Franke und Bornberg kürt die besten Cyberpolicen für Privatpersonen

27.8.2026 – Das Analysehaus Franke und Bornberg hat ein Update seines „Produktratings Cyber-Versicherung für Privatpersonen“ veröffentlicht. Dabei schnitt die Debeka („Cyberversicherung“ plus „Cyber-Rechtsschutz“) am besten ab und bekam als einziger Testkandidat die Höchstnote „hervorragend“. Fünf weitere Angebote, verteilt auf die Anbieter Debeka, SV, VGH und WGV, wurden in die zweitbeste Notenklasse „FFF“ eingestuft. Untersucht wurden insgesamt 20 Produkte von 13 Anbietern.

Die Franke und Bornberg GmbH (FuB) hat am Donnerstag ein Update ihres „Produktratings Cyber-Versicherung für Privatpersonen“ vorgelegt. Premiere hatte das Rating vor etwa fünf Jahren (VersicherungsJournal 2.9.2021).

Berücksichtigt wurden wie schon bei den vorangegangenen Auflagen (24.7.2025) erneut keine Cyberbausteine oder Einschlüsse zu Hausrat, Haftpflicht oder Rechtsschutz, sondern ausschließlich eigenständige Cybertarife.

So wurden die Cyberpolicen bewertet

Als Quellen für das Rating werden nach Unternehmensangaben ausschließlich die Versicherungsbedingungen sowie gegebenenfalls verbindliche Verbraucherinformationen, Antragsformulare, Versicherungsscheine, Geschäftsberichte und per Stichprobe verifizierte Daten genutzt.

Die Testkandidaten wurden zunächst dahingehend überprüft, in welchen Ausprägungen beziehungsweise Varianten welche Detailleistungen und Einzelregelungen angeboten werden, wird zur methodischen Vorgehensweise erläutert.

Die Qualität der jeweiligen Regelungen wurde in einem nächsten Schritt auf einer Skala von null für die schlechteste Ausprägung bis 100 für die beste Ausprägung eingeordnet. Danach wurden die einzelnen Leistungskriterien entsprechend ihrer Bedeutung aus Kundensicht gewichtet.

69 Prüfkriterien

Der von FuB konzipierte Bewertungskatalog besteht aus 69 (Vorjahr: 68) unterschiedlich gewichteten Prüfkriterien aus 13 (zwölf) Bereichen von „C“ wie Cyberhaftpflicht über „K“ wie Konto-/Daten-/Identitätsmissbrauch bis „Z“ wie Zusatzleistungen bei Zahlungskarten, Konten und Dokumenten.

Neu hinzugekommen ist nach Unternehmensangaben „die Jahreshöchstentschädigung, also die Gesamtleistung für alle Schadenfälle eines Versicherungsjahres“.

Zudem wurden einige Kriterien neu gewichtet. Mehr Bedeutung im Bewertungsraster haben die Analysten dem Prüfpunkt „Konto- und Zahlungsmissbrauch“ zugeteilt. „Der Schutz vor Missbrauch von Online-Kundenkonten und sonstigen Bezahlsystemen fließt künftig stärker in die Bewertung ein, da die Nutzung dieser Dienste ständig wächst.“, heißt es zum Hintergrund.

Weniger Gewicht wurde dem Aspekt „psychologische Betreuung, Haftpflicht und Rechtsschutz“ beigemessen. Beim Mobbing sei das Risiko besonders auf junge Leute konzentriert und nicht für alle Kunden gleichermaßen relevant. Haftpflicht- und Rechtsschutzschäden seien häufig nur in Zusatzbausteinen gegen Mehrbeitrag gedeckt, erläutern die Analysten.

Noten von „FFF+“ bis „F-“ verteilt

Um die Gesamtqualität der Tarife zu messen, hat das Analysehaus auf sein siebenstufiges Bewertungsschema von „FFF+“ („hervorragend“) über „FFF“ („sehr gut“) bis „F-“ („ungenügend“) zurückgegriffen.

