Einbrecher schlugen 2025 häufiger, Autodiebe seltener zu

21.4.2026 – Die Diebstahlkriminalität hat im vergangenen Jahr deutlich abgenommen (minus 6,5 Prozent auf 1,8 Millionen erfasste Delikte). Zwar wurden weniger Fahrräder und Autos geklaut, dafür aber erneut mehr Wohnungseinbruchdiebstähle (plus 0,8 Prozent) registriert. Dies geht aus der am Montag veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 hervor.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland mit knapp 5,51 Millionen rund 5,6 Prozent weniger Straftaten verübt als im Jahr zuvor (VersicherungsJournal 3.4.2025). Dies teilte das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) am Montag anlässlich der Veröffentlichung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2025 mit. Ein Jahr zuvor hatte die Kurve um 1,7 Prozent nach unten gezeigt (10.4.2024).

Weniger Straftaten, weiter rückläufige Aufklärungsquote

Der aktuelle Rückgang resultiert den Angaben zufolge zum Teil „aus der Teillegalisierung des Besitzes und Anbaus von Cannabis und dessen Zubereitungen seit dem 1.4.2024 und [der] dadurch reduzierte[n] Strafbarkeit in dem Zusammenhang“. Damit sei die Vergleichbarkeit der Gesamtfallzahlen mit den Vorjahren nicht gegeben, wird erläutert.

Im Vergleich: Mehr als sechs Millionen Straftaten wurden zuletzt 2016 erfasst. Danach waren die Zahlen fünf Mal in Folge nach unten gegangen, danach wieder zweimal nach oben (31.3.2023). 2021 war – unter anderem pandemiebedingt – mit unter 5,05 Millionen der niedrigste Stand seit 1993 erreicht worden (7.4.2022).

Die Aufklärungsquote ging zwar minimal von 58,0 auf 57,9 Prozent zurück. Damit blieb sie aber weiterhin nur leicht unter dem Höchststand von 58,7 Prozent im Jahr 2021.

Diebstähle sind deutlich zurückgegangen

Nach einem überproportional starken Anstieg der Diebstahlkriminalität im Jahr 2023 zeigte die Kurve 2024 leicht (minus 1,6 Prozent) und 2025 deutlich nach unten (minus 6,5 Prozent auf 1,81 Millionen erfasste Delikte).

Neben der Zahl der Taschendiebstähle (plus 11,6 Prozent auf 107.720 erfasste Fälle) stieg nur noch die Zahl der amtlich registrierten Wohnungseinbruchdiebstähle (plus 5,7 Prozent auf 82.290). Dies stellt allerdings immer noch den sechstniedrigsten Wert in diesem Jahrtausend dar. Der Tiefststand wurde vier Jahre zuvor mit 54.236 erreicht, der Höchststand 2015 mit mehr als 167.000.

Einbrüche 2000-2025 (Bild: Wichert)

Im aktuellen IMK-Bericht (PDF, 9,5 MB) wird explizit darauf hingewiesen, „dass es im Bereich des Wohnungseinbruchdiebstahls ein nennenswertes Dunkelfeld gibt – laut des bundesweiten Viktimisierungssurveys SKiD 2024 wurden nur etwa 57 Prozent der Wohnungseinbruchdiebstähle der Polizei bekannt, wobei dieser Anteil bei vollendeten Delikten (87 Prozent) erheblich höher war als bei Versuchen (48 Prozent)“.

Es seien also vor allem versuchte Delikte gewesen, von denen die Polizei nichts erfahren habe.

Deutlich weniger Autodiebstähle

Besonders deutlich nach unten zeigte die Kurve bei den Fahrraddiebstählen (minus 12,9 Prozent auf unter 214.264 Fälle). Stark rückläufig war auch die Zahl der von der Polizei erfassten Kraftwagendiebstähle.

Sie verminderte sich um neun Prozent auf 27.632. Weniger solcher Delikte wurden nur zwischen 2020 und 2022 dokumentiert. 2011 lag die Zahl der amtlich registrierten Taten bei über 40.000.

Kraftwagendiebstahl (Bild: Wichert)

2005 wurden noch über 50.000, 2002 sogar noch über 70.000 Autos geklaut. Im Vergleich zum Jahr 2000 mit mehr als 83.000 Delikten beläuft sich das Minus auf mehr als zwei Drittel. Die Aufklärungsquote erhöhte sich erneut, und zwar von 29,2 auf 30,1 Prozent.

Rückgänge gab es auch bei den Ladendiebstählen (minus 5,4 Prozent auf 386.096 Delikte) und bei den Diebstählen an oder aus Kraftfahrzeugen (minus 7,5 Prozent auf 237.198 Fälle).

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