PKV-Bilanz-Rating: Map-Report vergibt dreimal die Bestnote

15.9.2026 – Die Inter erhielt im aktuellen Map-Report 945 „Bilanzrating private Krankenversicherung 2025“ die höchste Punktzahl. Ebenfalls die Bestnote „mmm+“ („hervorragend“) bekamen die Signal Iduna, in diesem Jahr die einzige „Wiederholungstäterin“, und die Allianz. Das Trio mit einem „mmm“ („sehr gut“) bilden die im Vorjahr noch topbewerteten Akteure Universa, LVM und Alte Oldenburger. Im Vergleich zum Vorjahr wurden drei Prüfpunkte ausgetauscht und auch an der Gewichtung der weiterhin zehn Ratingkennzahlen geschraubt.

Am Dienstag hat die Map-Report-Redaktion mit dem Heft 945 zum siebten Mal nach der Premiere vor sechs Jahren (VersicherungsJournal 31.8.2020) ein „Bilanzrating private Krankenversicherung“ vorgelegt. Die Analysten haben 30 Gesellschaften unter die Lupe genommen.

Nicht berücksichtigt bei der Gesamtbewertung, dafür aber bei Ranglisten zu zahlreichen einzelnen Kennzahlen, wurde neben den nicht (mehr) in der Vollversicherung aktiven Marktteilnehmern die Ottonova Krankenversicherung AG.

Map-Report berücksichtigt drei neue Kennzahlen

Im Vergleich zum Vorjahr wurden im Map-Report umfangreiche Änderungen am Bewertungsraster vorgenommen. Dabei wurden mehrere Kennzahlen ausgetauscht und die Gewichtung verschiedener Prüfpunkte verändert.

Nicht mehr eigenständig bewertet wurden unter anderem die Zuführungsquote zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) sowie die Vorsorgequote. An deren Stelle treten die Überschussleistungsquote und die RfB-Einsatzquote. Erstere bezieht den Angaben zufolge „zusätzlich die den Versicherten zustehenden Mittel nach § 150 VAG ein“, womit die gesamte Überschussleistung zugunsten der Versicherten umfassender abgebildet werde.

Mit der RfB-Einsatzquote wird nach Angaben der Analysten gemessen, „in welchem Umfang Versicherer vorhandene RfB-Mittel tatsächlich für Beitragsentlastungen und Barausschüttungen einsetzen“.

Weitere Änderung: Statt der Entwicklung der verdienten Bruttobeiträge wird neben dem Wachstum der nun auch das Wachstum der Zusatzversicherten in die Bewertung aufgenommen.

Auch an den Gewichtungen wurde geschraubt

Zudem haben die Analysten einige Umgewichtungen bei den Prüfpunkten vorgenommen. Der Stellenwert des Kriteriums „Wachstum Personen Vollversicherung“ wurde erhöht (von fünf auf 15 maximal erreichbare Punkte). Die Nettorendite geht jetzt mit maximal 40 (früher: 30) Zählern in die Gesamtwertung ein.

Ein schwächeres Gewicht erhielten die Überschussverwendungsquote (von 30 auf maximal 15 Punkte) sowie die Abschlusskostenquote, bei der die Höchstpunktzahl von 20 auf 15 reduziert wurde.

So wurden die privaten Krankenversicherer bewertet

Das Gerüst für die Bewertung im Bilanz-Rating bilden weiterhin zehn Kennzahlen von „A“ wie Abschlusskostenquote bis „W“ wie „Wachstum Personen Zusatzversicherung“. Um kurzfristige Einflüsse zu glätten, aber nicht unberücksichtigt zu lassen, wurden Fünfjahresdurchschnitte (2021 bis 2025) gebildet.

In den Kennzahlen waren maximal zwischen fünf und 40 Punkte zu erreichen. Die Ergebnisse in den zehn Segmenten wurden addiert und das Ergebnis zu einer Gesamtnote verdichtet. Insgesamt waren 300 Punkte zu erreichen.

