Diese Kfz-Haftpflichtversicherer fuhren 2025 besonders tief in die Verlustzone

29.10.2026 – In der Kfz-Haftpflichtversicherung kam im vergangenen Jahr 21 der 50 größten Anbieter auf eine kombinierte Schaden-Kosten-Quote von über 100 Prozent. Acht davon schnitten mit 110 Prozent oder höher ab. Der höchste Wert stand für die Dialog mit fast 116 Prozent zu Buche. Nur um Nuancen besser sah es für die Itzehoer aus. Der größte Anstieg war bei der Dialog zu beobachten. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2026: Kraftfahrtversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.

Die Ertragslage für die deutschen Kfz-Haftpflichtversicherer hat sich 2025 leicht verschlechtert. Bei weiterhin knapp 3,5 Millionen regulierten Schäden erhöhten sich die Versicherungsleistungen mit 7,2 Prozent (auf einen neuen Rekordwert von 18,23 Milliarden Euro) etwas stärker als der Umsatz. Dieser nahm um ein Neuntel auf fast 21,7 Milliarden Euro zu.

Kombinierte Schaden-Kosten-Quote leicht gestiegen

In der Folge ist die kombinierte Schaden-Kosten-Quote (nach Abwicklung; in Relation zu den verdienten Bruttobeiträgen) um von 98,3 auf 98,8 Prozent gestiegen (VersicherungsJournal 25.9.2026). Vor Jahresfrist war die Quote um drei Prozentpunkte gesunken (17.11.2025), nachdem sie davor um fünf (5.12.2024) beziehungsweise über acht Prozentpunkte (19.8.2024) angewachsen war.

Entwicklung Quote (Bild: Wichert)

Seit 2008 fiel die Combined Ratio neunmal höher und sechsmal niedriger aus. Der Tiefststand im Betrachtungszeitraum wurde – coronabedingt – 2021 mit unter 89 Prozent erreicht. Am unprofitabelsten agierte die Branche 2010 mit fast 106 Prozent.

Acht Versicherer mit mehr als zehn Cent Verlust pro Beitragseuro

Auf Ebene der einzelnen Gesellschaften zeigt sich laut dem „Branchenmonitor 2026: Kraftfahrtversicherung“ eine riesige Spreizung. Die Studie wird jährlich von der V.E.R.S. Leipzig GmbH durchgeführt. Sie enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen der 50 größten Marktakteure in der Sparte, die auf rund 90 Prozent Marktanteil kommen.

Der Publikation zufolge landeten angeführt von der Signal Iduna Allgemeine Versicherung AG (29.10.2026) 29 Marktteilnehmer in der Gewinnzone. 21 Anbieter schrieben rote Zahlen in Kfz-Haftpflicht. Acht von ihnen machten versicherungstechnisch sogar mehr als zehn Cent Verlust pro Beitragseuro.

Dialog und Itzehoer mit den höchsten Quoten

Auf die höchsten Combined Ratios von jeweils knapp unter 116 Prozent kamen die Dialog Versicherung AG und die Itzehoer Versicherung/Brandgilde von 1691 VVaG.

Versicherungstechnisch jeweils um die 14 Cent Verlust pro Beitragseuro schrieben die Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG, Direktion für Deutschland und die DA Deutsche Allgemeine Versicherung AG (DA Direkt).

Dahinter folgen mit Quoten zwischen 111,4 und 110,0 die BGV-Versicherung AG, die Öffentliche Feuerversicherung Sachsen-Anhalt (Ösa), die Baloise Sachversicherung AG Deutschland und die Debeka Allgemeine Versicherung AG.

Hohe CR (Bild: Wichert)

Nur Debeka mit Verbesserung

Die Debeka konnte als einziger der letztgenannten Akteure ihre Quote senken, und das sogar um fast sieben Prozentpunkte. Während der Umsatz um fast ein Viertel auf 193,6 Millionen Euro stieg, erhöhte sich der Schadenaufwand „nur“ um ein Sechstel auf 176,5 Millionen Euro.

Die übrigen Kfz-Haftpflichtversicherer mit besonders hohen Combined Ratios verschlechterten sich deutlich, bis auf die BGV-Versicherung, bei der es „nur“ um 4,7 Prozentpunkte nach oben ging. Knapp unter zehn Prozentpunkte betrug die Erhöhung bei der Baloise und der DA Direkt.

Gewaltige Verschlechterung bei der Dialog

Bei der Dialog stieg die kombinierte Schaden-Kosten-Quote um 30 Prozentpunkte. Die Einnahmen sanken um 3,3 Prozent auf unter 67 Millionen Euro, während der Schadenaufwand sich um 41 Prozent auf über 63 Millionen Euro erhöhte.

Im Geschäftsbericht 2025 (PDF, 798 KB) verweist das Unternehmen zum Hintergrund „vor allem“ auf eine „verschlechterte Vorjahres-Schadenabwicklung“. Dadurch viel die Dialog im Vergleich zum Vorjahr (17.11.2025) um 46 Plätze in der Rangliste zurück.

Der „Branchenmonitor 2026: Kraftfahrtversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2020 bis 2025). Die rund 200-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 1.654,10 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

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