Dies waren 2025 die größten Lebensversicherungsgruppen

29.9.2026 – Der Allianz-Konzern behauptete im vergangenen Jahr die Spitzenposition im Marktanteilsranking in der Lebensversicherung und baute die Führung vor der Generali weiter aus. Nur zwei weiteren Platzhirschen (der R+V und der Alten Leipziger) gelangen ebenfalls Zugewinne. Letztere kletterte dadurch von elf auf neun nach oben. Besonders deutlich verlor die Talanx, die von hinter die Debeka auf Platz sechs zurückfiel. Dies ist der aktuellen Kivi-Analyse zur Marktanteilsentwicklung im deutschen Erstversicherungsmarkt zu entnehmen.

Fast zwei Drittel der 14 größten Versicherungskonzerne beziehungsweise -gruppen im deutschen Markt konnten im Geschäftsjahr 2025 ihren Marktanteil ausbauen. Dabei legte die Allianz-Gruppe am stärksten zu (plus 0,72 Prozentpunkte auf über 18 Prozent).

Andererseits verlor die Talanx-Gruppe (minus 0,4 Prozentpunkte auf 2,75 Prozent) am stärksten. Dies geht aus der aktuellen Marktanteilsstatistik der Kivi GmbH Kölner Institut für Versicherungsinformation und Wirtschaftsdienste hervor (VersicherungsJournal 23.9.2026).

Allianz baut Führung in der Lebensversicherung aus

In der Lebensversicherung liegt weiterhin die Allianz-Gruppe an der Spitze des Marktanteilsrankings. Sie gewann mehr als einen Prozentpunkt hinzu auf über 27,7 Prozent – und zwar auf Kosten fast aller anderen elf Marktgrößen mit mindestens zwei Prozent Marktanteil. Vor Jahresfrist hatte das Unternehmen seinen Anteil noch in etwa doppelt so stark ausgebaut (25.9.2025).

Im Berichtsjahr gewann die Allianz Lebensversicherungs-AG um fast ein Neuntel (auf 26,1 Milliarden Euro) hinzu, während die Deutsche Lebensversicherungs-AG um etwa fünf Prozent (auf 225 Millionen Euro) verlor.

R+V legt zu, Generali im Rückwärtsgang

An erneut zweiter (2022: dritter) Stelle (17.10.2023) positioniert sich nach einer Verminderung um über 0,4 Prozentpunkte (auf 8,6 Prozent Marktanteil) die Generali-Gruppe.

Prämienzuwächse erzielten dabei die Generali Deutschland Lebensversicherung AG (plus drei Prozent auf 6.534 Millionen Euro) und die Dialog Lebensversicherungs-AG (plus knapp ein Prozent auf 355 Millionen Euro). Einen Rückgang hatte dagegen die Cosmos Lebensversicherungs-AG hinzunehmen (minus ein Dreizehntel auf 1.289 Millionen Euro).

Als einer von zwei Platzhirschen neben der Allianz gewann auch die R+V-Gruppe Marktanteile hinzu (plus annähernd 0,5 Prozentpunkte auf über 8,5 Prozent. Die R+V verkürzte den Rückstand auf die Generali von einem Prozentpunkt auf unter 0,1 Prozentpunkte.

Dabei gewann nur ein Lebensversicherer der Gruppe. So erhöhte sich das Prämienvolumen der R+V Lebensversicherung AG um über ein Achtel (auf 7.765 Millionen Euro). Sinkende Umsätze hatten hingegen die R+V Lebensversicherung a.G. (minus sieben Prozent auf unter 59 Millionen Euro) sowie die Condor Lebensversicherungs-AG (minus fast zwei Prozent auf 279 Millionen Euro) zu verzeichnen.

Debeka überholt Talanx

Die öffentlich-rechtlichen Lebensversicherer büßten fast 0,4 Prozentpunkte ein (auf 7,5 Prozent Marktanteil), finden sich aber weiterhin auf Platz vier wieder. Dahinter folgen in umgekehrter Reihenfolge zum Vorjahr der Debeka Lebensversicherungsverein a.G. und die Talanx-Gruppe wieder.

Die Koblenzer verloren weniger als 0,1 Prozentpunkte (auf 4,0 Prozent Anteil). Die Talanx büßte hingegen 0,8 Prozentpunkte ein und kommt nur noch auf 3,5 Prozent Marktanteil. Dies geht vor allem auf die zu Jahresbeginn in HDI Vorsorge Lebensversicherung AG umbenannte (5.1.2026) Targo Lebensversicherung zurück, bei der die Einnahmen um fast die Hälfte zurückgingen (7.9.2026).

