Fast jeder dritte Bundesbürger ist 60 Jahre oder älter

16.6.2026 – Ende 2025 hatte Deutschland nach Destatis-Angaben rund 83,5 Millionen Einwohner (minus 110.000). Hintergrund: Die um fast die Hälfte rückläufige Nettozuwanderung blieb unter dem Strich hinter dem erneut gestiegenen Geburtendefizit zurück. Der Anteil der mindestens 60-Jährigen an der Gesamtbevölkerung erhöhte sich von 30,5 auf 31 Prozent.

Die Bevölkerungszahl in der Bundesrepublik betrug Ende 2025 rund 83,5 Millionen Personen. Das waren gut 110.000 Personen weniger als ein Jahr zuvor (VersicherungsJournal 24.1.2025). Dies teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag mit und korrigierte damit eine erste Schätzung aus dem Januar (29.1.2026).

Wie die Statistiker weiter mitteilten, gab es nur in den drei Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen ein jeweils leichtes Bevölkerungswachstum. Die größten Rückgänge hatten Thüringen (minus 1,0 Prozent) und Sachsen-Anhalt (minus 0,7 Prozent) zu verzeichnen.

Erster Rückgang seit 2020

Nachdem die Bevölkerung in Deutschland von 2003 bis 2010 durchgängig geschrumpft war, zeigte die Kurve bis 2024 fast kontinuierlich aufwärts. Einzige Ausnahme war das erste Corona-Pandemiejahr 2020 (14.10.2020, 22.6.2021).

2019 hatte die Zunahme noch fast 150.000 Individuen betragen. In den sechs Jahren davor waren es mindestens 200.000. Der wanderungsbedingte Rekordzuwachs seit der Wiedervereinigung wurde im Jahr 2015 mit knapp unter einer Million erreicht (29.8.2016).

Bevölkerungsentwicklung (Bild: Wichert)

Für das Jahr 2022 hatte Destatis ursprünglich ein Plus von 1,1 Millionen Einwohnern vermeldet, und zwar auf Basis des Zensus 2011. Nach dem Zensus 2022 zählte die Bundesrepublik Deutschland mit rund 82,72 Millionen etwa 1,4 Millionen Einwohner weniger als zuvor angenommen (Stichtag 15. Mai 2022) (26.6.2024). Bereinigte Zahlen für 2022 zur Bevölkerungsentwicklung liegen nicht vor.

Vergleichsweise niedrige Nettozuwanderung

2025 betrug die Nettozuwanderung (positiver Saldo aus Zu- und Fortzügen) nach amtlichen Angaben 235.000 Personen. Dies entspricht einem Minus von fast der Hälfte im Vergleich zum Jahr zuvor.

Auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie 2025 bewegte sich die Nettozuwanderung zuletzt 2020 mit 220.251 Personen, so die Statistiker. Der jährliche Wanderungssaldo sei im Schnitt der Jahre 1990 bis 2024 mit 356.000 Personen deutlich höher ausgefallen.

Noch höheres Geburtendefizit

Das seit der Wiedervereinigung in jedem Jahr aufgetretene Geburtendefizit fiel im vergangenen Jahr mit 352.000 noch einmal etwas höher aus als ein Jahr zuvor (knapp 331.000) und erreichte einen neuen Höchststand. Es lag laut Destatis zum vierten Mal in Folge über der Marke von 300.000. Zum Vergleich: In den 2010er-Jahren betrug das Defizit im Schnitt 171.423 Personen, so das Amt.

2025 standen 654.300 (2024: 677.100) Geborene erneut knapp 1,01 Millionen Gestorbenen gegenüber. Dabei war nur in Hamburg ein leichter Geburtenanstieg zu beobachten. In allen anderen Bundesländern zeigte die Kurve nach unten, und zwar um bis zu 8,4 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern.

Während die Geburtenzahl so niedrig ausfiel wie niemals zuvor seit 1946, erreichte die Todeszahl den fünfthöchsten Wert seit 1946. Über erste Hintergründe zum Todesfallgeschehen hatte das Amt Anfang Januar informiert (14.1.2026).

Immer mehr Senioren

Wie in den Vorjahren wuchs nur die Altersgruppe von 60 bis 79 Jahren, und zwar um 2,8 Prozent beziehungsweise 358.000 Personen. Zum Hintergrund verweist Destatis auf die geburtenstarken Jahrgänge der sogenannten Babyboomer, „die sukzessive in diese Altersgruppe hineinwachsen“.

Bei den Über-80-Jährigen war hingegen ein Rückgang zu beobachten (minus 2,5 Prozent beziehungsweise 151.000 Personen), was das Amt darauf zurückführt, „dass die geburtenschwachen Jahrgänge um das Ende des Zweiten Weltkrieges dieses Alter erreichen“.

Leicht nach unten zeigte die Kurve bei den Einwohnern unter 20 Jahren (minus 0,6 Prozent beziehungsweise 88.000 Menschen) sowie in der Altersgruppe von 20 bis 59 Jahren (minus 1,0 Prozent beziehungsweise 409.000 Personen).

Nach amtlichen Angaben wirkten sich die unterschiedlichen Entwicklungen auf die Altersstruktur aus. So erhöhte sich binnen Jahresfrist der Anteil der Senioren ab 60 Jahren an der Gesamtbevölkerung von 30,5 auf 31 Prozent.

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