Nachlassende Marktdynamik: Immobilienverkäufer brauchen mehr Geduld

8.5.2026 – Im ersten Quartal 2026 lag die durchschnittliche Vermarktungsdauer bei 90 Tagen für Eigentumswohnungen und bei 91 Tagen für Einfamilienhäuser. Im zweiten Quartal 2021 während des Booms wurde mit 76 Tagen ein Tiefststand erreicht. Im Vergleich zum Vorquartal stiegen laut dem aktuellen Greix-Update im 1. Quartal 2026 die Preise für Eigentumswohnungen um 0,4 Prozent. Einfamilienhäuser verteuerten sich mit 1,9 Prozent stärker. Mehrfamilienhäuser wurden dagegen um 5,7 Prozent günstiger gehandelt. In den Großstädten verlief die Preisentwicklung für Eigentumswohnungen im Quartalsvergleich erneut sehr unterschiedlich.

Erstmals ergänzt der Greix-Kaufpreisindex (German Real Estate Index) die Transaktionsdaten um Liquiditätskennzahlen aus Inseratsdaten für 24 Städte. Diese zeigen – gemessen an der Vermarktungsdauer und dem Anteil sehr kurz laufender Inserate –, wie schnell Objekte von den Angebotsplattformen offline genommen werden.

Vermarktungsdauer beträgt rund drei Monate

Diese Kennzahlen spiegeln den Marktzyklus wider. So erreichte die Vermarktungsdauer im zweiten Quartal 2021 während des Booms mit 76 Tagen einen Tiefststand. Dieser Wert stieg bis zum dritten Quartal 2024 auf 117 Tage an. Danach sank er wieder deutlich.

Im ersten Quartal 2026 lag die durchschnittliche Vermarktungsdauer bei 90 Tagen für Eigentumswohnungen und bei 91 Tagen für Einfamilienhäuser. Damit ist sie in beiden Segmenten leicht höher als im Vorquartal.

„Wenn Inserate auf den Plattformen länger online bleiben, Preisreduzierungen in den dortigen Angeboten wieder häufiger und deutlicher werden und der Anteil sehr schnell offline genommener Objekte zurückgeht, dann sind das frühe Signale dafür, dass sich der Markt leicht dreht“, kommentiert Jonas Zdrzalek, Projektleiter Greix am Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW), die Entwicklung.

Preise für Mehrfamilienhäuser sinken

Auch die Veränderung der Kaufpreise für Wohnimmobilien im ersten Quartal 2026 deutet nach Meinung von Greix auf eine nachlassende Marktdynamik hin. Im Vergleich zum Vorquartal stiegen die Preise für Eigentumswohnungen um 0,4 Prozent. Einfamilienhäuser verteuerten sich mit 1,9 Prozent stärker.

Mehrfamilienhäuser wurden dagegen um 5,7 Prozent günstiger gehandelt, wobei die geringe Transaktionszahl in diesem Segment die Aussagekraft einschränkt. Im Jahresvergleich (1. Quartal 2026 zu 1. Quartal 2025) lagen Eigentumswohnungen mit 0,5 Prozent und Einfamilienhäuser mit 3,2 Prozent nominal im Plus. Mehrfamilienhäuser lagen um 0,5 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Für das Jahr 2025 hatte das Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. (IW) noch Preissteigerungen für Eigentumswohnungen von 3,8 Prozent und für Ein- und Zweifamilienhäuser von 2,8 Prozent errechnet (VersicherungsJournal 28.1.2026).

Preise für Eigentumswohnungen entwickeln sich unterschiedlich

In den Großstädten verlief die Preisentwicklung für Eigentumswohnungen im Quartalsvergleich erneut sehr unterschiedlich (10.11.2025). Den stärksten Zuwachs verzeichnete Leipzig mit einem Plus von 2,5 Prozent. Düsseldorf lag mit 0,3 Prozent leicht im Plus, in Köln blieben die Preise unverändert.

Leichte Rückgänge verzeichnete Berlin (-0,3 Prozent), während sie in Frankfurt (-1,4 Prozent) und Stuttgart (-1,9 Prozent) deutlicher ausfielen. Für Hamburg und München lagen für das erste Quartal 2026 noch keine aktuellen Werte vor.

Dass sich die Nachfrage von den größten deutschen Großstädten tendenziell in große Städte mit regionaler Bedeutung, wie beispielsweise Leipzig oder Freiburg, oder mittelgroße Städte mit begrenzter wirtschaftlicher Reichweite verlagert, hatten unter anderem auch schon das IW und der Postbank Wohnatlas festgestellt (17.4.2026).

Einfamilienhäuser bleiben auf Wachstumskurs

Nach Meinung von Greix-Projektleiter Jonas Zdrzalek ist das Bild des ersten Quartals gespalten: „Die Dynamik der Preissteigerungen verliert bei Eigentumswohnungen spürbar an Schwung, während Einfamilienhäuser auf Wachstumskurs bleiben.“

Die Preiszuwächse bei Eigentumswohnungen gegenüber dem Vorjahresquartal seien so niedrig wie noch nie seit Beginn des leichten Aufschwungs im Sommer 2024. Inflationsbereinigt, also gemessen an der aktuellen Kaufkraft, sind die Preise für Eigentumswohnungen sogar leicht gesunken.

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