Bewertungsschlüssel (Bild: FuB/Map-Report)
Zum Vergrößern Bild klicken (Bild: FuB/Map-Report)

Ab 225 Punkten (75 Prozent der Maximalpunktzahl) wurde die Note „mmm“ vergeben, die seit gut fünf Jahren nicht mehr die Höchstnote darstellt. Seinerzeit wurde mit „mmm+“ eine neue Bestnote eingeführt. Diese wurde zunächst ab 80 Prozent der Maximalpunktzahl vergeben (19.3.2021), später dann ab 85 Prozent der Maximalpunktzahl – also ab 255 Zählern (29.9.2022).

Inter erklimmt die Spitzenposition im PKV-Rating

Die höchste Punktzahl erzielte erstmals die Inter Krankenversicherung AG. Sie kam auf 259,5 (2025: 238) Zähler. Der PKV-Anbieter schaffte in sieben Prüfpunkten die Maximalpunktzahl und ließ dabei in Sachen Nettorendite sowie versicherungstechnische Ergebnisquote sogar alle Wettbewerber hinter sich. Gar nicht punkten konnte das Unternehmen hingegen bei den beiden Wachstumskennzahlen.

An zweiter Stelle im PKV-Bilanz-Rating liegt die Signal Iduna Krankenversicherung a.G. mit 258 (264,5) Zählern vor der Allianz Privaten Krankenversicherungs-AG mit 255,5 (227) Punkten. Die drei vorgenannten Unternehmen erhielten mit „mmm+“ die Höchstnote. Während Inter und Allianz sich eine Notenstufe verbesserten, bestätigte die Signal Iduna das „hervorragend“ aus dem Vorjahr.

Die drei übrigen vor Jahresfrist mit der Bestnote „mmm+“ ausgezeichneten Gesellschaften (VersicherungsJournal 4.9.2025) rutschten unter dem neuen Bewertungsraster auf ein „sehr gut“ ab („mmm“). Dies waren die Universa Krankenversicherung a.G., die LVM Krankenversicherungs-AG und die Alte Oldenburger Krankenversicherung AG. Der Universa fehlte dabei nur ein Bewertungspunkt zur Bestnote.

Spitzengruppe (Bild: Wichert)

Drei Branchengrößen fehlen in der Spitzengruppe

Auffällig ist, dass von den Branchenschwergewichten (nach Vollversichertenzahl) nur die Signal Iduna und die Allianz die beste Ratingnote schafften. Der Branchenprimus Debeka Krankenversicherungsverein a.G. landete mit 219 Punkten („mm“ für „gute Leistungen“) nur an neunter Stelle.

Die Axa Krankenversicherung AG findet sich mit 204 Zählern an 14. Position wieder (ebenfalls „mm“). Die 181,5 Punkte der DKV Deutsche Krankenversicherung AG reichten nur für Rang 23 und ein „m“ für „befriedigende Leistungen“.

Nicht allein Bilanzkennzahlen sind entscheidend

Laut Map-Report-Chefredakteur Reinhard Klages sind für einen vollständigen Unternehmensvergleich „neben Bilanzkennzahlen weitere Faktoren von entscheidender Bedeutung, zum Beispiel die Dienstleistungsqualität (Service, Beratung und Betreuung) und Beitragsentwicklung“. Hierzu würden in den Geschäftsberichten allerdings keine Daten veröffentlicht, die Faktoren könnten deshalb in den Bilanzanalysen auch nicht berücksichtigt werden, so Klages auf Nachfrage.

Der Map-Report Nummer 945 – „Bilanzrating private Krankenversicherung 2025“ ist bei der Franke und Bornberg GmbH erschienen. Er enthält auf 150 Seiten neben den detaillierten Ratingergebnissen auch Übersichten zu insgesamt mehr als zwei Dutzend Bilanzkennzahlen (Geschäftsjahr 2025) von rund drei Dutzend Anbietern.

Das Heft bietet auch Einzelübersichten mit acht ausgewählten Kennzahlen in der Zeitreihe von 2014 bis 2025. Es ist als E-Paper ab 495 Euro netto über die Bestellseite von Franke und Bornberg erhältlich.

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