Diese Haftpflichtversicherer landeten 2025 tief in den roten Zahlen

22.10.2026 – Die Nürnberger kam im vergangenen Jahr trotz einer deutlichen Verbesserung mit 1 48 Prozent auf die höchste Combined Ratio unter den 50 größten Anbietern in der allgemeinen Haftpflichtversicherung. Bei 143 Prozent lag die Öffentliche Braunschweig, bei 115,5 Prozent der HDI. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2026: Haftpflichtversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.

Im Geschäftsjahr 2025 fuhren die Anbieter auf dem deutschen Markt in der allgemeinen Haftpflichtversicherung zwar ein weiteres Mal versicherungstechnische Gewinne ein. Im Schnitt erwirtschaftete die Branche nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) gut vier Cent Gewinn pro Beitragseuro.

Ertragslage deutlich verschlechtert

Die Combined Ratio (nach Abwicklung, in Relation zu den verdienten Bruttobeiträgen im inländischen Direktgeschäft) betrug 95,7 Prozent. Das waren sechs Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor (VersicherungsJournal 27.10.2025).

Seit 2002 kam die Branche nur zweimal auf eine noch höhere Quote. Am wenigsten verdienten die Haftpflichtversicherer zu Beginn des Beobachtungszeitraums, als es nur so gerade eben für die Gewinnzone reichte. Der absolute Tiefstwert wurde 2023 mit 82 Prozent erreicht (14.11.2024). Zwölfmal lag die Quote über der Marke von 90 Prozent.

Entwicklung CR (Bild: Wichert)

Während sich die Einnahmen um nicht einmal ein Prozent auf 8,8 Milliarden Euro erhöhten, stiegen die Versicherungsleistungen rund dreimal so stark (plus 2,8 Prozent auf 5,78 Milliarden Euro). Beide Werte sind Verbandsangaben zufolge bereinigt aufgrund der Änderung der Grundgesamtheit. Dabei verminderte sich die Zahl der versicherten Schäden um über vier Prozent auf unter 1,89 Millionen.

15 Haftpflichtversicherer in der Verlustzone

Auf der Ebene der einzelnen Gesellschaften schrieben über zwei Drittel der 50 umsatzstärksten versicherungstechnisch Gewinne (22.10.2026).15 (Vorjahr: fünf) Akteure landeten hingegen in der Verlustzone, wie der „Branchenmonitor 2026: Haftpflichtversicherung“ zeigt. Zwei von ihnen gaben sogar jeweils über 40 Prozent mehr für Schäden und Kosten aus als sie einnahmen.

Die mit Abstand höchste kombinierte Schaden-Kosten-Quote hatte erneut die Nürnberger Allgemeine Versicherungs-AG zu verzeichnen – mit zuletzt 148 Prozent. Über 143 Prozent waren es bei der Öffentlichen Sachversicherung Braunschweig.

Vergleichsweise hohe Quoten zwischen 115,5 und 103,9 Prozent werden ferner für die HDI Versicherung AG, die Bayerischer Versicherungsverband Versicherungs-AG, die Axa Versicherung AG, die Landschaftliche Brandkasse Hannover (VGH), die BA die Bayerische Allgemeine Versicherung AG und die Allianz Versicherungs-AG ausgewiesen.

Hohe CR (Bild: Wichert)

Nur Nürnberger mit Verbesserung

Nur die Nürnberger konnte ihre Combined Ratio im Vergleich zum Vorjahr senken, und zwar um 13,5 Prozentpunkte. Dabei schrumpften die verdienten Bruttoeinnahmen um gut vier Prozent auf 82 Millionen Euro.

Zwar reduzierte sich auch der Schadenaufwand um ein Sechstel auf 85,2 Millionen Euro. Er fiel aber immer noch um über 30 Millionen Euro höher aus als 2023 und um fast 50 Millionen Euro höher als 2022.

Die Höhe führt das Unternehmen im Geschäftsbericht 2025 (PDF, 820 KB) neben der zufallsbedingten Häufung von Großschäden über 250.000 Euro erneut auf eine erforderliche Nachreservierung für Vorjahresschäden zurück.

Öffentliche Braunschweig mit der stärksten Verschlechterung

Bei den übrigen der vorgenannten Akteure verschlechterte sich die Combined Ratio, und zwar um mindestens sechs Prozentpunkte (Allianz). Alle rutschten von der Gewinn- in die Verlustzone. Um fast 47 Prozentpunkte erhöhte sich die Quote bei der Öffentlichen Braunschweig.

Während der Umsatz um gut ein Prozent auf 23 Millionen Euro zurückging, verdoppelten sich die Versicherungslistungen beinahe auf 20 Millionen Euro. Das Unternehmen nennt im Geschäftsbericht 2025 (PDF, 3,0 MB) „Nachreservierungen für Vorjahresschäden“ als Hintergrund für die „deutliche“ Steigerung des Bruttoschadenaufwands.

Der „Branchenmonitor 2026: Haftpflichtversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2020 bis 2025). Die rund 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 1.090,10 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

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