8.10.2026 – Laut einer aktuellen Studie haben 59 Prozent der Bevölkerung bereits persönliche Erfahrung mit dem Thema Pflege; 41 Prozent schätzen den monatlichen Eigenanteil realistisch ein. Persönliche Erfahrung ist der stärkste Auslöser für Vorsorge. 61 Prozent der Menschen ohne Pflegezusatzversicherung wurden noch nie von einem Vermittler auf das Thema Pflegevorsorge angesprochen. Wenn es um die Wahl eines Anbieters geht, ist für die Befragten Vertrauen wesentlich wichtiger als der Preis. Fast die Hälfte der Befragten wünscht sich betreutes Wohnen.
Beim Thema Pflegebedürftigkeit klafft zwischen Risikobewusstsein und tatsächlicher Vorsorge eine erschreckende Lücke. Das zeigt eine repräsentative Befragung von 2.015 Personen, die die Yougov Deutschland GmbH im Auftrag der Swiss Life Lebensversicherung SE durchgeführt hat.
Pflegebedürftigkeit: ein bekanntes Risiko
Danach haben 59 Prozent der Bevölkerung bereits persönliche Erfahrung mit dem Thema Pflege – sei es durch Beobachtung im eigenen Umfeld (36 Prozent) oder weil sie selbst einen Angehörigen gepflegt haben (23 Prozent).
Auch die Kosten einer Pflegebedürftigkeit sind vielen Menschen durchaus bewusst: 41 Prozent schätzen den monatlichen Eigenanteil realistisch auf 3.000 Euro oder mehr. Gleichzeitig fühlen sich 67 Prozent für den Fall von Pflegebedürftigkeit finanziell schlecht oder sehr schlecht abgesichert – 28 Prozent davon sogar sehr schlecht.
Bei den 50- bis 64-Jährigen nennen 47 Prozent die Pflegebedürftigkeit als größtes Risiko. Bei den Befragten, die älter als 65 sind, sind es sogar 56 Prozent. Das zeigt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey GmbH im Auftrag des Debeka Krankenversicherungsverein a.G.
Wer Pflegebedürftigkeit in seinem Umfeld erlebt, sorgt eher vor
Dennoch haben nur neun Prozent der von Yougov Befragten eine private Pflegezusatzversicherung abgeschlossen. 57 Prozent sehen dafür aktuell „keine Notwendigkeit“ und verlassen sich stattdessen mehrheitlich auf die gesetzliche Pflegeversicherung und Sozialleistungen (56 Prozent).
Die Studie zeigt auch: Persönliche Erfahrung ist der stärkste Auslöser für Vorsorge. Von denjenigen, die eine Pflegezusatzversicherung abgeschlossen haben und Pflege im eigenen Umfeld erlebt haben, geben 45 Prozent an, dass genau diese Erfahrung ihre Entscheidung beeinflusst hat.
„Persönliche Erfahrung kann also ein Auslöser sein – aber sie darf nicht die Voraussetzung für Vorsorge sein. Denn viele andere Befragte haben Pflegebedürftigkeit in ihrem Umfeld erlebt und handeln trotzdem nicht. Genau dort müssen wir früher ansetzen“, betont Stefan Holzer, Mitglied des Vorstands von Swiss Life Deutschland und Leiter Market Management Versicherung.
Professionelle Beratung ist gegenwärtig eine Mangelware
Gegenwärtig ist Beratung Mangelware. 61 Prozent der Menschen ohne Pflegezusatzversicherung wurden noch nie – weder von einem Versicherungsvermittler noch von ihrer Bank – auf das Thema Pflegevorsorge angesprochen. Weitere 23 Prozent haben gar keinen festen Ansprechpartner für Finanzfragen.
„Die Studie macht deutlich: Millionen Menschen in Deutschland sind beim Thema Pflegevorsorge noch ohne professionelle Beratung – obwohl der Bedarf längst da ist“, sagt Holzer. „Wenn wir gemeinsam den Menschen eine fundierte, individuelle Pflege-Beratung bieten, leisten wir nicht nur einen wichtigen Beitrag zur finanziellen Selbstbestimmung, sondern schaffen für sie dauerhaften Mehrwert.“
Kunden wünschen sich Verlässlichkeit und Sicherheit
Wenn es um die Wahl eines Anbieters geht, zählt für die Befragten vor allem eines: Vertrauen. 73 Prozent halten faire Behandlung im Leistungsfall für „sehr wichtig“. Genauso viele fordern Verlässlichkeit und Sicherheit (73 Prozent). Schnelle Leistungsabwicklung folgt dicht dahinter (70 Prozent).
Der Preis spielt nur für 64 Prozent eine wichtige Rolle. Es zählen also Qualität und Verlässlichkeit mehr als der Preis. „Die Menschen wissen genau, worauf es ankommt – und das ist nicht der günstigste Preis, sondern ein Partner, dem sie vertrauen können“, ordnet Holzer ein.
Betreutes Wohnen liegt im Trend
Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) wünscht sich betreutes Wohnen mit Unterstützung durch Dritte bei Bedarf – weit vor der Pflege durch Angehörige zu Hause (24 Prozent) und dem Pflegeheim (14 Prozent). Pflege und Wohnen im Alter werden damit zu einem gesamtgesellschaftlichen Thema, das weit über die Versicherungsbranche hinausreicht.
„Dieses Ergebnis zeigt: Beim Thema Pflege sind die Wünsche so individuell wie die Menschen selbst. Doch um sich die Wahlfreiheit zu erhalten, wo und wie die Pflege stattfindet, braucht es auch eine finanzielle Grundlage, die das möglich macht“, fasst Holzer zusammen.




