Komposit-Beiträge: Gewinner und Verlierer unter den Platzhirschen

13.7.2026 – Unter den Branchenschwergewichten (mehr als 2,5 Milliarden Euro gebuchte Bruttobeiträge) baute – vor allem fusionsbedingt – die Provinzial das Prämienvolumen zwischen 2019 und 2024 am stärksten aus. Schlechter als der Markt agierten Axa, Allianz und Generali, deutlich besser insbesondere die Gothaer und die Württembergische. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2025: Kompositversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.

Von 2019 auf 2024 bauten die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) organisierten Kompositversicherer die gebuchten Bruttobeiträge um ein gutes Viertel auf über 92,5 Milliarden Euro aus.

Laut dem „Branchenmonitor 2025: Kompositversicherung“ hatten zwei Akteure rückläufige Umsätze hinzunehmen. Die Analyse der V.E.R.S. Leipzig GmbH enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen der 50 größten Akteure mit 87 Prozent Marktanteil. Zwei der aufgelisteten Anbieter konnten ihr Prämienvolumen in etwa verdreifachen (VersicherungsJournal 26.5.2026).

Drei Marktgrößen agierten schlechter als der Markt

Drei der Branchenschwergewichte (mehr als 2,5 Milliarden Euro Einnahmen) hatten dem Monitor zufolge unterdurchschnittliche Steigerungsraten zu verzeichnen. Dies war neben der Axa Versicherung AG (plus 17,3 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro) und der Allianz Versicherungs-AG (plus 19,4 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro) auch die Generali Deutschland Versicherung AG (plus 24 Prozent auf fast 3,2 Milliarden Euro).

In etwa auf Marktniveau legte die Huk-Coburg-Allgemeine Versicherung AG (auf knapp drei Milliarden Euro).

Beitragswachstum bei weiteren Kompositversicherern

Um etwas unter einem Drittel wuchsen die R+V Allgemeine Versicherung AG (auf 5,6 Milliarden Euro), die Ergo Versicherung AG (auf fast 5,1 Milliarden Euro), die VHV Allgemeine Versicherung AG (auf knapp 2,9 Milliarden Euro) und der LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G. (auf annähernd 3,5 Milliarden Euro).

Um jeweils über 40 Prozent wuchsen die Württembergische Versicherung AG (auf knapp 2,7 Milliarden Euro) und die Gothaer Allgemeine Versicherung AG (auf knapp 2,8 Milliarden Euro). Wachstumssieger war die Provinzial Versicherung AG, die ihr Prämienvolumen auf Sechsjahressicht fast verdreifachen konnte (auf 3,6 Milliarden Euro).

Veränderungen (Bild: Wichert)

Details zu den hohen Steigerungsraten

Bei der Provinzial ging der Großteil des Zuwachses darauf zurück, dass die Westfälische Provinzial auf die Provinzial Rheinland verschmolzen und in Provinzial Versicherung AG umfirmiert wurde (13.12.2021). Das Unternehmen wuchs auch vor und nach der Fusion, und zwar zwischen vier Prozent (2019) und neun Prozent (2023).

Im letztgenannten Jahr legten auch die Württembergische und die Gothaer am stärksten zu, und das jeweils im zweistelligen Prozentbereich. Die Gothaer schaffte das auch im letzten Jahr des Beobachtungszeitraums. Die Kölner steigerten den Umsatz im schlechtesten Fall um vier Prozent (2020). Die Württembergische wuchs 2019 mit fünf Prozent am schwächsten.

Provinzial, Württembergische, Gothaer (Bild: Wichert)

Fast durchgängig kontinuierliches Wachstum

Auffällig ist, dass unter den Platzhirschen nur die Ergo und die Axa ihre Einnahmen nicht kontinuierlich ausbauen konnten. Letztere erklärte das Minus von 1,4 Prozent im Geschäftsbericht 2020 (PDF, 1,5 MB) folgendermaßen:

„Im direkten Geschäft konnten die erneuten Zuwächse in [der] verbundene[n] Wohngebäudeversicherung und in den sonstigen Versicherungen den Corona-Pandemie-bedingten Rückgang in der Kraftfahrtversicherung nicht kompensieren.“

Das Minus von fast fünf Prozent im Geschäftsjahr 2023 bei der Ergo war auf einen Sonderfaktor zurückzuführen. So hatte sich die Gesellschaft teilweise aus dem in Rückdeckung übernommenen britischen Geschäft zurückgezogen. Im selbst abgeschlossenen Geschäft zeigte die Kurve laut Geschäftsbericht 2023 (PDF, 796 KB) um fast fünf Prozent aufwärts (17.12.2024).

Der „Branchenmonitor 2025: Kompositversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2019 bis 2024). Die rund 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 892,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Enterich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.

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