Die Klassen sind nach eigenen Angaben so bemessen, dass geringfügige, für die Praxis unerhebliche Punktunterschiede nicht zur Einstufung in eine andere Klasse führen. Innerhalb der Ratingklassen sorgen zusätzliche Schulnoten für weitere Differenzierung.

Zusätzlich werden Mindeststandards für die beiden höchsten Ratingklassen berücksichtigt. Für ein „FFF+“ etwa ist es den Angaben zufolge „erforderlich, dass der Versicherungsschutz mindestens folgende Aspekte abdeckt: Pharming (Umleitung auf betrügerische Websites), Phishing und Skimming (Betrug im Zusammenhang mit Zahlungskarten) bis zu einer Leistungshöhe von mindestens 15.000 Euro.

Dieselbe Summe muss für die Bestnote auch für Verluste aus betrugsbehafteten Interneteinkäufen oder -verkäufen gewährleistet sein. Neuer „FFF+“-Mindeststandard ist eine Jahreshöchstentschädigung von mindestens 40.000 Euro. Weitere Details sind in der „Bewertungsrichtlinie Cyberversicherung Privatpersonen“ (PDF, 216 KB) aufgeführt.

21 Cyberversicherungstarife von 14 Anbietern

Insgesamt haben die Analysten 20 Tarife von 13 Anbietern unter die Lupe genommen. Bei der letzten Auflage waren es 21 Lösungen von 14 Produktgebern, bei der Premiere 19 Offerten von 17 Akteuren.

Nicht mehr zu den Testkandidaten gehört seit dem vorvorletzten Jahr unter anderem die Öffentliche Feuerversicherung Sachsen-Anhalt (Ösa), die bei der Premierenauflage noch den Testsieger gestellt hatte.

Zum Hintergrund hatten die Analysten mitgeteilt, dass die Ösa keine eigenen Cybertarife mehr vermittle, sondern Produkte ihrer Konzernmutter VGH Versicherungen (Landschaftliche Brandkasse Hannover).

Nur die Debeka erhielt die Höchstnote

Testsieger wurde die Debeka Allgemeine Versicherung AG. Nur die im Juli 2026 auf den Markt gebrachte Tarifkombination „Cyberversicherung“ plus „Cyber-Rechtsschutz“ wurde mit der Bestnote „hervorragend“ bedacht (Note: 0,5). Fünf Angebote erhielten ein „FFF“ („sehr gut“):

  • „Cyberschutz“ plus „Cyber Rechtsschutz“ (Note: 0,6; Stand 1/2025) der VGH,
  • „Cyberschutz“ (Note: 0,7; Stand 1/2025) der VGH,
  • „Cyberschutz“ der Debeka (Stand 7/2026; Note: 0,9),
  • „Cyberversicherung“ (Stand 10/2025; Note: 1,3) der WGV-Versicherung AG und
  • „SV InternetSchutz“ (Stand 1/2025; Note 1,3) der SV Sparkassenversicherung Gebäudeversicherung AG.

Immerhin neun Tarife erhielten ein „FF+“, eine Offerte ein „FF“. Für ein weiteres Angebot reichte es nur zu einem „mangelhaft“ („F“), für drei Produkte gar nur zu einem „ungenügend“ („F-“). Die tagesaktuellen Ergebnisse aller untersuchten Tarife veröffentlicht Franke und Bornberg in seinem Webauftritt.

Notenspiegel (Bild: Wichert)

Fazit der Analysten

Auch wenn sich das Bedingungsniveau verbessert hat, vor Jahresfrist waren die beiden besten Notenklassen nicht befüllt, konstatiert FuB-Geschäftsführer Michael Franke:

„Dass in diesem Jahr nur ein einziger Tarif unsere Bestnote ‚FFF+‘ erreicht, zeigt: Guter Cyber-Schutz ist noch immer keine Selbstverständlichkeit. Der Markt für eigenständige Cyber-Versicherungen bewegt sich kaum, obwohl der Bedarf spürbar steigt“.

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