Morgen & Morgen: Nur noch sieben private Krankenversicherer mit der Höchstnote

8.9.2026 – Das Analysehaus Morgen & Morgen hat in seinem Rating von privaten Krankenversicherungsunternehmen sieben Akteure mit „ausgezeichnet“ (fünf Sterne) bedacht. Dies sind die „Wiederholungstäter“ Allianz, Alte Oldenburger, LVM, Provinzial Hannover, R+V, Signal Iduna und Universa. Die Hallesche und die Inter fielen wieder auf vier Sterne zurück. Weiterhin „schwach“ (zwei Sterne) ist die Concordia und neuerdings die Nürnberger. Anhand von 13 Bilanzkennzahlen aus den Bereichen Erfolg, Sicherheit und Bestand wurden 30 Anbieter bewertet.

Die Morgen & Morgen GmbH hat am Dienstag die aktuelle Ausgabe ihres jährlichen Unternehmensratings der privaten Krankenversicherer (PKV) vorgelegt. Dabei griffen die Analysten erneut auf die vor drei Jahren umfangreich überarbeitete Ratingsystematik (VersicherungsJournal 6.9.2023) für das „Rating KV-Unternehmen“ zurück.

Die Bewertungssystematik besteht aus einer Gesamtbewertung und den drei Teilratings „Erfolg“, „Bestand“ und „Sicherheit“. In das Teilrating „Erfolg“ gehen fünf Kennzahlen ein, in das Teilrating „Sicherheit“ sechs und in das Teilrating „Bestand“ zwei Kennzahlen. Das Teilrating „Bestand“ besitzt zehn Prozent Gewichtung für die Gesamtwertung, die beiden anderen Teilratings je 45 Prozent.

Bewertungssystematik (Bild: M&M)
Zum Vergrößern Bild klicken (Bild: M&M)

Details zur Bewertungsmethodik

Nach Angaben des Analysehauses werden die Kennzahlen mit Ausnahme der SCR-Quoten über die letzten fünf verfügbaren Bilanzjahre betrachtet. „Dabei erhalten die jüngeren Jahre ein höheres Gewicht als weiter zurückliegende Jahrgänge. Für jede Kennzahl und jedes Bilanzjahr werden Benchmarks definiert und regelmäßig an die Marktgegebenheiten angepasst“, wird mitgeteilt.

Betrachtet wurden die Geschäftsjahre 2021 bis 2025. Weitere Einzelheiten zum Bewertungsverfahren haben die Analysten in ihrer Rating-Dokumentation (PDF, 2,1 MB) veröffentlicht. Ergebnis der Berechnungen sind Noten von fünf Sternen („ausgezeichnet“) bis zu einem Stern („sehr schwach“).

30 private Krankenversicherer im Test

Wie in den Vorjahren (9.9.2025, 4.9.2024) hat M&M 30 PKV-Unternehmen unter die Lupe genommen. Nicht berücksichtigt hat das Analysehaus wiederum die noch junge Ottonova Krankenversicherung AG.

Knapp (Vorjahr: gut) jeder vierte Testkandidat erhielt die Höchstnote „ausgezeichnet“ (fünf Sterne). Genau (2025: fast) die Hälfte der Gesellschaften schnitt mit vier Sternen („sehr gut“) ab. Jeder fünfte (Vorjahr: fast jeder vierte) Akteur erhielt drei Sterne („durchschnittlich“). Für zwei (2025: ein) Unternehmen reichte es nur für zwei Sterne („schwach“).

Dabei handelt es sich erneut um die Concordia Krankenversicherungs-AG sowie um die Nürnberger Krankenversicherung AG. Letztere hat sich um einen Bewertungsstern verschlechtert.

Notenverteilung (Bild: Wichert)

Sieben „ausgezeichnete“ Akteure

Die Gruppe der „ausgezeichneten“ privaten Krankenversicherer verkleinerte sich von neun auf sieben. Hierzu gehören

Die sieben vorgenannten Anbieter wiederholten ihre Fünf-Sterne-Bewertung aus dem Vorjahr. Nicht mehr zur Riege der PKV-Anbieter mit der Bestnote gehören die Hallesche Krankenversicherung a.G. und die Inter Krankenversicherung AG. Bei hatten sich vor Jahresfrist von vier auf fünf Sterne verbessert.

Kein PKV-Anbieter in allen drei Teilratings spitze

Von den sieben Testsiegern schaffte es keiner, in allen drei Teilratings fünf Sterne zu erzielen. Vor Jahresfrist war dies noch der R+V gelungen. Zweimal die Höchstnote erzielten neben dem LVM und der R+V (jeweils Bestand und Sicherheit) auch die Allianz, die Alte Oldenburger, die Signal Iduna, die Universa und die Provinzial Hannover (jeweils „Erfolg“ und „Sicherheit“).

Eine Veränderung der Bewertung war neben den vorgenannten Akteuren nur noch beim Debeka Krankenversicherungsverein a.G. zu beobachten. Die Koblenzer holten sich den im Vorjahr verlorenen Bewertungsstern zurück und erhielten vier der Himmelskörper.

Positives Fazit der Analysten

Thorsten Saal, Bereichsleiter Mathematik bei M&M, kommentiert die Ratingergebnisse folgendermaßen: „Die PKV bleibt solide aufgestellt“. Auch wenn steigende Leistungsausgaben zunehmend Spuren in den Kennzahlen hinterließen, entwickelten sich die Bestände und die Solvabilität stabil.

Die Analysten teilten weiter mit, dass das Wachstum in der Vollversicherung zunehme und auch die Ergänzungsversicherung auf Wachstumskurs bleibe. Bei jeweils leicht verminderten Kostenquoten seien Nettoverzinsung und Überzinsquote auf Vorjahresniveau geblieben. Auch die Kapitalanlage habe sich stabilisiert.

Die steigenden Leistungsausgaben blieben allerdings ein Belastungsfaktor. „Die versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote liegt weiterhin auf eher niedrigem Niveau, RfB-Zuführung und RfB-Quote gehen weiter zurück“, wird erläutert.

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