14.8.2026 – 55 Krankenkassen hatten im ersten Halbjahr 2026 schrumpfende Versichertenbestände zu verzeichnen. Die größten Einbußen hatten nach absoluten Zahlen die Knappschaft-Bahn-See (minus fast 20.000 Personen) und relativ die BKK Scheufelen (minus über sieben Prozent) hinzunehmen. Dies zeigen Daten des gesundheitspolitischen Hintergrunddienstes Dfg. Die „Verlierer“ gehören fast alle zu den teuersten ihrer Zunft.
Weit mehr als die Hälfte der Krankenkassen hatte im ersten Halbjahr 2026 Versichertenrückgänge zu verzeichnen. Dies zeigt eine Datensammlung des gesundheitspolitischen Hintergrunddienstes Dfg – Dienst für Gesellschaftspolitik.
Knappschaft verlor absolut die meisten Versicherten
Die größten Verluste unter den 55 Körperschaften mit negativer Entwicklung waren nach absoluten Zahlen bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (KBS; minus über 32.000 auf unter 1,13 Millionen Personen) zu beobachten.
Jeweils um die 26.000 Versicherte weniger als zu Jahresbeginn zählten die IKK Classic (knapp 2,85 Millionen) und die Viactiv Krankenkasse (knapp 654.600). Im fünfstelligen Bereich verloren ansonsten nur noch die Mhplus Betriebskrankenkasse (auf 466.750), die Barmer (auf 8,18 Millionen), die Bundesinnungskrankenkasse Gesundheit (Big direkt gesund; auf knapp 476.500) und die Pronova BKK (auf 581.150).
Weitere Krankenkassen mit Verminderungen
Verminderungen im hohen vierstelligen Bereich hatten die AOK Nordost – Die Gesundheitskasse (auf 1,57 Millionen), die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG; auf unter 463.000), die Kaufmännische Krankenkasse – KKH (auf 1,46 Millionen) und die Bahn-BKK (auf 553.000) hinzunehmen.
Die meisten der vorgenannten Körperschaften hatten schon in den ersten Monaten zu den Verlierern gezählt (VersicherungsJournal 5.5.2026). Bei der IKK Classic fiel das Minus in der zweiten Dreimonatsperiode fast doppelt so stark aus. Eine Trendumkehr ist wenig wahrscheinlich, hat der Akteur doch zum 1. August den Zusatzbeitrag um 0,45 Prozentpunkte auf 3,85 angehoben (15.7.2026).
BKK Scheufelen hatte relativ die stärksten Verluste
Prozentual gemessen hatte mit 7,2 Prozent (minus 5.114 auf rund 66.240 Versicherte) die BKK Scheufelen den stärksten Rückgang zu verzeichnen. Um 4,6 bis knapp vier Prozent schrumpften die Energie-BKK (minus 5.976 auf 124.150 Personen), die Mhplus, die BKK Provita (minus 4.453 auf unter 111.600), die Viactiv und die Heimat Krankenkasse (minus 4.184 auf unter 106.850).
Etwas über beziehungsweise unter drei Prozent der Versicherten verloren die BKK Verbundplus (minus 3.739 auf knapp 116.100), BKK Melitta HMR (minus 2.334 auf 78.400), die BKK Euregio (minus 1.814 auf unter 61.550) sowie die KBS.
Oft hohe Zusatzbeiträge
Die Körperschaften mit hohen Einbußen gehören alle zu den vergleichsweise teuren Akteuren. Die Knappschaft verlangt zwar nach der zu Jahresbeginn vorgenommenen (7.1.2026) leichten Reduzierung des Zusatzbeitrags auf 4,3 Prozent nicht mehr den höchsten Gesamtbeitragssatz, liegt mit 18,9 Prozent aber immer noch an fünfter Stelle der teuersten Krankenkassen.
18,79 Prozent sind es bei der Viactiv, jeweils knapp 18,6 Prozent bei der BKK Scheufelen und der Energie-BKK sowie jeweils rund 18,5 Prozent bei der BKK Melitta HMR, der BKK Verbund Plus, der IKK Classic, der Mhplus und der Heimat Krankenkasse.






