann Weinmann von der Hochschule Ludwigshafen am Rhein die Qualität der zwölf umsatzstärksten Lebensversicherer aus dem Lager der Vereine auf Gegenseitigkeit (VersicherungsJournal 5.12.2023) sowie der zwölf insgesamt größten Marktteilnehmer (18.9.2023).
14 Lebensversicherer untersucht
Vor zwei Jahren wurden die Untersuchungen, die traditionell in der Zeitschrift für Versicherungswesen (ZfV) veröffentlicht werden, zusammengeführt. Insgesamt wurden 16 Unternehmen verglichen (8.10.2024). Vor Jahresfrist wurden sogar 18 Akteure berücksichtigt (1.10.2025). In der aktuellen Analyse wurden 14 Gesellschaften unter die Lupe genommen.
- die Allianz Lebensversicherungs-AG,
- die R+V Lebensversicherung AG,
- die Generali Deutschland Lebensversicherung AG,
- der Debeka Lebensversicherungsverein a.G.,
- die Alte Leipziger Lebensversicherung a.G.,
- die Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG,
- die Provinzial Lebensversicherung AG,
- die Nürnberger Lebensversicherung AG,
- die Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG,
- die Axa Lebensversicherung AG,
- die Württembergische Lebensversicherung AG,
- die Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G. sowie ergänzend
- die WWK Lebensversicherung a.G. und
- die Hannoversche Lebensversicherung AG.
„Neuabgrenzung der Untersuchungsmenge“
Zum Hintergrund für „Neuabgrenzung der Untersuchungsmenge“ nennt Weinmann in der ZfV-Ausgabe 10/2026, dass der Volkswohl Bund die HDI Lebensversicherung beim Prämienvolumen überholt und auf Position 13 verdrängt habe.
„Damit sind für das Geschäftsjahr 2025 erstmals drei Versicherungsvereine und wie bisher zwei öffentlich-rechtliche Versicherer unter den Top 12-Lebensversicherern vertreten. Eine Erweiterung um die bisherigen Vereine wäre wegen ‚Übergewichts‘ nicht mehr sinnvoll.“
Zusätzlich zur Top Zwölf werden die Hannoversche und die WWK in der Untersuchungsmenge weitergeführt. „Als einzige der im letzten Jahr in der Analyse vertretenen Unternehmen gelang es diesen beiden Lebensversicherern, ununterbrochen stille Reserven in den eigenen Kapitalanlagen zu präsentieren […]. Es ist eine erstaunliche Leistung angesichts weit verbreiteter hoher stiller Lasten“, heißt es zur Begründung.
So wurde bewertet
Die Untersuchung gliedert sich in einen betriebswirtschaftlichen Teil und die Ergänzung um Verbraucherbelange. Ersterer besteht aus fünf Komponenten, während bei den Verbraucherbelangen auf eine Kennzahl abgestellt wird.
Weitere Details zu Bewertungsparametern und den im Vergleich zum Vorjahr vorgenommenen Veränderungen hat die Redaktion in einem separaten Artikel zusammengestellt (6.10.2026).
Betriebswirtschaft: Hannoversche auf dem Spitzenplatz
Sieger des betriebswirtschaftlichen Vergleichs sind die Hannoversche und die Allianz. Beide erreichten 900 von theoretisch 1.000 erreichbaren Punkten und damit erneut die höchste Notenstufe „Eins“. Beide bestätigten damit ihre Vorjahrespunktzahl.
Mit einer „Zwei“ schnitten die Axa (700 Punkte), die Alte Leipziger und die WWK (jeweils 650 Zähler) sowie die R+V (600 Punkte) ab. Während die Axa sich um 200 Zähler und eine Notenstufe verbesserte, legten die Alte Leipziger und die WWK jeweils um 50 Punkte zu und verteidigten die „Zwei“ aus dem Vorjahr. Keine Veränderungen gab es bei der R+V.
Eine „Drei“ bekamen fünf Akteure. Hierzu gehören mit jeweils 550 Zählern die Generali (plus 250 Punkte; von „Vier“ auf „Drei“) und unverändert die Bayern-Versicherung. Auf jeweils 500 Zähler brachten es die Nürnberger (minus 100 Punkte, von „Zwei“ auf „Drei“) und der Volkswohl Bund (plus 50 Zähler), auf 450 Punkte die Debeka (minus 50 Zähler).
Nicht über eine „Vier“ hinaus kamen die Provinzial (300 Zähler) und die Württembergische (200 Punkte). Bei beiden halbierte sich die Punktzahl, wodurch es für Erstere um zwei Notenstufen nach unten ging. Letztere verschlechterte sich um eine Stufe. Erneut nur für eine „Fünf“ reichte es für die Zurich Deutscher Herold (weiterhin 150 Zähler).
Allianz und Hannoversche gewinnen bei den Verbraucherbelangen
Bei der Verbrauchernote ließen die Allianz und die Hannoversche mit „sehr gut“ alle Wettbewerber hinter sich. An dritter Stelle liegen gleichauf mit „gut“ Axa, Alte Leipziger und WWK vor der R+V mit „gut (-)“.
| Versicherer | Punktzahl Betriebswirtschaft* | Note Betriebswirtschaft | Verbrauchernote |
|---|---|---|---|
| * in Klammern: Vorjahrespunktzahl; ** inklusive 50 Punkte Abzug (Erläuterung siehe Methodik-Artikel) (6.10.2026); Quelle: Zeitschrift für Versicherungswesen 10/2026 | |||
| Allianz | 900 (900) | Eins | sehr gut |
| Hannoversche | 900 (900) | Eins | sehr gut |
| Axa | 700 (500) | Zwei | gut |
| Alte Leipziger | 650 (600) | Zwei | gut |
| WWK | 650 (600) | Zwei | gut |
| R+V | 600 (600) | Zwei | gut (-) |
| Generali | 550 (300) | Drei | befriedigend (+) |
| Bayern-Versicherung | 550 (550) | Drei | befriedigend (+) |
| Nürnberger | 500 (600) | Drei | befriedigend |
| Volkswohl Bund | 500 (450) | Drei | befriedigend |
| Debeka | 450 (500) | Drei | befriedigend |
| Provinzial** | 300 (600) | Vier | ausreichend |
| Württembergische | 200 (400) | Vier | ausreichend (-) |
| Zurich Dt. Herold | 150 (150) | Fünf | mangelhaft |
Dahinter folgen mit „befriedigend (+)“ die Generali und die Bayern-Versicherung vor Nürnberger, Volkswohl Bund und Debeka (jeweils „befriedigend (-)“). Die Provinzial schnitt mit „ausreichend“ ab, die Württembergische mit „ausreichend (-)“ und die Zurich Deutscher Herold mit „mangelhaft“.




