3.8.2026 – In der Hausratversicherung kamen auf Sechsjahressicht nur die Provinzial Nord, die Itzehoer und die VGH auf Schadenquoten von unter 30 Prozent. Fast 60 Prozent waren es hingegen bei der Haftpflichtkasse. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2025: Hausratversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.
Die 50 nach Prämienvolumen größten Hausratversicherer hatten im Schnitt der Jahre 2019 bis 2024 zwischen einem Viertel und fast 60 Prozent ihres Umsatzes für Schadenaufwendungen zu bezahlen.
Das zeigt der „Branchenmonitor 2025: Hausratversicherung“. Die Studie wird jährlich von der V.E.R.S. Leipzig GmbH durchgeführt. Sie enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen der 50 größten Marktakteure in der Sparte, die auf rund 92 Prozent Marktanteil kommen.
Die Haftpflichtkasse mit der auf Sechsjahressicht höchsten Schadenquote
Die höchste Schadenquote (Schadenaufwendungen (brutto direkt) in Prozent der verdienten Bruttoprämien (direkt)) wird mit 59,6 Prozent für die Haftpflichtkasse VVaG ausgewiesen. Annähernd 57 Prozent waren es bei der Rhion Versicherung AG.
Über der Marke von 50 Prozent lagen ansonsten nur noch die Arag Allgemeine Versicherungs-AG, die Huk24 AG, die Adler Versicherung AG, die Signal Iduna Allgemeine Versicherung AG, die Ammerländer Versicherung VVaG und die Interrisk Versicherungs-AG Vienna Insurance Group.
Nur selten über 80 Prozent
Die höchste Schadenquote in einem Jahr des Beobachtungszeitraums erzielte unter den vorgenannten Anbietern mit fast 83 Prozent die Adler (2021). Seinerzeit hatte das Sturmtief „Bernd“ für verheerende Schäden gesorgt (Archiv).
Noch stärker betroffen war nur die Provinzial Versicherung AG, die fast 89 Prozent der Einnahmen für Schäden ausgab. Insgesamt landete fast jeder dritte Marktteilnehmer versicherungstechnisch in der Verlustzone (16.2.2023).
2021 erzielten auch fast alle übrigen der aufgezählten Anbieter ihre höchste Schadenquote im Beobachtungszeitraum. Bei der Interrisk waren es 77,2 Prozent, bei der Haftpflichtkasse 74,2 Prozent, bei der Rhion 68,9 Prozent, bei der Ammerländer 56,0 Prozent. Relativ am meisten für Schäden gaben 2024 die Huk24 (58,8 Prozent) und die Arag Allgemeine (63,9 Prozent) aus.
Bei Letzterer zeigte die Kurve dabei kräftig nach oben. Der Schadenaufwand nahm mit über einem Drittel (auf 16,7 Millionen Euro) mehr als viermal so stark zu wie der Umsatz (plus acht Prozent auf 26 Millionen Euro). Zusammen mit einer vergleichsweise hohen Betriebskostenquote von fast 45 Prozent stand unter dem Strich eine Combined Ratio von knapp 109 Prozent zu Buche. Kein Marktteilnehmer schnitt schlechter ab (30.10.2025).
Provinzial Nord, Itzehoer und VGH unter 30 Prozent
Auf die niedrigste Schadenquote im Schnitt der Jahre 2019 bis 2024 kam die Provinzial Nord Brandkasse AG (25,3 Prozent). 26,7 Prozent waren es bei der Itzehoer Versicherung/Brandgilde von 1691 VVaG und 29,6 Prozent bei der Landschaftlichen Brandkasse Hannover (VGH).
Weniger als ein Drittel der Einnahmen gaben für Schäden aus die Oldenburgische Landesbrandkasse, die Bayerischer Versicherungsverband Versicherungs-AG und die Nürnberger Allgemeine Versicherungs-AG.
Weitere Studiendetails und Bezugshinweis
Den absolut niedrigsten Wert im Betrachtungszeitraum wies die WGV-Versicherung AG 2020 mit 19,98 Prozent aus (25.1.2022). Unter 25 Prozent blieben je zweimal die Itzehoer und die Nürnberger (jeweils 2019 und 2020), wobei Letztere im erstgenannten Jahr den Branchenbestwert erzielte.
Gleich dreimal weniger als ein Viertel des Umsatzes gab die Provinzial Nord für Schäden aus, neben 2020 auch in den Jahren 2021 und 2024. Dabei kam sie 2021 mit 20,0 Prozent und 2024 mit 23,7 Prozent auf die branchenweit niedrigste Schadenquote.
Der „Branchenmonitor 2025: Hausratversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2019 bis 2024). Die rund 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 892,50 Euro bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.






