15.10.2026 – In der Kraftfahrtversicherung kamen im vergangenen Jahr 21 der 50 größten Anbieter auf eine kombinierte Schaden-Kosten-Quote von über 100 Prozent. Neun davon schnitten mit 105 Prozent oder höher ab. Der höchste Wert stand mit fast 110 Prozent für die BGV zu Buche. Deutlich verbessern konnte sich besonders die Debeka. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2026: Kraftfahrtversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.
2025 haben sich die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Kraftfahrtversicherer versicherungstechnisch deutlich verbessert und den Sprung in die Gewinnzone geschafft.
Die Combined Ratio (nach Abwicklung, in Relation zu den verdienten Bruttobeiträgen im inländischen Direktgeschäft) betrug im vergangenen Jahr nach Verbandsangaben 97,0 (2024: 104,0) Prozent (VersicherungsJournal 25.9.2026). Damit senkte die Branche die Quote in der gleichen Größenordnung wie ein Jahr zuvor.
Erneut verbesserte Ertragslage
Die Branche war nach acht profitablen Jahren 2022 erstmals wieder versicherungstechnisch in die Verlustzone gerutscht. Im Jahr darauf war ein neues 16-Jahres-Hoch erreicht worden (8.11.2024). Der Tiefststand war (coronabedingt) 2020 zu beobachten (20.12.2021).
Während sich die Versicherungsleistungen nur um 3,4 Prozent auf 31,85 Milliarden Euro erhöhten, stiegen die Einnahmen mit einem guten Achtel (auf fast 38,4 Milliarden Euro) mehr als viermal so stark. Dabei verminderte sich die Zahl der versicherten Schäden um über zwei Prozent auf 8,82 Millionen.
39 Kfz-Versicherer in der Verlustzone
Auf der Ebene der einzelnen Gesellschaften landeten nur noch 21 (Vorjahr: 39) Akteure versicherungstechnisch in der Verlustzone, wie der „Branchenmonitor 2026: Kraftfahrtversicherung“ zeigt.
Die Studie wird jährlich von der V.E.R.S. Leipzig GmbH durchgeführt. Sie enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen der 50 größten Marktakteure in der Sparte, die auf rund 90 Prozent Marktanteil kommen.
BGV mit der höchsten Combined Ratio
Auf die höchste Quote (109,6 Prozent) kommt dabei die BGV-Versicherung AG. Zwischen 108,5 und knapp 106 Prozent lagen die Baloise Sachversicherung AG Deutschland, die Debeka Allgemeine Versicherung AG, die Itzehoer Versicherung/Brandgilde von 1691 VVaG, die Alte Leipziger Versicherung AG und die Öffentliche Feuerversicherung Sachsen-Anhalt (Ösa).
Kombinierte Schaden-Kosten-Quoten von jeweils über 105 Prozent werden aufgeführt für die Lippische Landesbrandversicherungsanstalt, die DA Deutsche Allgemeine Versicherung AG (DA Direkt) sowie für den DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Sach- und HUK-Versicherungsverein a.G.
Zwei Anbieter mit erhöhter Quote
Nur bei der Nürnberger, der Garanta und der Mannheimer erhöhten sich die Quoten, wenn auch jeweils nur leicht.
Bei der Itzehoer ging es um gut einen Prozentpunkt nach oben, bei der Ösa um gut zwei Prozentpunkte aufwärts.
Debeka verbessert sich am stärksten
Alle übrigen der vorgenannten Anbieter konnten ihre Versicherungstechnik verbessern. Am stärksten gelang dies der Debeka, die ihre kombinierte Schaden-Kosten-Quote vom branchenweit dritthöchsten Wert 2024 (21.10.2025) um 14,6 Prozentpunkte drückte.
Während der Schadenaufwand um ein gutes Achtel auf 318 Millionen Euro zunahm, erhöhten sich die gebuchten Bruttoprämien mit über einem Viertel mehr als doppelt so stark. In der Folge reduzierte sich die Schadenquote von fast 102 auf 90 Prozent.
Um immerhin noch elf Prozentpunkte verbesserte die Lippische Landesbrand ihre Combined Ratio. In etwa genauso stark sank auch die Schadenquote (auf unter 87 Prozent). Während der Schadenaufwand sich um etwa zwei Prozent auf 63 Millionen Euro verminderte, wuchsen die Bruttobeitragseinnahmen um über ein Zehntel auf fast 73 Millionen Euro an.
Der „Branchenmonitor 2026: Kraftfahrtversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2020 bis 2025). Die rund 200-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 1.654,10 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.






