2.11.2026 – Die Unfallversicherer erzielten im vergangenen Jahr laut GDV mit 25,1 Millionen Verträgen 6,9 Milliarden Euro gebuchte Bruttoprämien. Dem „Branchenmonitor 2026: Unfallversicherung“ zufolge führt die Allianz die Ranglisten nach Policenbestand und nach Beitragseinnahmen an. Dahinter folgen die Debeka und die Ergo (Kontrakte) beziehungsweise die Ergo und die R+V (Prämie). Prozentual legten unter den Marktgrößen die R+V (Beiträge) und vor allem wegen geänderter Zählweise die Ergo (Verträge) am stärksten zu. Die größten Einbußen hatten die Axa (Einnahmen) und die R+V (Policen) zu verzeichnen.
Die privaten Unfallversicherer hatten Ende 2025 nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) rund 25,1 Millionen Verträge im Bestand. Bereinigt aufgrund der Änderung der Grundgesamtheit waren das 0,8 Prozent weniger als im Jahr zuvor.
Allianz bei den Einzelgesellschaften an der Spitze
Auf Ebene der Einzelgesellschaften betrachtet hatte mit mehr als 4,2 Millionen Kontrakten die Allianz Versicherungs-AG die meisten Policen in den Büchern. Dies zeigt der „Branchenmonitor: Unfallversicherung 2026“ der V.E.R.S. Leipzig GmbH. In diesem werden zahlreiche Kennzahlen der 50 größten Marktteilnehmer mit rund 95 Prozent Marktanteil dargestellt.
An zweiter und dritter Stelle liegen mit jeweils um die zwei Millionen Kontrakten die Debeka Allgemeine Versicherung AG und die Ergo Versicherung AG. Dahinter folgen mit knapp 1,8 Millionen Policen die Generali Deutschland Versicherung AG und die Huk-Coburg-Allgemeine Versicherung AG mit gut 1,7 Millionen.
Die Unfallversicherer auf den weiteren Plätzen
Die Positionen sechs bis acht belegen mit 1,44 bis 1,31 Millionen Stück die ADAC Versicherung AG, die Huk-Coburg Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands a.G. in Coburg und die R+V Allgemeine Versicherung AG.
Auf Vertragsbestände im siebenstelligen Bereich kamen ansonsten nur noch die Signal Iduna Allgemeine Versicherung AG und der LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G. Letzterer übertraf dabei erstmals die Marke von einer Million.
Zwischen plus fast 543.000 und minus knapp 28.000 Verträgen
Insgesamt legten sieben der zehn Marktgrößen mit mehr als einer Million Verträgen im Vergleich zu 2024 zu. Nach absoluten Zahlen lagen die Veränderungen zwischen plus 542.847 (Ergo) und minus 27.716 (Allianz).
Die Verminderungsraten betrugen knapp 1,2 Prozent bei der R+V, knapp 0,7 Prozent bei der Allianz und annähernd 0,6 Prozent bei der ADAC Versicherung.
Ergo dank Sonderfaktor mit dem größten Plus
Die größte Steigerungsrate errechnet sich mit über 38 Prozent für die Ergo, die zuvor zweimal am stärksten untern Platzhirschen verloren hatte (VersicherungsJournal 1.12.2025, 20.12.2024). Sie schob sich dadurch vom sechsten auf den dritten Platz in der Rangliste nach oben.
Im Geschäftsbericht 2025 (PDF, 839 KB) merkt die Ergo zum Hintergrund in einer Fußnote an, dass sich im Vergleich zu den Vorjahren die Zählweise bei Einzel-, Gruppen- und Sammelversicherungen in der Unfall- wie auch der Rechtsschutzversicherung geändert habe.
Die übrigen Branchenschwergewichte bauten ihre Vertragsbestände zwischen knapp 6,6 Prozent (Huk-Coburg-Allgemeine) und gut 0,1 Prozent (Debeka) aus.
Durch den Aufstieg der Ergo fielen die Generali, die Huk-Coburg-Allgemeine und die ADAC Versicherung jeweils eine Position in der Rangliste zurück. Der Huk-Coburg VVaG verdrängte die R+V vom siebten Platz.
Allianz auch nach Beitragsvolumen an der Spitze
Nach gebuchten Bruttobeiträgen – diese beliefen sich laut GDV 2025 branchenweit auf 6,9 Milliarden Euro (plus 1,6 Prozent) – zeigt sich eine etwas andere Reihenfolge. Zwar landete auch hier erneut die Allianz mit knapp 1,2 Milliarden Euro an der Spitze. An zweiter Stelle liegt weiterhin, aber nun nur noch eine Position besser als nach Verträgen, die Ergo (mit 553 Millionen Euro).
Dahinter folgt fünf Stellen besser als nach Policen die R+V vor der Debeka auf dem vierten (nach Kontrakten zweiten) Platz und vor der Generali auf dem fünften (nach Verträgen vierten) Rang. Die drei letztgenannten Akteure schafften Prämieneinnahmen zwischen fast 482 und gut 453 Millionen Euro.
Die Positionen sechs bis neun belegen die Signal Iduna Allgemeine (nach Verträgen auf Rang neun), der LVM (Nummer zehn nach Policen), die Axa Versicherung AG (an 14. Stelle nach Kontrakten) und die Provinzial Versicherung AG (Position 18 nach Verträgen).
Deutlich schlechter als nach Verträgen platzierten sich nach Prämien die ADAC Versicherung (27.), der Huk-Coburg VVaG (24.) und die Huk-Coburg-Allgemeine (22.).
R+V mit dem größten Prämienwachstum
Unter den neun Marktteilnehmern mit dem größten Beitragsaufkommen legte die R+V mit fast sechs Prozent am stärksten zu. „Wachstumstreiber war die Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr“, schreiben die Wiesbadener erläuternd im Geschäftsbericht 2025 (PDF, 1,5 MB).
Der LVM wuchs mit 5,4 Prozent noch einmal etwas stärker als vor Jahresfrist. Damit habe man die unternehmenseigene Planung von 5,3 Prozent erreicht, wird im Geschäftsbericht 2025 (PDF, 4,3 MB) hervorgehoben. Die Debeka wuchs um gut drei Prozent, die Generali um fast drei Prozent und die Allianz um über zwei Prozent. Etwas unterdurchschnittlich legte die Provinzial zu.
Die Signal Iduna erzielte 0,3 Prozent weniger Umsatz als ein Jahr zuvor, die Ergo gut ein Prozent weniger. Eine Verminderungsrate von über zwei Prozent hatte die Axa hinzunehmen.
Der „Branchenmonitor 2026: Unfallversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2020 bis 2025). Die rund 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 1.090,10 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.