Hintergrund war das Ende der Vertriebskooperation mit der Targobank zum Jahresende. Dabei wurde nach Unternehmensangaben bereits seit dem 1. Januar „das aktive Neugeschäft nur noch in sehr geringem Umfang vertrieben. Seit dem Ende der Kooperation zum 31. Dezember 2025 erfolgt kein aktiver Vertrieb von Neugeschäft mehr“ (22.4.2026).

Lediglich einer der fünf Talanx-Lebensversicherer baute das Prämienvolumen aus, und zwar die Neue Leben Lebensversicherung AG (plus ein Achtel auf fast 770 Millionen Euro).

Ergo schiebt sich dich an Talanx heran

Die siebte Position im Ranking festigte die Ergo-Gruppe, die nur leicht verlor (auf 3,46 Prozent) und nicht einmal mehr 0,1 Prozentpunkte hinter der Talanx liegt. Dabei wuchs die Ergo Vorsorge Lebensversicherung AG (plus vier Prozent auf 1.512 Millionen Euro), während die nicht mehr im Neugeschäft aktive Ergo Lebensversicherung AG um fast sechs Prozent (auf 1.776 Millionen Euro) verlor.

An achter Stelle findet sich weiterhin trotz leichter Verluste die Axa-Gruppe wieder. Dahinter folgt um zwei Positionen verbessert die Alte Leipziger Lebensversicherung a.G., die um fast 0,3 Prozentpunkte (auf 3,28 Prozent) zulegte und der Axa unmittelbar im Nacken sitzt.

Die unverändert zehnplatzierte Zurich Gruppe Deutschland büßte leicht auf unter drei Prozent Marktanteil ein. Gleiches trifft auch auf die Viridium-Gruppe zu, die allerdings fast 0,4 Prozentpunkte einbüßte und von neun auf elf zurückfiel. Erneut die zwölfte Position belegt die Nürnberger Lebensversicherung AG, deren Marktanteil auf 2,3 Prozent nachgab.

Marktanteile der Lebensversicherer (Bild: Wichert)

Das wird in der Marktanteilsstatistik untersucht

Das Kivi analysiert jährlich auf Basis der Geschäftsberichte den deutschen Versicherungsmarkt. Die Marktanteilsstatistik erfasst Versicherungskonzerne oder -gruppen mit allen Einzelunternehmen, sofern mindestens ein Unternehmen mehr als 50 Millionen Euro gebuchte Bruttoprämien im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft in Deutschland erzielt.

Auf dieser Basis ergeben sich gut 68 (2024: 69; 2023: 71) Anbietergruppen, die aus 151 (155; 153) Schaden- beziehungsweise Komposit-, 76 (78; 81) Lebens- und weiterhin 35 (36) Krankenversicherungsunternehmen bestehen.

Die acht öffentlich-rechtlichen Versicherungsunternehmen werden dabei als eigene Gruppe zusammengefasst. Sie besteht insgesamt aus 27 Schaden- beziehungsweise Komposit-, acht Lebens- und fünf Krankenversicherern.

Die Anbietergruppen kamen 2025 auf einen Marktanteil von etwa 98,38 (98,23; 97,57) Prozent. Der „durchschnittliche“ Anbieter besteht aus 2,39 (2,40; 2,28) Schaden- beziehungsweise Komposit-, 1,50 (1,51; 1,52) Lebens- und 0,66 (0,64; 0,65) Krankenversicherungsunternehmen.

Weitere Studiendetails und Bezugshinweise

Insgesamt unverändert 21 der Anbietergruppen hatten einen Anteil von mehr als einem Prozent am Markt. Bei den kleinen Einzelversicherern mit weniger als 50 Millionen Euro Prämie handelt es sich der Analyse zufolge überwiegend um Spezialversicherer mit begrenzter Geschäftstätigkeit. Sie kommen zusammengerechnet nur auf rund 0,6 Prozent Marktanteil.

Die Marktanteilsstatistik (MAS) 2025 kann unter dieser E-Mail-Adresse bestellt werden. Für Nicht-Versicherungsunternehmen kostet das komplette Paket – Marktanteilsstatistik mit der Sonderanalyse Schaden/Unfall – netto 1.330 Euro. Die Kosten für die Marktanteilsstatistik allein betragen netto 1.000 Euro. Nur die Sonderanalyse kostet netto 440 Euro.

Wie beurteilen Sie diesen Artikel?
Artikel-Werkzeuge für Sie
Diese Seite empfehlen
Weitere Artikel der aktuellen Ausgabe
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren