26.5.2026 – In Berlin wurden im vergangenen Jahr nach absoluten Zahlen erneut die meisten Wohnungseinbruchdiebstähle registriert. In Relation zur Einwohnerzahl behielt Mülheim an der Ruhr die unrühmliche Spitzenposition. Dort war die Einbruchsrate mehr als drei Mal so hoch wie im Bundesschnitt. Dies geht aus der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS 2025) hervor. Sie belegt auch, wie stark sich die Aufklärungsquoten von Stadt zu Stadt unterscheiden.
Im vergangenen Jahr lag die Zahl der versicherten Wohnungseinbrüche nach vorläufigen Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) bei etwa 100.000 (VersicherungsJournal 22.4.2026).
Nach der vierten Steigerung in Folge lag die Zahl auf einem neuen Siebenjahreshoch. Letztmals mehr Delikte wurden 2018 gezählt. Allerdings schlugen die Einbrecher in den Jahren noch deutlich häufiger zu. Der Höchststand wurde 2015 mit 180.000 erreicht.
Etwas mehr Wohnungseinbruchdiebstähle
In der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS 2025) wird die Zahl der erfassten Wohnungseinbruchdiebstähle (§ 244 Absatz 1 Nummern 3 und 4 StGB sowie § 244a StGB) mit 82.920 angegeben. Dies bedeutet eine Zunahme um fast sechs Prozent (21.4.2026).
Bereits in den drei Jahren davor war die Zahl der Delikte nach zuvor sechs Rückgängen nach oben gegangen – teilweise sogar zweistellig (3.4.2025, 10.4.2024, 31.3.2023).
Die Differenzen zwischen den PKS- und den GDV-Zahlen dürften unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass der Versichererverband auch Einbrüche in Keller, Dachböden oder Wirtschaftsräume berücksichtigt.
Die meisten Wohnungseinbrüche wurden in Berlin gezählt
Mittlerweile liegen auch regional aufgeschlüsselte Statistikdaten aus der PKS vor. Demnach sind in den deutschen Großstädten (ab 100.000 Einwohner) gewaltige Unterschiede zu beobachten. Nach absoluten Einbruchszahlen ist die Bundeshauptstadt Berlin mit über 10.600 solcher Delikte (plus fast ein Viertel) erneut Spitzenreiter.
In Hamburg waren es knapp 2.850 (mit leicht rückläufiger Tendenz), in Köln nach einer Verminderung um über ein Fünftel weniger als 2.400. Dahinter folgen Essen, Düsseldorf, Dortmund, Frankfurt am Main, Duisburg und Bremen mit jeweils über 1.000 polizeilich erfassten Taten.
Für insgesamt 17 der 80 aufgeführten Städte werden in der amtlichen Statistik weniger als 100 solcher Delikte gelistet. Am besten schnitt Erlangen ab mit 29 Wohnungseinbruchdiebstählen vor Würzburg (32) und Jena (42).
Die größten Veränderungen
Auffällig ist zudem, dass sich in vielen Städten das Geschehen im Vergleich zum Vorjahr (31.7.2025) massiv verändert hat. So ging die Anzahl der Delikte in 37 der aufgelisteten Großstädte zurück.
Ein Minus von fast der Hälfte stand für Lübeck (von 312 auf 166) zu Buche. Um über ein Drittel ging die Zahl der erfassten Taten in Würzburg zurück (von 50 auf 32). Verminderungsraten zwischen einem Viertel und einem Fünftel waren in Erlangen (von 39 auf 29), in Bremerhaven (von 359 auf 275), in Köln, in Remscheid (von 114 auf 89), in Hagen (von 332 auf 261) und in Erfurt (von 262 auf 209) zu beobachten.
In Ingolstadt hingegen wuchs die Zahl der polizeilich erfassten Wohnungseinbruchdiebstähle am stärksten. Mit 63 wurden dort fast zweieinhalbmal so viele Delikte gezählt wie ein Jahr zuvor. In etwa verdoppelt hat sich die Zahl in Potsdam (von 148 auf 294). In Magdeburg ging es um über zwei Drittel nach oben (von 279 auf 471), in Mannheim um weit über die Hälfte (von 220 auf 347).
Mülheim an der Ruhr bleibt Hauptstadt der Einbrecher
In Relation zur Einwohnerzahl war erneut (31.7.2025, 6.8.2024) Mülheim an der Ruhr die Hauptstadt der Wohnungseinbrecher. Dort ist die Einbruchsrate von 324 im Vorjahr auf 331 pro 100.000 Einwohner gestiegen. Zum Vergleich: Bundesweit erhöhte sich der Durchschnittswert von 94 auf 99.
Für Essen (von vier auf zwei) wird ein Wert von 302 (2024: 268) ausgewiesen. Dahinter folgen mit 288 bis 239 Delikten pro 100.000 Einwohner Berlin (von neun auf drei), Düsseldorf (von acht auf vier), Bochum (von sieben auf fünf) und Dortmund (von elf auf sechs).
Würzburg mit dem niedrigsten Einbruchsrisiko
In insgesamt zehn Großstädten lag die Quote unter 50. Das geringste Risiko für Wohnungseinbruch-Diebstähle besteht in Würzburg (24 Taten pro 100.000 Einwohner). Knapp dahinter folgt Erlangen mit einem Wert von 25.
Unter der Marke von 40 Delikten pro 100.000 Einwohner lagen auch Regensburg, Augsburg, Fürth und Jena. Fast alle der letztgenannten Städte gehörten auch im Jahr zuvor zu denen mit einem recht niedrigen Risiko.
Riesige Unterschiede bei der Aufklärungsquote
Die Aufklärungsquote ist bundesweit erneut gesunken, und zwar von 14,9 auf 14,1 Prozent. Auch hier unterscheiden sich die deutschen Metropolen deutlich. So wurde etwa in Moers nicht einmal jedes 25. Delikt aufgeklärt (sieben von 146). Sehr niedrig waren die Aufklärungsquoten mit unter sieben Prozent ferner in Neuss (15 von 277), Mülheim an der Ruhr (39 von 573) und Hamburg (211 von 2.837).
Spitzenreiter ist Fürth, wo im vergangenen Jahr fast die Hälfte dieser Fälle gelöst wurde (27 von 63). In Heidelberg wurde in annähernd jedem dritten Fall ein Täter ermittelt (34 von 103), in Oldenburg (Oldenburg) bei etwa drei von zehn erfassten Delikten (52 von 178).








