15.4.2026 – 18 der 50 größten Kompositversicherer hatten zwischen 2019 und 2024 rückläufige Vertragsbestände hinzunehmen. Am stärksten schrumpften die Bestände nach absoluten Zahlen bei der HDI und prozentual bei der Dialog. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2025: Kompositversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.
Der Vertragsbestand in der Schaden-/Unfallversicherung ist in den zurückliegenden Jahren kräftig gestiegen. Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zufolge betrug das Plus von 2019 auf 2024 etwa ein Sechstel. Zuletzt (2024) verwaltete die Branche über 377 Millionen Kontrakte.
18 Kompositversicherer im Rückwärtsgang
Auf Ebene der einzelnen Gesellschaften zeigen sich laut dem „Branchenmonitor 2025: Kompositversicherung“ der V.E.R.S. Leipzig GmbH große Unterschiede bei der Bestandsentwicklung. Dabei konnten, angeführt von der Rhion Versicherung AG (VersicherungsJournal 15.4.2026), nur 32 der 50 nach Beitragseinnahmen größten Anbieter zulegen.
Die Analyse von V.E.R.S. Leipzig enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen der 50 größten Akteure mit 87 Prozent Marktanteil.
HDI verliert mehr als 665.000 Verträge
Die verbleibenden 18 Akteure hatten sinkende Bestände hinzunehmen. Neun von ihnen schrumpften im sechsstelligen Bereich. Am stärksten nach absoluten Zahlen verlor die HDI Versicherung AG (minus fast 665.500 Kontrakte).
Einbußen zwischen fast 600.000 und knapp 480.000 Policen hatten die Bayerische Landesbrandversicherung AG, die Dialog Versicherung AG, die Ergo Versicherung AG und die Allianz Versicherungs-AG zu verzeichnen.
Bestandsrückgänge von jeweils um die 300.000 standen für die Bayerischer Versicherungsverband Versicherungs-AG und die Axa Versicherung AG zu Buche. Knapp 220.000 Kontrakte verlor die Generali Deutschland Versicherung AG, mehr als 110.000 der DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Sach- und HUK-Versicherungsverein a.G.
Dialog und Bayerische Landesbrand schrumpften relativ am stärksten
Prozentual schrumpfte die Dialog am stärksten (minus weit über ein Viertel auf 1,38 Millionen Stück). Die Bayerische Landesbrand büßte mehr als ein Fünftel ihres Bestandes ein (auf 2,12 Millionen). Beide Akteure verloren kontinuierlich.
Bei der Bayerischen Landesbrand war vor allem die hauptsächlich betriebene Wohngebäude-Sparte (77 Prozent Anteil am Umsatz) betroffen. Der Rückgang war vor allem zurückzuführen auf „die Umstellung der Bestände auf das neue Produkt in der Verbundenen Wohngebäudeversicherung, das im Risikoträger Bayerischer Versicherungsverband Versicherungs-AG geführt wird“, heißt es im Geschäftsbericht 2024 (PDF, 1,1 MB). Das führe zu einem kontinuierlichen Rückgang (19.3.2026).
Dieser fiel 2022 mit weit über einem Fünftel um bis zu zehnmal höher aus als in den übrigen Jahren. Im Geschäftsbericht 2022 (PDF, 3,9 MB) hatte das Unternehmen zum Hintergrund für das deutliche Minus die geänderte Ermittlung der Anzahl der Versicherungsverträge angeführt (21.2.2024).
Die Dialog gehörte in vielen Sparten zu den größten Bestandsverlierern. Während es in Hausrat (12.3.2026), Haftpflicht (5.3.2026) und Unfall (23.2.2026) „nur“ um jeweils rund ein Viertel abwärts ging, verlor das Unternehmen in Kraftfahrt auf Sechsjahressicht fast 40 Prozent. In etwa die Hälfte davon entfiel auf das letzte Jahr des Beobachtungszeitraums (18.12.2025).
HDI immerhin einmal im Plus
Einbußen von einem Achtel (auf 4,31 Millionen Stück) hatte der HDI hinzunehmen. Die Hannoveraner konnten zumindest einmal ihren Vertragsbestand ausbauen, und zwar im Jahr 2022. Seinerzeit zeigte die Kurve vor allem in der Kfz-Versicherung deutlich nach oben.
Besonders groß fielen die Verluste zu Beginn und zum Ende des Betrachtungszeitraums aus. Hintergründe waren neben einem geringeren Neugeschäft vor allem in Kfz-Haftpflicht und pandemiebedingten Effekten (20.6.2022) jeweils auch auslaufende Kooperationsmodelle.
Weitere Akteure mit hohen Verlusten
Vergleichsweise hohe Verminderungsraten zwischen 4,5 und 3,4 Prozent hatten fünf weitere Anbieter zu verzeichnen. Über der Marke von vier Prozent im Minus lagen der Bayerische Versicherungsverband (auf 6,8 Millionen Kontrakte) und der DVK VVaG (auf unter 2,5 Millionen).
Zu den Bestandsverlierern gehörten auch die Ergo, die Cosmos Versicherung AG und die Rheinland Versicherungs AG.
Sonderfaktor beim Bayerischen Versicherungsverband
Während der DEVK VVaG in jedem Jahr des Beobachtungszeitraums zulegte, konnten Rheinland und Ergo je zweimal wachsen. Der Cosmos gelang dies sogar dreimal, und zwar in den ersten beiden Jahren und 2024.
Der Bayerische Versicherungsverband verlor sogar nur einmal (im Jahr 2022). Wie bei der Konzernschwester Bayerische Landesbrand war für das deutliche Minus die geänderte Ermittlung der Anzahl der Versicherungsverträge verantwortlich.
Der „Branchenmonitor 2025: Kompositversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2019 bis 2024). Die rund 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 892,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.







