Lebensversicherung: Riesige Unterschiede bei der Finanzstärke der Marktgrößen

1.6.2026 – Im aktuellen Map-Report 944 wurden die Lebensversicherer einer Analyse der Solvabilitätsquoten nach dem Aufsichtsregime Solvency II unterzogen. Die Spannbreite der SCR-Bedeckungsquoten (ohne Hilfsmaßnahmen) unter den Marktgrößen ist gewaltig. Sie reicht von 186 Prozent (Ergo) bis fast 643 Prozent (Provinzial).

Zum Jahresende 2025 betrug die für die Aufsicht relevante Brutto-SCR-Solvenzquote inklusive Übergangsmaßnahmen und Volatilitätsanpassung der deutschen Lebensversicherer 409 Prozent. Dies entspricht einer Steigerung um 60 Prozentpunkte beziehungsweise ein Fünftel, wie dem Map-Report Nummer 94 – „Solvabilität im Vergleich 2016 bis 2025“ zu entnehmen ist.

Übersicht über bis zu 74 Lebensversicherer

Datenbasis sind die SFCR-Berichte der Unternehmen. Hintergrund: Die deutschen Versicherer mussten ihre per Ende 2025 festgestellte Finanzstärke in SFCR-Berichten darlegen und diese (als Solo-Unternehmen) bis zum 8. April 2026 auf ihren Internetseiten veröffentlicht haben.

Dabei verwendeten den Map-Report-Daten zufolge 42 (Vorjahr: 44) der 74 (76) untersuchten Marktteilnehmer die Übergangsmaßnahmen für versicherungstechnische Rückstellungen (§ 352 VAG) und die Volatilitätsanpassung (§ 82 VAG).

Erneut 22 Gesellschaften machten ausschließlich von der Volatilitätsanpassung Gebrauch, zwei Lebensversicherer von der Übergangsmaßnahme für versicherungstechnische Rückstellungen und ein Anbieter von der Übergangsmaßnahme für risikofreie Zinssätze (in Kombination mit der Volatilitätsanpassung).

Die Übergangsmaßnahmen sind nur möglich für Verträge, die noch unter Solvency l – also vor dem 1. Januar 2016 – geschlossen wurden, und müssen bis 2032 abgebaut werden.

Quoten streuen von erheblich

Die höchste Brutto-SCR-Quote inklusive aller Hilfen wird für die Lebensversicherung von 1871 a.G. München (LV 1871) mit 809 Prozent ausgewiesen. Auf den niedrigsten Wert kam mit knapp 203 Prozent die Athora Lebensversicherung AG.

Die „nackte“ Quote – also ohne oben genannte Hilfen –erhöhte sich im Branchenschnitt von 308,6 auf 379,5 Prozent. Die Basis-Solvenzquoten bewegen sich zwischen 798,4 Prozent bei der LV 1871 und 108,1 Prozent bei der LPV Lebensversicherung AG (VersicherungsJournal 7.5.2026).

Platzhirsche: Nettoquoten von 643 bis 186 Prozent

Allein unter den 13 größten Gesellschaften mit mehr als 1,7 Milliarden Euro verdienten Bruttobeiträgen (2024) streuten die Nettoquoten immens. Sie liegen zwischen knapp 643 Prozent bei der Provinzial Lebensversicherung AG und 186 Prozent bei der Ergo Lebensversicherung AG.

Ebenfalls über der Marke von 500 Prozent lagen die Württembergische Lebensversicherung AG, die Nürnberger Lebensversicherung AG und die Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG. Dahinter folgt die Generali Deutschland Lebensversicherung AG mit 446,1 Prozent.

Etwas schlechter als der Markt schnitt die Alte Leipziger Lebensversicherung a.G. mit 360 Prozent ab. Zwischen fast 337 und 288 Prozent lagen die Werte bei der Axa Lebensversicherung AG, der Allianz Lebensversicherungs-AG, dem Debeka Lebensversicherungsverein a.G. und der R+V Lebensversicherung AG.

Die Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG liegt bei 240 Prozent, die Proxalto Lebensversicherung AG bei 206 Prozent und die Ergo Lebensversicherung AG bei 186 Prozent.

Rangliste (Bild: Wichert)

Plus und Minus bei den größten Lebensversicherern

Bei den Platzhirschen waren mehrheitlich Verbesserungen im Vergleich zum Vorjahr (17.6.2025) zu beobachten. Verminderungen gab es nur bei der Nürnberger (minus 31 Prozentpunkte), der Bayern-Versicherung (minus 28 Prozentpunkte), der R+V (minus rund 22 Punkte) und der Zurich Deutscher Herold (minus neun Punkte). Prozentual lagen die Verkleinerungsraten zwischen gut sieben (R+V) und knapp vier Prozent (Zurich Deutscher Herold).

Alle anderen Branchenschwergewichte konnten ihre Quote erhöhen. Am stärksten gelang dies der Württembergischen, die den Vorjahreswert mehr als vervierfachte. Mehr als eine Verdopplung schaffte die Debeka, während sich die Allianz um gut vier Fünftel steigerte.

Um 52 bis 32 Prozent legten Ergo, Generali und Proxalto zu. Unterdurchschnittliche Zuwachsraten waren bei der Axa, der Provinzial und der Alten Leipziger zu beobachten.

Veränderungen (Bild: Wichert)

Weitere Studiendetails und Bezugshinweis

Der 122-seitige Map-Report Nummer 944 – „Solvabilität im Vergleich 2016 bis 2025“ ist bei der Franke und Bornberg GmbH erschienen. Er enthält neben Übersichten zu den Bedeckungsquoten von 74 Lebens- und 36 privaten Krankenversicherern (11.5.2026) auch Übersichten zu den Beitragseinnahmen (18.5.2026).

Erstmals aufgelistet werden auch Daten von Schaden-/Unfallversicherern – und zwar der 50 nach verdienten Bruttobeiträgen größten Marktakteure. Das Heft kann als E-Paper ab brutto 589,05 Euro über die Bestellseite von Franke und Bornberg erworben werden.

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