Mehr Radfahrer verunglückten im Straßenverkehr tödlich

28.4.2026 – Im Jahr 2025 verloren nach vorläufigen Zahlen 462 Radfahrer auf deutschen Straßen ihr Leben, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Ein deutliches Plus an Unfalltoten verzeichnen dabei in den letzten Jahren vor allem ältere Pedelecfahrer.

Jede sechste Person, die 2025 im Straßenverkehr getötet wurde (16,4 Prozent), war mit dem Fahrrad unterwegs. Das zeigen vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis). Demnach starben im vergangenen Jahr 462 Radfahrer bei Verkehrsunfällen.

Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der getöteten Radfahrer um 3,8 Prozent. Auch langfristig zeigt sich ein deutlicher Trend: 2015 kamen noch 383 Radfahrer ums Leben – ein Anstieg um 20,6 Prozent innerhalb von zehn Jahren.

Insgesamt verloren 2025 nach vorläufigen Zahlen 2.814 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Leben, knapp zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Langfristig ist die Zahl der Verkehrstoten jedoch rückläufig – auch aufgrund des vermehrten Einsatzes von Warn- und Fahrassistenzsystemen. So starben im Jahr 1991 noch 11.300 Menschen auf deutschen Straßen (VersicherungsJournal 28.2.2022).

Ältere Verkehrsteilnehmer nutzen vermehrt Pedelecs

Ein wichtiger Grund für die steigende Zahl getöteter Radfahrer ist laut Destatis, dass immer häufiger ältere Menschen mit Pedelecs unterwegs sind – Fahrräder mit elektrischer Trethilfe bis 25 km/h gemäß § 63a StVZO.

2025 kamen demnach 217 Pedelecfahrer ums Leben, im Jahr zuvor waren es 195. Zum Vergleich: Zehn Jahre zuvor lag die Zahl tödlich verunglückter Pedelec-Nutzer nur bei 35 Personen.

Ältere Radfahrer sind folglich auch besonders gefährdet: 61,5 Prozent der tödlich verunglückten Radfahrer waren 65 Jahre und älter. Bei Fahrrädern ohne Hilfsmotor lag ihr Anteil bei 56,3 Prozent, bei Pedelecs bei 67,3 Prozent.

Getötete Radfahrer (Bild: Wenig)

Autofahrer sind Hauptunfallgegner von Radfahrern

An rund zwei Dritteln (68,9 Prozent) der 95.794 Fahrradunfälle mit Personenschaden im Jahr 2025 war ein weiterer Verkehrsteilnehmer beteiligt. In knapp 70 Prozent dieser Fälle handelte es sich um Autofahrer. Knapp ein Drittel waren hingegen Alleinunfälle ohne Beteiligung weiterer Personen.

Gab es einen weiteren Unfallbeteiligten, trugen Radfahrer in knapp drei von zehn Fällen die Hauptschuld (28,6 Prozent). Dabei zeigen sich je nach Unfallgegner deutliche Unterschiede:

  • Besonders häufig wird Radfahrern die Hauptschuld bei Kollisionen mit Fußgängern (58,1 Prozent) oder Krafträdern (54,7 Prozent) zugeschrieben.
  • Bei Unfällen mit Autos liegt der Anteil der radfahrenden Hauptbeschuldigten bei 25,3 Prozent, mit Lastkraftwagen bei 21,4 Prozent.
Wie beurteilen Sie diesen Artikel?
Artikel-Werkzeuge für Sie
Diese Seite empfehlen
Schlagwörter zu diesem Artikel
Weitere Artikel der aktuellen Ausgabe
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren